— 31— Iſt er aber dadurch ſchon gerechtfertigt?— Der Sinn giebt ſich ganz leicht; denn wenn das Wort„raſch“ auch auf das Subject gehn könnte, ſo ſteht doch gleich dabei „und offen des Verführers Rath“, was nur vom Grafen geſagt werden kann. Auch geht zunächſt vorher„zum Grafen“. Gut! und ſelbſt in Proſa kann man die Aus⸗ nahme beſtehen laſſen, daß Adjectiv⸗Sätze, die ſich auch nicht auf das Subject be⸗ ziehen ſollen, doch verkürzt werden können, wenn eben keine Zweideutigkeit möglich iſt. Dadurch vermeiden wir, was ihr gut gemerkt habt, die vielen läſtigen Umſchrei⸗ bungen durch die Relative. Ihr ſollt mir Beiſpiele aus der Umgangs⸗ Sprache auf⸗ finden, die dieſe Ausnahme bewähren.— Dieſe Fragen können zuſammengezogen werden, wenn dem Schuler die betrach⸗ tete Satzform noch ganz geläufig iſt. Wir wuürden den Unter⸗Secundaner, der in Tertia die Periodologie kennen gelernt hat, auf die gegebene Weiſe fragen, um ihn mit der Lehre von der Verkürzung der Adjectiv⸗Sätze vertrauter zu machen.— Soll denn die Grammatik gar nicht bei der Lectüre geübt werden? Die Antwort iſt nach §. 2. zuerſt dahin zu geben, daß bei der Lectüre die grammatiſchen Betrachtungen wegfallen, daß ſie aber nachfolgen müſſen. Dieſe Betrachtungen, die ſich an die§. 10. geforderte Reflexion anſchließen, haben dann zu Gegenſtänden: grammatiſche Vollkom⸗ menheiten, Fehler oder Schwierigkeiten. Es ergiebt ſich aus§. 2. aber auch eine zweite Antwort, daß Stuͤcke, die der Schüler ſchon geleſen hat, und die er alſo verſteht, noch beſonders und zwar in den grammatiſchen Schulſtunden, allein zur Auffaſſung und Einubung der grammatiſchen Form, ſelbſt ſchon in den mittleren Claſſen, durch⸗ zugehen ſein. Durch die Lectüre hat der Schüler nicht allein ſeinen Gedankenvorrath vermehrt; ſondern auch und ganz vorzüglich damit an Sprachſtoff und an Gewalt über die Sprache gewonnen, und es wird ihm jetzt nicht ſchwer werden, unter An⸗. leitung des Lehrers die Formen zu Bewußtſein zu bringen, welche er riihtig und ſicher anzuwenden verſteht.


