— 28— ſind. Dann laͤßt man ihn wieder den Schriftſteller vornehmen und in deſſen Weiſe nachentwickeln. F. 12. Wir haben zu Anfange dieſer Abhandlung nachgewieſen, daß der eigentliche Sprachunterricht nicht allein nicht die grammatiſche Betrachtung zur Grundlage haben, ſon⸗ dern daß derſelbe von dieſer ganz geſondert bleiben müſſe. Daraus entnehmen wir denn, daß die eigentlichen grammatiſchen Bemerkungen der Lecture eines Stückes nur nach⸗ folgen können, und bleiben dieſer Behauptung ſo treu, daß wir ſelbſt grammatiſche Schwierigkeiten nicht vor Beendigung eines Stückes, oder doch nicht eher, als ſich dem Sinne nach ein bedeutender Ruhepunkt oder Abſchnitt findet, gelöſet haben wollen. Die Behauptung muß allen, die nicht nach unſeren Grundſätzen die Lectüre leiten, auffallend erſcheinen. Wir erſuchen aber nur um ſcharfe Prüfung, indem wir der Wahrheit unſerer Sache vertrauen. Die obige Behauptung recht deutlich zu machen, ſtehe hier ein Beiſpiel. Wir leſen in der Unter⸗Secunda die Schiller'ſche Ballade „der Gang nach dem Eiſenhammer““; da heißt die vierte Strophe: Darob entbrennt in Roberts Bruſt., Des Jägers giftger Groll, Dem längſt von böſer Schadenluſt Die ſchwarze Seele ſchwoll,“ Und trat zum Grafen, raſch zur That, Und offen des Verführers Rath, Als einſt vom Jagen heim ſie kamen, Streut ihm ins Herz des Argwohns Samen: Hier iſt in V. 5. und 6. eine grammatiſche Schwierigkeit. Nach der gewöͤhn⸗ lichen Weiſe zu interpretiren, tritt eine längere Unterbrechung ein, und der Schuͤler muß etwa folgende Fragen beantworten: Was für einen Satz bilden die Worte „raſch zur That, Und offen des Verführers Rath“? Worauf müſſen ſich dieſe Worte


