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Michael Neander's pädagogische Erfahrungen und Grundsätze, nach einer Handschrift der Ilfelder Klosterbibliothek / herausgegeben von Dr. R. Müller
Entstehung
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So helt auch meine Beſtallunge klar, daß ich des vorigen Abts ſtad in allen Dingen vertreten ſoll.

Wird auch weiter daſelbſt vermeld, das nicht allein Schuele, ſonder auch das Cloſter mit allen Zugehörungen durch meinen Vleiß erhalten worden ſey. 2 t

Bin auch vor Einen Verwalter, vor einen Abt im Schwartzburgiſchen hofe, vielen andern Orten, auch Hohen gelerten leuten gehalten worden, und habe mich Engel halben mit ihnen ver⸗ tragen, wie ſie mirs vorſchlugen, dieweil ich nicht weiter kommen konnte, war auch niemands, der mir geſagt, wie oder auf was conditiones Ich mich mit ihnen vertragen ſolte, Iſt auch kein menſch vom Stolbergiſchen Hoffe je geweſen, der mich deßelben Vertrags halber beſprochen und geklagt, hette böſen Vertragk gewilliget. Dann Sie mit Unſern gnedigen herren nichts, ſondern nur mit mir zuthun hatten und haben wolten, und wird in dem Vertrage Unſer gnedigen Herren von Stolbergk nicht mit einer ſyllaben gedacht, haben ſich auch nicht mit ihnen, ſondern mit mir als dem Verwalter vertragen. Und wie einmal Graff Günther mich zu tage kegen Northauſen beſcheidet, do er dann mit 20 pferden ankam, und ſeinen Rethen und Kutſchen, und graff Ernſt von Honſtein die Sachen in guttliche Verhör nam, und Ich graff Chriſtoffeln*) löblicher gedecht⸗ nuß, auf ſein, vor etlicher Zeitt gethanes gnediges erbieten zum beyſtand doſelbſt hingebetten hatte, wolte Er ihn dabei nicht haben, es were denn, daß Er mich bereden wolte helffen die untrag⸗ lichen conditiones anzunemen. Sagete, Er wehre deshalben nicht kommen, ſatzte ſich uf ſein pferd und reyt davon, und ob er wol bey mir ließ Acontium den Rentemeiſter, Erasmum Frö⸗ lich, und weiß nicht ob jemands mehr, ſo muſten Sie doch von der Handlunge bleiben, und ward mit mir alleine geredet und gehandelt. Do auch, wie derſelbe tagk one Frucht abgienge, Graf Günther im Zorn geſagt, Es ſolte ihn dennoch kein Dorf Schullmeiſter zwingen, und wan Er ſolte 20 tauſend Gulden dran wenden, und dergleichen Wort hat er auch zu Graff Heinrichen**) und graff Chriſtoffeln, beide löblicher gedechtnuß, etliche Zeitt zuvor geredt, wie ſie mich zu Hon⸗ ſtein ſelbſt berichten, und mich vor ſeinem Zorn und großer Ungnade warneten, und verſuchten ſich auch Graf Günther und graf Hans an mir, durch große Verheiſchunge, durch Apollon***) dem Cantzler, ob ſie mich möchten auß dem Kloſter bringen, denn Sie wol wuſten, das Sie Engel anderer halben wol behalten würden, und fürnemlich Unſerer gnedigen Herren halben, mit welchen Sie daßelbe mal gar in gueten terminis ſtunden, und Doctor Frantz****), der Schwartz⸗ burgiſcher Diener und Rhat war, und dauchte viell leute nerriſch und lecherlich ſein, daß ein Schulmeiſter zu Ilefeld ſich an ſo große Herren machen durfte, wie es denn auch faſt nerriſch und lecherlich dauchte zue Wittenberg Philippum ſelbſt), zu Dreſden die zween Naevios), treffliche leute, beide medicinae Doctores, des Churfürſten leib erzte und gefattern, Georgium Fabritium zue Meißen †††) und viel andere, treffliche leute mehr, die es ſchier für ein unmeglich Ding achteten und verwunderten ſich nicht wenig darüber, daß ich nicht deſto weniger ein ſolch Klagen und geſchrei wieder ſo große und daßelbe mahl an des Churfürſten Hofe hochgeachte Her⸗ ren anrichten durfte. 1

Und hat auch Graf Albrecht †† ††) löblicher gedechtnuß, bald nach der Vertracht Doctor Medern

*) Graf Chriſtoph v. Stolberg geb. 1524. geſt. 1581. Vgl. Zeitfuchs Stolberg. Kirchen⸗ u. Stadthiſtorie p. 86. **) Graf Heinrich der Aeltere von Stolberg geb. 1509. geſt. 1572. Zeitfuchs a. a. O. p. 69 ff. ***) Apollo Wiegand. Vgl. Leuckfeld Ant. JIf. p. 119. Kindervater Nordh. illustr. p. 333. ***) Franz Schüßler. Vgl. Leuckfeld Ant. JIIf. p. 115. ) Melanchthon. 71†) S. o. p. 3. †††) S. Am. 3. tirt) Graf Albrecht v. Stolberg geb. 1516 geſt. 1587. Vgl. Zeitfuchs a. a. O. p. 80 ff.