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6) Der zweite Sohn Neanders, den er im Jahre 1589 einen„tollen jungen Geſellen, der auf Reiſen in Oeſterreich und Ungern“ nennt.(Vom ſel. Abſterb. p. 32). In der Epistola dedicatoria vor Neanders Physice(Leipz. 1589) empfiehlt ihn ſein Vater dem Augsburgiſchen Apotheker Georg Sighardt und berichtet von ihm, daß er fleiſſig Medicin und Pharmacie in Il⸗ feld ſtudire und von Begier brenne fremde Länder zu beſuchen. Sonſt iſt nichts weiter von ihm bekannt, als daß er im Jahre 1592 Chriſtina Magen(s) die Tochter des Bürgermeiſters zu Greu⸗ ßen heirathete. Ueber das Leben der übrigen Kinder Neander's vergleiche man: Volborth Lobſchr. auf Neander. p. 91. Klippel deutſche Lebens⸗ u. Charakterbild. Bd. 1. p. 140 und vorzüglich E. G. Förſtemann, kleine Schrift. z. Geſchichte d. Stadt Nordhauſen p. 52.
7) Der bekannte Literator und Polyhiſtor, der 1541 in Folge einer Aufforderung der Her⸗ zöge Heinrich und Moritz von Sachſen die Univerſität Leipzig neu organiſirt hatte und ihr lange Zeit als Rector und Decan vorſtand. Er ſtarb 1574.
8) Die betreffende Stelle lautet: Cum Deo ita visum fuisset, ut contra voluntatem meam ad literas discendas a Parentibus Vitebergam mitterer, ac ego, repugnante tota mea natura omnibusque animi et corporis viribus reclamantibus illic consisterem et manerem, primum fere annum nihil discendo, et sumtus paternos non recte ponendo, totum otiando et aves capiendo consumerem, praesertim cum ego ibi etiam Magistrum sortitus essem improbum, cui commendatus fueram, cui illo nomine carus fui et acceptus, quod et ille fere esset in literas, quo ego, animo, et studiis, quibus ego, ipse etiam deditus esset, donec tandem exacto primo anno, miserescente et benedicente Domino et cor novum mihi dante praeter opinionem et exspectationem meam omnem, tanta discendi cupiditate incensus, su- bito flagrare inciperem, ut existimarem, omnia mihi discenda et perlustranda, nihilque librorum indiscussum mihi relinquendum, quin imo ea etiam excutienda mihi esse, quae indoctus aliquis olim et barbarus monachus docuisset et scripsisset. Neandri Ethice p. 254.
*²) Matthias Dresserus geb. zu Erfurt 24. Aug. 1536, ſtudirte in ſeiner Vaterſtadt und in Wittenberg, wurde 1560 zu Erfurt Prof. Graec. ling., 1574 zu Jena Prof. eloquent. an Lipſtus Stelle, kurz darauf Rector der Fürſtenſchule zu Meißen, 1581 Prof. Graec. et Lat. ling. zu Leipzig, wo er am 5. Oct. 1607 ſtarb.
1⁰) Bericht Michael Neanders wegen des Nloſters Jlefeldt.
Wie mein ſeliger Herr der Apt ſtarb, worden vier Wochen darnach die diener des Kloſters und die leute im Flecke von den Stolbergiſchen Rethen an mich gewießen und Ihnen befohlen, Solten mir volgen und gehorchen und mich für ihre Obrigkeit halten. Nach dreyen jaren, wie ich die Sache wieder die von Schwarzburgk, Engel halben*) erhalten und nun meine Beſtallunge**) mir gemacht, wurden abermal die Diener des Cloſters und die Leute im Flecke auf vorige weiße an mich gewieſen, wie ſte mich dan auch nun über die Dreißigk Ihar vor ihre Obrigkeit gehal⸗ ten, mir gehorchet, und gefolget, dem Cloſter ſeine Dienſte gethan, ſeind auch bei friede, ihrer alten gerechtigkeit biß hiehero geblieben, von mir vertheidiget und geſchützet worden.
Bin auch in Camera Imperiali***) vor allen dingen vor einen Abbatem und Verwalter confirmiret worden, da mich die Schwartzburgiſchen lenger denn ein Ihar nicht gnugſam erken⸗ neten, das ich Sie beklagen ſolte.
*) Der Kloſterhof zu Kirchengel. **) Von Seiten der Grafen von Stolberg im Jahre 1562. **⸗) Das Reichskammergericht in Speyer, bei dem er die Klage gegen die Grafen von Schwarzburg anhängig gemacht hatte.


