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von ihm getroffenen Anordnungen auch nach ſeinem Tode zu reſpectiren und ſich nicht an den Kloſtergütern zu vergreifen. Leider war ihm dieſe letzte Freude nicht vergönnt, vielmehr malte ihm noch in ſeiner Todesſtunde die aufgeregte Phantaſte das Bild der ſchon eindringenden Kloſter⸗ räuber vor. Unter allerlei Vorwänden und Ausflüchten hatten die Grafen von Stolberg jede bindende.Erklärung verſchoben,„biß Herr Thomas, der Abt, anno Domini 1559 in die Palmarum kranck in der Kirchen worden an einem feber, daran er dann auch drei Wochen gelegen, und entlichen im Herrn in meinem beiſein ſeliglich entſchlaffen und in die Kirchen begraben wardt, nach⸗ dem er ein arm, mühſelig Leben lange Zeit geführet hatte, dann er blutte alle tage, durfte keinen wein trincken, des greulichen Huſtens halben, tranck aus einer eigenen Kannen, auch wenn er geſte hatte, Herren, Graffen und Fürſten, durchs Jahr, winter und ſommer, gewermet bier. Die gröſte Luſt, ſo er hatte, war das Jagen, daß er ein reh oder ein Haſen fingk. Weil er aber die drey wochen ſo kranckete, muſte Ich ſtets bey ihm und umb ihm ſein, do alle ſeine Gedanken waren, daß der Haußhalt und das Kloſter nach ſeinem Abſterben bey einander bleiben mochten, berichtet mich täglich viel Dinge, ſo nöthig zu wiſſen, und batt mich etlichmahl mit weinenden Augen umb Gottes willen, Ich wolte ja nach ſeinem Abſterben von Kloſter nicht weichen, ſondern darinnen bleiben, darauf helffen dencken, ſo viel göttlich und mügligk, das was er im Leben vergebens zum öftermahlen geſucht und geſeufzet, ihn nicht hette mügen wiederfahren, durch mich doch mit meinem Fleiß mochte erhalten nnd zuwege gebracht werden, ſeinem ſtetten vertrauen nach zu mir, Zwei⸗ ffelsohne, Gott würde durch mich ſeinen Segen, Glück und heyl der Schulen, Kloſter und gantzen Haushalt dazugeben, wie er dan mit dem Herrn Pfarherren vor etlicher Zeit auch davon weitleif⸗ tigk geredet, ſolte nur nach ſeinem Abſterben ſeinen willen, ſein flehen, ſein bitten allen Herſchaf⸗ ten treulich vermelden, vor niemand verſchrecken und umb Hülffe und Rath anrufen wen ich kunte, und ſolte ja vom Kloſter nicht weichen. Denn ob er wohl im Leben oft bericht, das ich etlich⸗ mahl gute vocationes auf Academien zu vornehmen Stetten und Schulen gehabt, ſo hette ich doch ſein Hertz immerdar dahin getragen, Ich müſte von ihm nicht ziehen, würde ſeinen todt er⸗ leben und darnach der Schulen und Haushalt und dem Kloſter zu beſtendigen Stande bringen helffen, ſolte mich nicht davon abhalten und abſcheiden laßen, was es auch ſein würde; das würde Gott im Himmel mir und den meinen hier zeitlich und dort ewiglich verlohnen, und wünſchte mir dazu Gottes glück, Segen und alle wohlfahrdt, und ſprach weiter, wolte nur dis alles Gott und mir befohlen haben, und mußte ihm meine Hand darauf geben, ſagte, er wolte gerne ſterben, dann er zu leben alle müde, wardt auch den andern Tagk nach dieſer rede, bitte und befehl ſtille, lag noch drey tage, aß und tranck nichts, redete auch nichts weiter, ohne was er zu zeiten auf⸗ ſchrie: Sein ſie ſchon da?, welches etlichemahl geſchah und entſchlief alſo ſenftiglichen im Herrn, ſeines Alters 63(richtiger 64) in elimacterio septenario nono, welches der allerfehrlichſte eli- macter iſt und von anbegin viel feine leuthe aufgefreßen und hingerappet, anno vero Christi 1559. 10. die Aprilis“. So Neander in dem ſchon öfter angeführten handſchriftlichen Bericht von Kloſter und Schulen zu Ilfeld. Schon hieraus erhellt zur Genüge, wie ſehr Neander den würdigen Greis ſchätzte, aber auch ſonſt ſind ſeine Schriften voll vom Lobe deſſelben. Indem ich darauf verzichte, aus den gedruckten Werken Neanders(unter denen beſonders die Epist. nunc. catech. Graeco-Lat. parv. praemissa zu vergleichen iſt) die bezüglichen Stellen anzuführen, begnüge ich mich die Charakteriſtik mitzutheilen, die er in einem noch vorhandenen handſchriftli⸗ chen Aufſatze von ihm giebt.„Herr Thomas Stange“, ſo lauten ſeine Worte,„war ein from⸗ mer gottfurchtiger Mann, der auch ſoviel ſtudiert, daß er in der Jugendt, ehe er ins Kloſter gangen, Schule regiret, ein Mann von einem großen und zarten Gewiſſen, dergleichen ich nicht gehöret oder erfharen habe, ein guter Simpliciſt, ein Chirurgus, ſo da mit geringen Mediis oft große Schaden und Wunden heilen konnte, und endlichen ſo geſinnet, daß ihme von Hertzen wehe thete, daß man einen Brocken Brodts, einen Trunk Bier oder Weins anders denn recht brauchen 2*


