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Michael Neander's pädagogische Erfahrungen und Grundsätze, nach einer Handschrift der Ilfelder Klosterbibliothek / herausgegeben von Dr. R. Müller
Entstehung
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ſolte, wie er denn daſſelbe uicht anders denn zur Notturft brauchte, dieweil er kein Eſſer, kein Trinker war, auch daran Luſt oder Freude ſuchte, ſondern vielmehr, weil er lebete, dahin ſahe, daß von den Almuſen, ſo unter ſeine Hände gethan der armen Jugendt und ſonſten den Armen recht möchte gedienet werden. Und hiermit ſtimmt vollſtändig das Urtheil ſeines Zeitgenoſſen des Cyriacus Spangenberg(Ouernfurt. Chronica p. 493), das hier zum Schluß eine Stelle finden möge.Er war ein recht frommer, auffrichtiger, und warhaftiger in Chriſto heiliger Mann, richtig in der Lehre und gantz unſtrefflich am Leben, ein Liebhaber der Warheit, ein Freund aller Gelarten, ein Vater der Armen, trew, warhafftig ohne allen falſch, der jedermenniglichen mit rath und hülffe zu dienen willig, allen armen nothleidenden Exulen und Schülern, ſo bei ihm hülffe ſucheten, mil⸗ tiglichen etwas mittheilete.

2) An einer andern Stelle(Orb. Terr. expl. p. 100) erzählt N. dieſen Vorfall ſo: Cum aliquando Dresdae salutarem utrumque Naevium Joannem et Casparum, fratres, et utrum- que medicinae Doctores celeberrimos, medicos ducis Electoris Saxonici spectatos, digni- tate atque auctoritate in illa aula praestantes, ac omnino multis de causis magnos viros, et illi postquam exhibuissent omnia mihi humanitatis atque hospitalitatis officia, sciscita- rentur amanter et humaniter, quot ego annos hactenus in militia scholastica docendo ju- ventutem consumpsissem, ac ego indicarem sie satis magnum et longum numerum, respon- derunt: beatum te, suavissime Neander, cui tam diu contigit operari tam bonum atque Deo placens opus, quo tamen, quod nos quidem existimamus, nullum in terris exstat labo- riosius, molestius et in plerorumque oculis contemptius, sed in terra inquimus, non autem in coelo. Aderat tum eodem tempore commodum vir quidam egregius atque eruditus, qui studia juventutis in schola Portensi Ducis Electoris illustri aliquamdiu gu bernarat et e sparta illa pulverulenta laborum, periculorum atque molestiarum plena in hoc exquisita juventutis novissimi hujns nostri aevi malitia, ubi aliquando sunt, qui quasi incarnati qui- dam et vivi Diaboli nulla ratione se doceri, admoneri atque tractari patiuntur, sese expe- diverat et in functione Ecclesiastica tranquilliore constitutus fuerat, quasi correcturus quae Naevii illi duo carissimi viri sapienter dixerant, subjecit: tolerabilius tibi fuisset, doctis- sime ac mihi carissime Neander, vivum semel excoriari, quam annos tot in pulvere scho- lastico tot aerumnas atque miserias exhaurire atque exhaustas devorare: Ihr ſoltet euch lieber ein mal haben lebendig ſchinden laſſen, denn ſo viel lange Jahr fürnemlich mit der jetzigen Teufeliſchen böſen Jugend umbgangen haben.

³) Neand. I. c. p. 70. Georg Fabricius, der älteſte und berühmteſte von vier durch Ge⸗ lehrſamkeit ausgezeichneten Brüdern, war 1516 als der Sohn eines Goldſchmieds zu Chemnitz geboren, wurde, nachdem er zu Leipzig ſtudirt und verſchiedene Reiſen unternommen hatte, Rector zu Meißen 1546 und bekleidete dies Amt bis zu ſeinem 1571 erfolgten Tode mit dem größten Erfolge.

¹) Der Lieblingsſchüler Neanders, der an verſchiedenen Stellen mit der größten Anerken⸗ nung von ihm ſpricht. So ſagt er von ihm(Orb. Terr. expl. p. 91) Animae meae plus quam dimidrum fuit ille und rühmt ihn als ausgezeichneten Arzt und Botaniker.(Memini eum una aestate circa solam IIfeldam duorum mensium spatio septuaginta duo graminum genera distincta reperisse ac discreta certis intervallis in libro quodam monastico grandi volumine mihi ostendere.) Seinen Tod, der im Jahre 1583 in Folge eines Sturzes aus dem Wagen erfolgte, erzählt er folgendermaßen: Der treffliche Mann von großem Verſtaude und vielen hohen gaben, D. Joannes Thalius, der treffliche Medicus und Historicus, Medicus zu Nordthauſen ordinarius, ſo der ſchule Ilfelt etliche Ihar alumnus geweſen und daher mein und der ſchulen Ilfeldt beſonder treuer freund war und bleib, weil er lebte, brach er nicht auch einen ſchenckel von einer Kutſchen ſo gefehrlich und übel, das ihm beyde Rören durch die Stiffeln herauß