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noch müde werden, wie dan meine Lateiniſche prasceihon vor meiner Ethicen daſſelbe weit⸗ leufftig berichtet und erzehlet s).
Es iſt auch eine Cloſter Schule nicht weidt aus dem Lande gelegen, darinnen ein her⸗ licher treflicher gelehrter Man, ſo auch Vocationes in Academiis gehapt, ſo man wol kennete, wen er genennet würde, der gehet auf ein Abend bey liecht, beſiehet die Cellen, findet ihr Vier anders, den er ſie finden ſolte, ſchelt ſie und erinnert ſie ihres Ampts. Sie begegnen ihm mit künen verechtlichen worten, heiſſen ihn ſehr übell, laſſens bey dieſem nicht bleiben, holen ihre Wehren, jagen ihn einen guten weg mit bloſſen wehren, bis er ihnen in ein Gemach entkommet. Auff den Morgen tretten ſie aus und ſchweren ihm den Todt. Er ſchrieb an mich und bate meinen rhadt, wolte am ſelben ort nicht lenger bleiben, ſondern ſich an andere Orter verwenden. Antworte ihm, er ſolte es bey ſeinem Herren ſuchen, der lies dieſelbigen vier frevler wegjagen, excommuniciren, wie wohl derſelben frevler Eltern und freunde, ſo zum Hoff alsdan gehört, viel wider den Rectorem disputirten, auch Doctores und groſſer fürſten Vicecancellarii, derer Söhne drunder, wieder den Rectorem viel aufbrachten und ihm hart zu⸗ ſatzten und clagten, poena were major delicto, und wardt dieſer frevel den andern nicht zuge⸗ ſachet, und war niemandt, der der Schule drumb zu wolte, dan weil Schulen und Academien ſein, werden auch unrhuige khüne ungehaltene Discipel wohl ſein und bleiben.
In den Fürſten Schulen Pforta, Grymma, Meyſſen, da hundert zwantzig Knaben, ſeindt auch offt groſſe motus, wil allein von der Schul zu Meyſſen ſagen, und was ſich daſelpſt nicht under dem Herrn Fabritio, dem in gantz Europa weitberühmten man, oder andern Rectoribus, ſondern nur under dem Herrn Magistro Dressero ⁹), nun Doctore Medicinae und Professore Graecae linguae und Historiarum zu Leyptzigk, meinem inſonderheit günſtigen alten herrn freundt und bekandten, nicht vor vielen Jaren zugetragen.
Erſtlichen leufft ein Discipulus auf ein abendt aus dem Cloſter zu Meyſſen dem Ver⸗ walter vor ſein Haus, wirfft ihm die Fenſter aus, wirdt vom Verwalter ergriffen mit hülffe der ſeinen und beygeſtecket. Wie dis vor die andern Knaben kompt, ſein ſie auf alle zugleich, wirdt ein groſſer motus, und hetten ihm ſein Haus geſtürmet, wen er auf befhel der praecep- torum, welcher Sex zuſammen, und vornemlich des Rectoris Magistri Dresseri, ihn nicht in puncto wieder heraus gelanget. Auf den Morgen wie der Verwalter nach Dreſen kompt und ſolchs zu hoff klaget, wird ihm geantwortet, er hette unrecht und zuviel gethan, und wen das Delictum noch gröſſer geweſen, ſo were ihm drumb nicht befholen, den Verecher zu ſtraffen, ſondern ſolte es dem Rectori klagen, dem weren die Knaben befholen, der ſolte einen jeden ſtraffen, und nicht dem Rectori ſeine autoritatem bey denen Discipulis nemen, ſolte hinziehen und es nicht mehr thun. War alſo der mutwillige Knabe vom Kectore Carcere etliche tage geſtrafft worden, und war alſo dieſer motus geſtillet.
Nach dieſem hatte der Verwalter auf die Kirmeſſ den andern tag vor die Knaben keine Kuchen geben, derhalben waren ſie aber zuſammen gelauffen, dem Schöſſer oder Verwalter ſein Haus zu ſtürmen, und wie er daß innen geworden, beſtellte er den Thorwerter auff die wache, den ſchlagen ſie, daß man Ihn für todt davon tregt, auch jedermann gemeinet, er würde


