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ſaget derohalben zu mir zu Dreſen Doctor Caspar Naevius, des Churfürſten Rhat, medicus und gevatter, nicht ohne Urſach: Lieber Herr Neander, Ihr ſollet euch lieber einmal haben lebendig ſchinden laſſen, were euch nicht ſo ſchwer ankommen, als das ihr ſo lang bey der Schulen geblieben. Aber tröſtet euch des, daß Euer Arbeit Gott angeneme und der Jugendt dienſtlichen und nutze iſt ²).
Es mus zu Zeitten ſo ein reudig Schaff unter einer Herde ſein, auch etliche, ſo ſich wieder ihren praeceptorem freventlich mit worten nnd wercken legen, wie doch in 40. Jaren ich keinen gedencke, der ſich freventlich, wie wol anders wo geſchiehet und geſchehen iſt, mit worten und wercken wieder mich gelehnet, So hab ich ihr doch wohl zu Zeiten ein par ein vierzehen tage in die Eyſen geſchlagen, auch darnach die übertrettung geweſen gar aus der Schuele zur ſtraff und Exempel gewieſen; Iſt aber gleichwol dieſe ſtraff ſo geſchaffen geweſen, daß ſie einen freyen Zutritt zu mir und der Schuel haben behalten, nachdem ſie ihre mishandlung erkennet, habe ſie auch darnach gefodert und geehret, zu dienſten und stipendiis geholffen, wie dann ein treuer praeceptor dahin ſehen und dencken, das er ſeine Discipulos ehret, nicht de- formiret, ſondern ihnen dienet und ſie fodert, einen jeden nach gelegenheit.
In Fürſten Schuelen hats mit der Jugendt auch viel zu thun. Vor etlichen Jahren haben zur Pforta auf ein abendt 24 Knaben auf Magistrum Lindeman, ein ſehr gelerten Man, gewartet, und wenn er ihnen nicht entlauffen und in ein gemach entkommen, hette er ſterben müſſen, dieweil ſie ihm feind, das er ſie ſo hart gehalten hette.
Nicht vor vielen Jahren erſtach in einer Cloſterſchule, ſo über 10 meilen von hier nicht gelegen, ein Discipel ſeinen eigenen praeceptorem, derſelben Schul Rectorem, an des ſtat ich auch ein suecessorem geſchickt hab, weis auch nicht anders, ſey noch Rector daſelbſt.
Vorm Jare war bey mir ein gelarter man auß Düringen, ſo zehen jar in Welſchlandt ſtudieret und ein alumnus der fürſten Schule zur Pforten etlich jar geweſen, der ſagte mir mirabundria, wie er neben etlichen ſeinen Condiscipulis daſelpſt hausgehalten, under andern auch dieſe Hiſtorien. Er were neben etlich zwantzig Knaben des nachts über die Mauren ge⸗ fallen und hette mit ſeinen Geſellen in dem nechſten Dorffe viel viel Brechen, da man den Flax mit ausbrecht, zerhauen, ſo die Weiber ſo zur Bethe oder Dienſt gebrecht, deß nachts beyſammen hetten ſtehen laſſen, daß ſie auff den Morgen wieder am ſelben ort brechen köndten. Auf den Morgen waren die bauren ins Kloſter gelaufen kommen, über die Knaben und ihrem Mutwillen greulich geclaget, aber die praeceptores hatten ſie übel abgewieſen, deshalben das ſie in ihrem beyſein alle auf den Abend zu bette gangen, und hetten keine Exte oder beyle bei ſich gehabt, auch nicht haben dürffen, und hetten ihre discipulos zum höchſten entſchuldiget. Underdes aber, fagte er, hatten wir nichts deſto weniger unſer löbliche that mit unſern Exten und Beylen vorrichtet und den Bäurinnen alſo einen müſſigen tag gemachet. Und in ſolchen bübereyen, ſagte er, war ich vor allen andern geübet und erfharen.
Lenger den für 30 Jaren zoge ich einmal in die Schleſien noch bey leben meines ſeligen Herrn Thomaſſen Stangen, Apts zu Ilfeldt und bleib ein nacht zu Meiſſen bey dem vor⸗ trefflichen Man Georgio Fabritio, der Schulen zu Meiſſen Rectori³), meinem gar groſſen
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