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cum viris religiosis sequentes, et spectatores supplicii capitalis ac totius illius tristis actus sese praebuerunt.*)
Den Brieff hat der von Hohnſtein**) löblicher gedechtnus fodern laſſen, und da er meine betrübnus daraus geſpüret, hat er geſagt: Was kan der gute Mann der Magiſter darzu, er ſolte ſeiner lehr gefolget haben, ſo hette er ſolche böſe that nicht für die Handt genommen, wer auch weiter zu ſolchem Hohn nicht kommen.
Ich hatte auch einen Discipulum ein mahl, ein fein ingenium, eines vornemen Mans einigen Sohn, der da über die zwanzig tanſendt gulden wehrt vermochte, wonet bey mir zu Ilfeld in einer Stuben, ſchlieff mit mir in einer Kammer, war ein guder und wunder ſim⸗ pliciſt und Anatomicus, darzu er von Natur beſondere inclinationes, anatomirte offt hunde und Katzen in beyſein derer, ſo da auch luſt ad studium medicum. Derſelbige findt einmal auf der Straſſen under einer brucken ein librum Nigromanticum, lieſet daſſelbe, kompt ſo weit, das er daraus colloquia cum Sathana bekompt, der ihn auff dem Mantel des nachts weit von Ilefeld wegfhüret, alles ohne mein Sinnenbewuſt und gedanken, und wie er nun den Sathana ein weil probirt und eben pacta mit ihm machen ſolte, komme ich durch Gottes gne⸗ dige Schickung wunderbar darhinder, auff ein Abendt bey Licht, bin alle meine Tage in größer angſt und noht nicht geweſen, dan ich meinete, das gantze Cloſter und fürnemlich meine Stube und Musaeum müſten all zu bodem gehen, hatte keinen Menſchen in der welt, mit dem ich darvon reden, klagen oder zu rhat nemen kondte, ging entlichen zu meinem ſeligen Herren, Herrn Thomaſſen, ¹) bericht ihm den gantzen Handel, der erſchrack ſo greulich, das er mir nichts antworten kundte, und hatte Arbeit über Arbeit, daß ich ihn von dem Sathana reyſſen kundte, bis entlichen durch mein embſig gebeht mir got zu hülffe kam, habe es mein lebenlang keinem menſchen geklaget oder offenbaret.
Wie aber der adolescens nun von ihm, dem Sathana, liberirt, ſagte er mir etlichmal, wenn ich nur drey tag langſamer hinder ſie kommen wär, ſo wollte er auf dem Manttel nach Iheruſalem übers mehr und von dannen in Indien in Calicut gefaren ſein und dahero aller⸗ ley wunder simplicia mit ſich gebracht haben. Dieſelbe Reyſe beklaget er offt, auch post con- versionem, und war zu Zeitten, auch ſchertzweyſe, gar zornig auf mich, daß ich ihn an der⸗ ſelben Reyſe gehindert, darzu er ohne pactiones cum Sathana umbſunſt hette kommen können, erzhelet mir auch weitleufftig, was daß Mantelfharen für ein thuen, und wie man ſich darzu bereiten müſte. Studirte, wie er von Ilfeld wegzoge Medicinam zu Leipzig, auch zu Ihena, hatte groſſe ſorge mit ihm und adhortirte ihn ad pietatem, gratiarum actionem pro liberatione a laqueis Sathanae, Were auch ein trefflich man geworden, aber er ſtarb etwa vier oder fünff Jahr darnach phthisi.
— Es iſt nicht zu glauben, was für arme, elende Merterer ſein Schuelmeiſter, ſo ihr leben in Schuelen zubringen, wie ſie der Teuffel auff mancherley weyſe zuplagt und zuhenckert und
*) Neandr. Orb. Terr. Part. succ. explic. p. 99. Lips. 1589. **) Vermuthlich Graf Ernſt VI. von Hohnſtein.


