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Jahresbericht des Directors.
I. Vorwort an die geehrten Eltern und Vormünder unserer Zöglinge.
1 Es ist im verflossenen Schuljahre von uns die Einrichtung getroffen, dass ausser den halbjährlichen Censuren, welche der Director im Namen der ganzen Anstalt Michaelis und Ostern den Schülern einhän- digt, auch vierteljährliche, von den Tutoren unterzeichnete Zeugnisse jedes Mal vor Anfang der Weih- nachts- und Sommerferien ausgetheilt werden.
2. Da die Aufnahme in Privathäuser nur gestattet wird, wenn die volle Zahl von 60 Alumnen, für welche das Institut zunächst gegründet ward, vorhanden ist; so können Anträge, von denen der Director keine officielle Kunde hat, leicht Veranlassung zu Missverständnissen geben. Dem gemäss bitte ich die g. E. u. V. in den ihnen befreundeten Familien, wo man etwa beabsichtigt uns Zöglinge anzuvertrauen, meinen Wunsch bekannt machen zu wollen, dass jede Anmeldung unmittelbar an mich selbst gerichtet werde, da ich allein über die Aufnahme ins Alumnat oder in eine Privatpension zu entscheiden vermag. Die Aufnahme in eine Privatpension kann ohne besondere Genehmigung des Curatoriums nicht zugesagt werden, sobald das Alumnat noch vacante Stellen hat.
3. Um jeder möglichen Irrung vorzubeugen, bitte ich, als Cassencurator, alle mit der Post einzusen- denden Gelder, sie mögen für die allgemeine Sehulkasse oder für die Privatkasse der Alumnen bestimmt sein, unter der Addresse:„An die Kasse des Königlichen Pädagogiums“ abschicken zu wollen. Diese stellt durch ihren Rendanten unmittelbar nach dem Empfange Quittung aus, welche allein von Seiten der Anstalt als gültig anerkannt wird. Ich bemerke zugleich, dass die Verwaltung der Schülerkasse als ein integrirender Theil des Rendantenamtes unter die Controle des Curatoriums gestellt ist.— Es ist wünschenswerth, dass die vierteljährlich den Eltern oder Vormündern vorgelegten Belege dieser Schülerkasse den Tutoren wieder zugestellt werden, damit diese für das laufende Jahr eine Uebersicht der bereits eingegangenen und bezahl- ten Rechnungen behalten. Am Schlusse des Jahres werden alsdann die Belege den Alumnen eingehändigt.
4. Es sind bisweilen Klagen der g. E. u. V. üher zu grosse Ausgaben ihrer Söhne oder Mündel zu mei- ner Kunde gekommen. Daher möge hier die allgemeine Bemerkung ihren Platz finden, dass, da ausser der gewiss nicht zu hohen Pensionssumme alle sonstigen Ausgaben von dem Willen der Väter oder Vor- münder abhangen, diese mit mir oder den Tutoren bestimmte Verabredungen zu treffen haben. Die ausser- ordentlichen Ausgaben der Alumnen haben sich mir bei Revisionen der Schülerkasse sehr ungleich, bei einigen sehr gering, bei andern verhältnissmässig sehr bedeutend dargestellt. Namentlich gilt Obiges von den Reisegeldern, welche den Alumnen in die Ferien mitzugeben sind. Der Tutor vermag in manchen Fäl- len den Reisebedarf nicht gehörig abzuschätzen und gewährt leicht zuviel, um jeder etwanigen Verlegen- heit des Alumnen unterwegs vorzubeugen. Da trifft es sich wohl, dass Ueberfluss und Uebermuth in der ersten Ferienlust zu Unordnungen, wo nicht gar zu Excessen verleitet, die dem Rufe der Anstalt schaden und von uns, sobald sie zu unserer Kunde gelangen, streng geahndet werden.— Unsre schon früher ge- äusserte Bitte den Zöglingen ohne unser Wissen kein Geld zu Nebenausgaben in die Hände zu geben, möge abermals hier ausgesprochen werden.
5. Die Nebenausgaben der Alumnen werden ganz besonders durch Privatstunden gesteigert. Wir kön- nen diese, da der Classenunterricht völlig ausreicht, nur in einzelnen Nothfällen billigen. Bei der regel- mässigen Hausordnung hat jede Stunde des Tages ihre Bestimmung; es ist daher theils störend theils auch für das körperliche und geistige Gedeihen der Eleven wahrhaft nachtheilig, wenn sie mit ausserordentli- chen Lectionen überhäuft werden.
6. Ich habe Veranlassung auf meine schon im vorjährigen Programm enthaltene Bemerkung über die zur Reception in unsere Quinta erforderlichen Vorkenntnisse zu verweisen. Gründlicher Elementarunterricht wird häufig von uns vermisst, zumal bei solchen Eleven, die unmittelbar aus dem Elternhause uns zuge- führt werden, ohne eine öffentliche Elementarschule besucht zu haben. Wie schwer es hält, das in den Elementarkenntnissen und Fertigkeiten Versäumte in den untern Klassen der Gymnasien, welche denselber


