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Andeutungen über das Verhältnis des Religionsunterrichtes zur Kirche und Schule, und über die Behandlung desselben auf Gymnasien / Bresina
Entstehung
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in einfacher Reihenfolge aufgestellt sind, so muss freilich das christliche Bewusstsein des Lehrers sie in die rechte Verbindung bringen, aber damit die Zöglinge merken, dass auch er im Dienste des Glaubens stehe, so hat er das Glaubensbekenntniss der Kirche zum Leit- faden zu wählen und sich an die anerkannt beste Erklärung desselben durch Luther anzu- schliessen. Indem er diese dann wiederum aus der h. Schrift erklärt, hat er aller Will- kür den Weg abgeschnitten und zugleich Vertrauen zum Worte der Kirche erweckt. Mit dem Glaubensbekenntnisse sind die vier Hauptstücke ihrer Ausführlichkeit wegen in Ver- bindung und alle fünf in Zusammenhang zu bringen. Unpassend scheint es, wie Kniewel gethan hat, mit der Erklärung des Decaloges zu beginnen, da das erste Gebot den Inhalt des ersten Artikels vorweg nimmt. Natürlich ist es, mit Lisco am Schlusse des ersten Ar- tikels durch die Gesetzeslehre auf die Erlösung vorzubereiten. Die drei letzten Haupt- stücke lassen sich leicht einreihen in den dritten Artikel. Der Lehrer hat, um das Gemüth zu erwärmen und für den Erlöser vollständig zu gewinnen, bald acroamatisch, bald erote- matisch zu verfahren, jenes z. B. bei den Eigenschaften Gottes, dieses überall da, wo das Gewissen zu schärfen und zu reinigen ist, wie bei der Beleuchtung der Nothlüge. Bei Erklä- rung der innerlichsten religiösen Thatsachen des Geistes z. B. bei der Erklärung der Versöh- nung durch den Tod Christi, des Gebetes, des h. Abendmahles trage er nur vor, entwickele nicht, aber öffne mit aller Begeisterung den Zöglingen die Herzen.

Nach Vollendung dieser Stufe beginnt für den Zögling des Gymnasiums der höhere Re- ligionsunterricht. Von jetzt an kommt es auf Befestigung des Glaubens, auf Ausgleichung desselben mit dem erwachenden wissenschaftlichen Sinne und Streben an. Daurch die andern Unterrichtsmittel wird der Zögling zum logischen, systematischen Denken herangebildet und die- ses ihm zum Bedürfnisse gemacht. Auch den christlichen Glauben und die mit ihm gegebenen Vorstellungen und Kenntnisse zieht er in dies Streben hinein. Darum muss auch an diesem Ge- genstande sein Bedürfniss befriedigt werden. Und der christliche Glaube entzieht sich dem nicht: er kann, wenn er nur da ist, dem Denken zugänglich gemacht werden, weil er die absolute Wahrheit enthält, sonst gäbe es ja keine christliche Theologie, keine Religionsphi- losophie. Die neuesten Werke der Erziehungswissenschaft haben für den Religionsunterricht in den obern Gymnasialklassen wenig geleistet. Der selige Schwarz hat in seinem dritten Bande seiner Erziehungslehre, welcher vom Unterrichte handelt*), den Religionsunterricht äusserst dürftig behandelt. Dr. Schröder bemerkt mit Recht**), dass ihm kaum sechs Sei- ten geschenkt sind. Von Herbart***) kann man dergleichen wenig erwarten. Auch Beneke

*) Zweite Auflage. Leipzig 1829. Vergl. sein Lehrbuch u. s. w. 3te Ausgabe. Heidelberg 1835. **) Lit. Anzeiger von Tholuck. 1838. No. 2.

***) Umriss pädagogischer Vorlesungen. Göttingen, 1835.