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dung mit Gott ist in Allem ausdrücklich zu zeigen. So gewinnen sie ein sicheres Bild vom Erlöser und fühlen, dass seine Lebensidee nichts anders als die Bereitung des Heils aus Liebe zur Menschheit ist*). Die einzelnen Nebenbeziehungen, die sich an die Auffassung des Lebens Jesu von dieser Seite anknüpfen, müssen bei Gelegenheit aus den Evangelien genommen werden. Das Evangelium Johannis kann auf dieser Stufe um seines didactischen Cha- racters willen noch nicht gelesen werden. Es dient nur zur Ergänzung: einzelne Erzäh- lungen, besonders die Leidensgeschichte, müssen ausgewählt werden, um den Eindruck zu vertiefen, den das Leben Christi auf das Herz machen soll. Nur für diesen Zweck sind auch die übrigen Bücher des N. Testamentes zu gebrauchen. Die Apostelgeschichte muss zum Zeugnisse dienen, dass Christi Sache Gottes Sache, also göttliche, weltüberwindende Kraft ist: Alles, was die Apostel thun, muss auf den Erlöser zurückgeführt werden, auch da, wo die Schrift diese Beziehung nicht an die Hand giebt. Das Lesen der apostolischen Schriften gehört nicht hieher, weil sie zu schwer sind und der Anschauung enthoben. Doch kann der Lehrer von ihnen und ihrem Inhalte erzählen und bei besondern Gelegenheiten, z. B. vor den Festtagen, die bezüglichen dogmatischen Stellen lesen lassen, damit der Zög. ling mit den Ausdrücken des N. Testamentes bekannt werde. Am Schlusse des Cursus ist es zweckmässig, um dem Glauben, welchen die Kinder gewonnen haben, auch eine Bezie- hung auf die Kirche und die Gegenwart zu geben, dass in kurzen Zügen gezeigt wird, wie das Christenthum sich verbreitet und der Glaube an Christum den Gekreuzigten überall Gemeinden, wie in der apostolischen Zeit, geschaffen hat.
Mit so ausgerüstetem Glauben gehen die Zöglinge in die zweite Ahtheilung des Unter- richtes über, welche über die Person Christi belehrt oder den Glauben erklärt. Der Zweck ist, den Glauben noch innerlicher und tiefer, so tief für's ganze Leben zu machen, dass er sich nie wieder aus dem Gemüthe verliert. Hier kommt es auf Erregung des Gefühles durch die Kraft des Lehrers an, während in der untersten Klasse das Bibelwort in seiner Unmit- telbarkeit waltete. PErreichen lässt sich dieser Zweck, wenn der Lehrer sich bei allen Er- klärungen an das Gewissen der Kinder wendet. Die Bedeutung des Lebens Christi, zu dem Ende das Verhältniss Gottes zur Menschheit, ihr Gegensatz, ihre Versöhnung durch den Erlöser wird gezeigt und der Zögling aufgefordert, gestachelt, Christum zum Lebenswege zu erwählen. Der Lehrer muss beim Erklären resigniren auf seine eigene Weisheit, mag sie auch noch so christlich sein: aus Christi eigenen Worten und aus denen seiner Apostel hat er alle Erklärungen zu entnehmen, um Ihn allein lehren zu lassen, aber mit aller Wärme sie in das Herz zu tragen. Die einzelnen dogmatischen Stellen erklären sich selbst. Da im N. Testamente die Aussagen über Christum, Gott und den Menschen nicht nacheinander
*) Vergleiche hierüber: Frommann's Johanneischen Lehrbegriff. Leipz. 1839. pag. 481 u. f.


