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Andeutungen über das Verhältnis des Religionsunterrichtes zur Kirche und Schule, und über die Behandlung desselben auf Gymnasien / Bresina
Entstehung
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nogen werden, also fällt der Religionsunterricht als Mittel dazu fort. Der sittliche Geist, der dazu gehört, um sich einem Berufe mit der Hingabe des ganzen Wesens zu widmen, soll schon erzeugt und die lebendige Beziehung der Bestimmung des Standes auf die allge- meine menschliche Bestimmung vorhanden sein. Stockungen des religiösen Lebens sollen durch die Gemeinschaft mit dem Gemeindeleben, mit der Kirche überwunden werden. Aus- serdem aber ist auf den Berufsschulen, wie oben schon angedeutet ist, von einem Unter- richte nicht mehr die Rede, da es sich nur um das Object, also um die Wissenschaft handelt.

3. Behandlung des Religionsunterrichtes auf Gymnasien.

Aus dem Bisherigen hat sich ergeben, dass es der Religionsunterricht auf Gymnasien zuerst auf Mittheilung des christlichen Glaubens, sodann auf Befestigung d. h. auf Ausglei- chung desselben mit dem erwachenden wissenschaftlichen Sinne abzielt. Der allgemeine Gegenstand oder Stoff des Religionsunterrichtes ist mithin durch alle Klassen der christli- che Glaube. Die Behandlung dieses Stoffes hat es mit seiner zweckmässigen Anordnung zu thun und ist eine Sache des Lehr- und Unterrichtsplanes. In diesem Sinne ist auch hier von Behandlung die Rede. Doch sollen Andeutungen, wie der geordnete Stoff seinen Zweck an dem Individuum erreichen kann, nicht ausgeschlossen sein.

Es handelt sich zunächst um Mittheilung des christlichen Glaubens. Soll der letztere mitgetheilt werden, so muss er zunächst bekannt gemacht werden. Der christliche Glaube ist aber der Glaube an die Erlösung des himmlischen Vaters in Jesu Christo, also Glaube an eine historische Thatsache, die zu dem Individuum und der Menschheit in dem innerslichsten,- nämlich in religiösem und sittlichem Verhältnisse steht. Der christliche Glaube hat mithin zwei Momente in sich, ein historisches oder reales und ein ideales, die Thatsache hat eine Bedeutung für das Subject. Jedes dieser Momente muss dem Zöglinge aufgeschlossen wer- den. Dies geschieht durch Bekanntmachung mit dem Verlaufe der Thatsache, also mit ih- rer Geschichte, und durch Entwickelung des Lehrgehaltes, der in der Geschichte liegt. Der Unterricht in der Religion für die untern Klassen des Gymnasiums zerfällt daher in zwei Stufen oder Klassen, welche auch die Elementar- und Realschule haben muss, in eine Klasse für die Erlösungsgeschichte und in eine Klasse für die Erlösungslehre. Der Zweck der ersten Klasse ist, Glauben an die Person des Erlösers zu erzeugen und zwar als den von Gott Gesandten und den durch seine religiöse und sittliche Dignität von Allen Un- terschiedenen. Erst dadurch, dass das Kind fühlt und merkt, der Erlöser sei im Namen des Vaters gekommen, er stehe höher, als die Frömmsten des Menschengeschlechtes, sei in