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Genast's Munde vielleicht höchst erbaulich. S. die gezeichnete Seite p. 77. Es ist übrigens ein so reicher Schatz, der die höchste Stimmung mit sich führt.“
Schiller hatte zu dem„würdigen“ Abraham gute Hoffnung, doch fehlte es ihm im Augenblick an der nöthigen Musse, um sich sofort an die Arbeit machen zu können; denn eben war er daran, die letzte Hand an die Umarbeitung zu legen und suchte aus dem Grunde auch den Freund zu„praeveniren“, dass noch einige Veränderungen im Werke wären, die er ihm nebst der Predigt Montag Abends(8. Okt.) einsenden wollte. Eine jener Veränderungen, für welche er auf Goethes Zustimmung mit Bestimmtheit rechnen zu können glaubte, hätte darin bestehen sollen, den Constabler mit einem Invaliden zu vertauschen und diesen mit einem Zeitungsblatt auftreten zu lassen, auf welche Weise man„unmittelbar aus der Zeitung Regensburgs Einnahme und die neuesten, passendsten Ereignisse“ erfahren würde. ¹⁵) Deshalb ersuchte er Goethe um sein Exemplar des Vorspiels oder doch mindestens um die ersten acht bis zehn Blätter; denn am Ende und in der Mitte hatte er nicht die Absicht, etwas zu verändern. Allein da Goethe in seiner Antwort(dem ersten Briefe vom 6. October) die Aufnahme der angekündigten Veränderungen ziemlich unverblümt in Frage stellte ¹*) und zum Schlusse versicherte, dass nur die Hoffnung, es werde bald Abend und Alles vorbei sein, ihn noch erhalten könne, so bestand Schiller auf derselben nicht mehr und begnügte sich, blos zwei jener Veränderungen nochmals auf das Wärmste anzuempfehlen. ¹³) Zugleich sprach er den Wunsch aus, Goethe möchte ihn durch das Botenmädchen wissen lassen, welcher Termin für die Vor-
¹6) Daraus wurde bekanntlich nichts, wie aus so mancher andern Hoffnung, die er bezüglich dieses Stücks gehegt hatte. 3 4 . 11) Gths. Brf. vom 6. Okt.:„Hier kommt ein Theil des Vorspiels; arbeiten Sie ja daran fort, ob ich Ihnen gleich nicht versprechen kann, schon das nächste Mal die Veränderungen aufzunehmen. Alles ist jetzt schon so auf Reim und Silbenfall einge- richtet, so auf die Stichwörter eingehetzt, dass ich nichts zu äudern wage, weil unmit- telbare Stockungen zu besorgen sind.“ Im nächsten Briefe aber lehnt ers rundweg ab: „Wir müssen auf die geringste Veränderung Verzicht leisten.“—
¹s) Brf. an Gth. vom 6. Okt.:„Es thut mir freilich leid, wenn die kleinen Ver- änderungen im Vorspiel nicht gleich der ersten Vorsteilung zu Gute kommen können. Das Motiv mit der Zeitung wäre passend za einer vollkommenen Exposition des Mo- ments und der Kriegsgeschichte. Lassen Sie wenigstens bei Nr. 5 den Constabler mit einem Zeitungsblatt auftreten und anstatt des Verses„aber ein Eilbot ist angekommen, setzen„aber das Prager Blatt ist angekommen.“ Und ferner:„Sie haben mich neulich wegen der Perücken zweifelhaft gemacht. Wenn wir statt jener Stelle lieber setzen:
Wacht.„Und das Gemunkel und Gespioniere, Und das Heimlichthunn und die Couriere Trompet.: Ja, ja! das hat sicher was zu sagen. Wachtm. Und der spanische,'eife Kragen, den man etc.


