47
Am 20. September wurde für Ihre kais. und königl. Maiestät Weiland Kaiserin Elisabeth ein feierliches Requiem abgehalten, desgleichen auch am 18. November, dem Vortag des Namensfestes der verstorbenen Kaiserin.
Am 23. September wurde für den in den Ferien verstorbenen OQuartaner Klemens Mestek eine hl. Seelenmesse abgehalten.
Am 24. September starb ein sehr braver und fleißiger Schüler der Anstalt Rudolf Dolezel(II.) an Magenblutungen. An seinem Begräbnis beteiligten sich alle Schüler der Anstalt, ebenso wohnten der hl. Seelenmesse für ihn alle katholischen Schüler bei.
Am 2. Oktober 1911 erfolgte der Abschied des Direktors P. Oswald Mannl von der Anstalt; eine Abordnung, bestehend aus 3 Schülern der ober- sten Klassen, begab sich in die Direktionskanzlei und daselbst hielt Hecht Felix (VIII.) eine kleine Abschiedsrede an den scheidenden Direktor. Die anderen Schüler stellten sich unterdessen auf dem Gange des ersten Stockes in Spalier auf. Der ganze Lehrkörper gab seinem ehemaligen Vorstande das Geleite zur Haltestelle Pilsen— Reichsvorstadt. Dort hatten sich zum Ab- schiede auch viele Honoratioren der Stadt eingefunden, So Herr k. k. Statt- haltereirat Hatlak, k. k. Bezirkshauptmann Richter, k. k. Realschuldirektor Dr. Juritsch, k. k. Schulrat Maier und andere.
Mit Erlaß des k. k. Landesschulrates vom 7. Oktober 1911 Z. 1— B 3038 wurde der Unterzeichnete als Direktor bestätigt und legte am 17. Oktober den Amtseid in die Hände des k. k. Vizepräsidenten des Landesschulrates, Herrn Dr. Karl Tobisch, in Prag ab.
Am 7. November 1911 wurde der Supplent der Anstalt Johann Gerstner an der k. k. deutschen Universität in Prag zum Doktor der Philosophie promoviert.
Mit Schluß des ersten Semesters des Schuljahres beschloß noch ein weiteres Mitglied des Lehrkörpers seine Lehrtätigkeit an der Anstalt. Der bisherige Katechet, Prof. P. Otto Hanika, der im Jahre 1898 mit Beginn des II. Semesters an die Anstalt gekommen war, wurde vom hochwürdigsten Herrn Prälaten Gilbert Helmer zum Inspektor der dem Stifte Tepl gehörigen Kuranstalten Marienbads ernannt. In den 14 Jahren seines Wirkens als Re-— ligionsprofessor war er im Dienst der Kirche und Schule unermüdlich und sehr erfolgreich tätig und erwies sich jederzeit als warmen Freund der studieren- den Jugend. Welcher Wertschätzung er sich seitens der Studenten erfreute, das zeigte wohl am besten die Tatsache, daß sich zu seinem Abschied, Sonn- tag, den 25. Februar, eine sehr große Zahl von Schülern am Bahnhofe einfand.
Der k. k. Landesschulrat sprach dem neuen Herrn Brunneninspektor von Marienbad mit Erl. vom 4. März 1912, Z. 1— B 317/0 seinen Dank und die be- sondere belobende Anerkennung aus. Desgleichen Se. Eminenz, der hoch- würdigste Herr Kardinal Fürsterzbischof von Prag.(Zuschr. des fürsterzb. Konsistoriums vom 21. Februar 1912, Z. 2332.)
An die Stelle des P. Hanika trat P. Alois Mayer, bisher Katechet an der Bürgerschule in Staab.
Der alte Spruch„Media vita in morte sumus“ bewahrheitete sich am 11. April, indem der unerbittliche Tod einen sehr geweckten und lebenslustigen Jüngling, den 15jährigen Schüler der IV a-Klasse Benedikt Mühlen nach kaum 22stündigem Krankenlager dahinraffte. Mit ihm sank die einzige Hoffnung


