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Die Wallenstein-Frage. Vortrag
Entstehung
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er zu prüfen und die Leistung zu klassifizieren.(Min.-Erl. vom 13. April 1912, 7. 51.125.)

11. Mit dem Frlasse des k. k. Ministers für Kultus und Unterricht vom 5. April 1912, Z. 14.822, wird die Dauer des Schuljahres und der Ferien an den Mittelschulen definitiv geregelt.

XI. Chronik.

Das Schuliahr 1911/12 hub ungemütlich an; denn gleich zu Beginn brachte es der Anstalt einen sehr empfindlichen Verlust, indem der bisherige Direktor P. Oswald Mannl nach mnehr als 40 lähriger erfolggekrönter Tätigkeit ganz unerwartet in den Ruhestand trat. Die Hochachtung und Wertschätzung der ganzen Gesellschaft, die Anerkennung, Liebe und Freundschaft der an der Anstalt wirkenden Lehrkräfte und aller derjenigen, denen es gegönnt war, mit ihm in näheren Verkehr zu treten, die Dankbarkeit und Verehrung seiner Schüler, denen er nicht nur ein gütiger Lehrer, sondern auch ein um ihr Wohl besorgter väterlicher Berater und Freund war, sie alle fanden beredten Ausdruck in den Ehrungen, die diesem hochverdienten, in gleicher Weise als Pädagogen, wie als lauteren Charakter geschätzten Priester bei seinem Abschiede von Pilsen zuteil wurden.

P. Oswald Mannl begann Seine Lehrtätigkeit an der Anstalt im Jahre 1870. Nach dem Abgange des Direktors P. Methud Schaffer(1895) wurde er vom hochwürdigsten Herrn Prälaten von Stift Tepl P. Alfred Clementso zum Leiter der Anstalt ernannt und als Direktor in definitiver Eigenschaft vom k. k. Landesschulrate durch Erlaß vom 12. August 1896, Z. 25.285, bestätigt. Hier eröffnete sich ihm ein Tätigkeitsgebiet, das in seinen segensreichen Er- folgen ein Ruhmesblatt in den Annalen der Anstalt für alle Zeiten bilden wird. Was unter seiner Leitung in hygienischer Beziehung geleistet wurde, was die Anstalt durch Zumietung frei werdender Räumlichkeiten im Gymnasialgebäude gewann, welchen Aufschwung auch sonst die Anstalt unter ihm genommen hat, so daß sie ihren alten bewährten Ruf behaupten konnte, ist ein beredtes Beispiel für das großartige Wirken dieses Mannes, der trotz aller Verdienste die Bescheidenheit selber blieb. Seine umfassende Bildung, seine Tätigkeit als erfahrener Pädagoge wußte die hohe Schulbehörde wohl einzuschätzen, indem sie ihn seit dem Jahre 1904 alljährlich mit dem Amte des Vorsitzenden bei den Reifeprüfungen an anderen Gymnasien betraute. Seine hervorragende Tätig- keit wurde auch von Allerhöchster Seite anerkannt, indem Se. Majestät ihm mit Allerhöchster Entschließung vom 4. September 1901 das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verlieh und ihn nach seinem Scheiden aus der Anstalt zum Regierungsrat zu ernennen geruhte.

Die Anstalt sah Regierungsrat Mannl nur mit innigem Bedauern scheiden und wird seinem Wirken immer ein dankbares Andenken weihen. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre in voller geistiger und körperlicher Rüstig- keit die weitere Entwicklung der ihm so lieb und teuer gewordenen Anstalt zu verfolgen!

Am 19. September wurde das Schuljahr mit einem feierlichen Gottes- dienste und Vorlesung der Schulgesetze eröffnet.