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Bemerkungen zu Schillers Dramen. I. Wallenstein
Entstehung
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Einflüssen hingegebenen Kinde, als nun der Plan in das Stadium der That treten soll, ein Mensch, der, vor einer schändlichen That stehend und zaudernd, fremdes Rates und fremder Hülfe bedarf. Die ihm aber raten, raten schlecht, das Ehepaar Terzky und IIlo, die Vertreter des Bösen und die besser raten könnten, von denen wandelt der eine den starren Weg der Pflicht das ist Octavio, der andere den Weg der Liebe das ist Max, der Kämpfer für das Gute. Max könnte Wallenstein retten, aber er ahnt nichts von der sittlichen Gefahr, vor der sein Freund steht, und als er sie endlich erkennt, da ist es zu spät. In dieser Verspätung des Kämpfers für das Gute liegt die Tragik der Fabel, die Verspätung zu motivieren ist Zweck der Episode. Fielitz führt zunächst zum Beweise der vom Dichter gewollten Unentschiedenheit und Hülfsbedürftigkeit mehrere Stellen aus den

Piccolomini an. Wenn aber Terzky äussert: Sag' selbst,

Was du bisher verhandelt mit dem Feind,

Hätt' alles auch recht gut geschehn sein können,

Wenn du nichts mehr damit gewollt, als ihn

Zum besten haben. und Wallenstein antwortet:

Und woher weisst du, dass ich ihn nicht wirklich

Zum besten habe? Dass ich nicht euch alle

Zum besten habe?

Es macht mir Freude, meine Macht zu kennen;

Ob ich sie wirklich brauchen werde, davon, denk' ich,

Weisst du nicht mehr zu sagen, als ein andrer. oder wenn Wallenstein erwidert:

Ich kann jetzt noch nicht sagen, was ich thun will.

Die Zeit ist noch nicht da. ¹) so kann ich darin keine Unentschiedenheit erkennen, noch viel weniger aber das Streben des Helden, die Partei des Bösen von sich abzuwehren. Die Piccolomini sind Exposition. Wallenstein hat Schritte gethan, welche die Möglichkeit des Abfalles und Verrates nicht ausschliessen. Er hat sich, von seinem Vermögen, seiner Macht gereizt, die Wege offen ge- halten, um seine ehrgeizigen Wünsche zu erfüllen, aber die Schritte, die er öffentlich ge- than, verstatten ja, wie selbst Octavio sagt, noch eine milde Deutung. Wollte der Dichter die tragische Teilnahme für den Helden gewinnen, so durfte er ihn nicht als einen für alle Fälle entschlossenen Verräter darstellen. Denn wie könnte der Untergang eines Ver- brechers jenes Mitleid erregen, eines Mannes, in dem keine bessere Stimme spricht!²) Der

1) P. II, 5, 856 860; 861 863, 868 870; 6, 999, 958.

2) Vgl. Hegel, G. W. F.: ‚Vorlesungen über die Aesthetik, hersg. von Dr. H. G. Hotho. 3. Bd. Berlin 1838. S. 543.Denn ein Verbrecher für sich, vollends wenn er schwach und von Hause aus niederträchtig ist,.... gibt nur einen ekelhaften Anblick.