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Bemerkungen zu Schillers Dramen. I. Wallenstein
Entstehung
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So wird man still ihn vom Kommando nehmen, Er wird dem Sohne seines Kaisers weichen. Ein ehrenvoll Exil auf seine Schlösser

Wird Wohlthat mehr als Strafe für ihn sein. ¹)

Man lese die warme Schilderung des Max von dem glücklichen Leben, einem Leben voll Thätigkeit, das Wallenstein führen könne, wenn er das Heer verlasse. ²) Man vernehme die Schilderung der Gräfin Terzky, die den Ehrgeiz des Helden so schwer verwundet,*) und beachte die herzliche Aufforderung des Max:

Und wär's zu spät und wär' es auch so weit, Dass ein Verbrechen nur vom Fall dich rettet,

So falle! Falle würdig, wie du standst.

Verliere das Kommando. Geh vom Schauplatz.

Du kannst's mit Glanze, thu's mit Unschuld auch,

Du hast für andre viel gelebt, leb' endlich Einmal dir selber, ich begleite dich,

Mein Schicksal trenn' ich nimmer von dem deinen)

Wallenstein könnte diesen Ausweg benutzen, er könnte, wie die Jungfrau von Orleans, die ursprüngliche Schuld sühnen, wenn er den Feind im Innern besiegte.5) Die eignen Aeus- serungen des Helden zeigen, dass er seine Freiheit erkennt.Hört!, erwidert er IIlo und Terzky,

Noch ist nichts geschehn, und wohl erwogen, Ich will es lieber doch nicht thun.)

Sein ‚Schwanken oder vielmehr der erschütternde Kampf in seiner Brust, der Kampf der Rechtlichkeit und Untreue, ist ein Beweis, dass Wallenstein seine Freiheit auch im Drange des Lebens nicht verloren hat. Nun vergleiche man die Worte: Es gibt keinen Zufall;

Und was uns blindes Ohngefähr nur dünkt,

Gerade das steigt aus den tiefsten Quellen.

Des Menschen Thaten und Gedanken, wisst!

Sind nicht wie Meeres blind bewegte Wellen.

Die innere Welt, sein Mikrokosmus, ist

Der tiefe Schacht, aus dem sie ewig quellen.)

1) P. V, 1, 2525 2530. 2) P. III, 4, 16541676. 3) WI I, 7, 485 495; 506 520. 4) W. II, 2, 821828. 5) I. v. O. V, 9:

Du bist

Der Feind mir, der verhasste, meines Volks. Nichts kann gemein sein zwischen dir und mir. 6) WI. I, 6, 413 f. 7) WI. II, 3, 943 945; 953956.