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Bemerkungen zu Schillers Dramen. I. Wallenstein
Entstehung
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Manne, der immer geben und beglücken muss¹), zu dem Feldherrn, für den der edle Max sein Blut verspritzen will, tropfenweise, ehe man frohlocken soll über seinen Fall.2) Wer aber wird es einem Wallenstein verargen, dass er nach dem königlichen Diadem strebt, wenn Buttler sagt:

Es ist ein grosser Augenblick der Zeit,

Dem Tapfern, dem Entschlossnen ist sie günstig. Der Prinz von Weimar rüstet sich mit Kraft, Am Main ein mächtig Fürstentum zu gründen, Dem Mansfeld fehlte nur, dem Halberstädter, Ein längres Leben, mit dem Ritterschwert Landeigentum sich tapfer zu erfechten.

Wer unter diesen reicht an unsern Friedland? ³)

Wir werden es ihm um so weniger verargen, als er nicht aus blosser Selbstsucht handelt, son- dern aus Liebe zum Reiche, das er schirmen, dem er den langersehnten Frieden schenken will.4) Es soll nicht von mir heissen, dass ich Deutschland

Zerstücket hab', verraten an den Fremdling,

Um meine Portion mir zu erschleichen.

Mich soll das Reich als seinen Schirmer ehren,

Reichsfürstlich mich erweisend, will ich würdig

Mich bei des Reiches Fürsten niedersetzen. 5) Nun besitzt der ehrgeizige Mann die abgöttische Verehrung des Heeres, das keine Gewalt noch List von ihm weg soll treiben, der ein Soldatenvater ist; die Ergebenheit der Haupt- leute, die er einsetzte, die alle mit Leib und Leben sein sind,) die unerhörte Machtstellung, so dass ihm zum Nachteil

Kein Menschenkind, auch selbst der Kaiser nicht

Bei der Armee zu sagen haben sollte.*)

Wahrlich, in solcher Zeit eine Versuchung, zu stark für dieses schlimmverwahrte Herz!

Hätte sie doch selbst Dem bessern Mann gefährlich werden müssen!

gesteht sogar sein Widersacher Octavio;s) eine schlimme Versuchung für den Mann, den nicht das Vertrauen des Kaisers, nicht dessen Neigung an diesen Platz rief, sondern das

1) P. II, 4, 782. 2) P. I, 4, 579 581.

3) P. IV, 4, 2014 f.; 2022 2027.

4) Betrachten wir die folgenden Vv. aus diesem Gesichtspunkte, so ist meines Erachtens die An- sicht Hoffmeisters, dass derartige Aeusserungen aus dem ursprünglichen Plane herrühren, widerlegt.

5) P. II, 5, 832 837. 6) WL. 11, 1029 1031; 2, 88 f.

7) P. II, 7, 1215 1217. 8) P. 1, 3, 306 308.