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wird). Das beleidigende Benehmen Fieskos, das eigentlich abwärts treibende Moment, liegt in der ganzen Haltung des Helden gegenüber den Verschworenen, äussert sich aber besonders am Schlusse: Verrina, weisst da das Wörtchen unler der Fahne? bis Subordination!— Seinen Erfolg hatte Fiesko wesentlich der Hilfe des Mohren zu danken; deutlich wird dies nochmals durch eine Einleitung zur ersten Stufe der Umkehr dem Zuschauer vor Augen geführt: des Mohren Bericht, dass Gianettinos Anschläge vereitelt und Fieskos Befehle glücklich ausgeführt sind(III, 4). Finale: Befehl an den Mohren, zur Komödie zu laden (III, 6).— Der ehrgeizige Entschluss, der nunmehr die Seele des Helden ganz beherrscht, bewirkt, dass Fiesko nicht mehr mit der Vorsicht wie bisher handelt. Diese Unklugheit und die nächste Folge derselben zeigt die 2. Stufe, die also zwei Momente enthalten muss: a) die Entlassung des Mohren(III, 6 eng mit dem Finale verbunden); b) der Mohr beschliesst Verrat(III, 7).— Den letzten Schritt zum Untergange des Helden enthält die 3. Stufe: Verrina beschliesst, den Tyrannen Fiesko zu ermorden (IV, 5). Voraus geht derselben die Akteinleitung: die Versammlung der Verschworenen(IV, 1— 4).
D. C. Durch das tragische Moment(Misstrauen des Infanten) wird das Unternehmen Posas— der awilde, abenteuerliche Gedanke— bereits durchkreuzt. Aber diese Stelle ist ebensowenig wie der Höhen- punkt scharf genug hervorgehoben; viel geringer, als z. B. in K. à. L., namentlich aber in den späteren Stücken, wird die Tragweite derselben empfunden. Man merkt nicht deutlich genug, dass durch den plötz- lich sich regenden Argwohn des Prinzen der Marquis gleichsam den Boden unter den Füssen verliert, dass, wie es sein sollte, die folgende Handlung ausschliesslich eine Folge dieses Misstrauens ist. Dennoch muss die Umkehr als Wirkung jener schwach ausgestatteten Stelle angesehen werden, insofern nämlich die Voraussetzung, auf der der Marquis seinen Plan aufbaute— sie(die Zuversicht des Gelingens) war auf deiner Freundschaft Laigkeit gegründet— nicht in Erfüllung geht, sodass er gezwungen wird zu einer raschen, für ihn und später auch für den Freund verderblichen Massregel.
Während die Steigerung des Stückes zunächst drei Stufen für eine Handlung Don Carlos, welche letztere vor dem Höhenpunkte abgebrochen wurde(I, p. 22), dann zwei Stufen für eine Handlung Posa zeigte (I, p. 23), sind in der Umkehr die beiden dramatischen Ideen, die dem Dichter nacheinander aufleuchteten, zu einer Art Doppelhandlung— nicht etwa parallelen Handlung wie im T'l.— verknüpft, welche wiederum von Posa geführt wird, und mit welcher die noch fehlenden Stücke der Nebenhandlung Eboli innig ver- bunden sind.— Zwei Stufen der Umkehr lassen sich unterscheiden, jede wieder zweiteilig(Ia, IIa gehört wesentlich der Handlung Don Carlos, dem nicht ausgeführten Familiendrama, I, II der Handlung Posa an). 1. Stufe(IV, 7— 10) enthält eine Einleitung: Philipp argwöhnisch beim Anblick seines Kindes (IV, 7), Lerma meldet die Königin(IV, 8); dann folgt Ia: Philipp beschuldigt die Königin als Buhlerin (IV, 9) 13 Schluss: Bestürzung im Palaste(IV, 10). I: Posa(sein Erscheinen IV, 11) erlangt vom König nach UÜberreichung des Briefes von der Eboli den Verhaftsbefehls(IV, 12). 2. Stufe, IIa: Carlos, überzeugt von der Schuld des Marquis, sucht das Vertrauen der Eboli, in zwei Momenten: a) Lermas Warnungen ¹⁹(IV, 13); dann ein Zwischenglied: die Intriguanten Alba und Domingo werden von der Königin zurückgewiesen(IV, 14) ²⁰; b) Carlos äberraschtes Herz treibt ihn in des Teufels(Ebolis) Arme(IV, 15). II: Posas verzweifelter Plan, in zwei Momenten: a) Carlos Verhaftung(IV, 16) 2¹; nun wieder ein Zwischenglied: Bedrohung der Eboli(IV, 17); b) Posa beschliesst, um den Freund zu retten, sich selbst zu opfern(IV, 17 ²²
17) D. D. C. 245. hebt hervor, dass der Dichter sich einen Widerspruch erlauben darf, wenn man an der be- treffenden Stelle sich desselben nicht bewusst wird. Während nämlich in Wirklichkeit die Königin die Zusammenkunft mit dem Prinzen aus Furcht für den letzteren und für sich verheimlichte, erklärt sie jetzt, sie habe nur deshalb geschwiegen, weil sie keine Lust gehabt, wegen dieser ihr zustehenden Freiheit sich vor dem Hofe mit dem König zu streiten.
18) D. C. D. 120. zur Verhaftung des Prinzen, die nicht ohne Genehmigung der Cortes geschehen durfte.— 249. zu dem Bilde von dem auf seiner Stirne leuchtenden Siegel.
. 19) D. D. C. 251. über den wunderlichen Entschluss des Infanten, die Eboli um Zutritt zur Königin zu
itten, um sie vor dem Marquis zu warnen.
20) D. C. D. 139. über den Versuch Albas und Domingos, den Marquis bei der Königin zu verdächtigen.— 254. Lerma wird ihnen dies gewiss nicht verraten haben.— 253. IV, 14 ist entbehrlich. Die Königin zeigt sich hier neben ihrer hohen Ruhe doch etwas spitz gegen die gemeinen Seelen.
21) D. D. C. 121. erklärt das Auftreten des Marquis für durchaus unbegründet und verlangt glücklichere Begründung der allerdings nötigen Selbstaufopferung.
. 22) D. D. C. 140. Dass der Zuschauer gar nicht ahnen kann, welches Rettungsmittel Posa im Sinne hat, wirkt nicht spannend, sondern störend.— 257. Sonderbar ist es, wie Posa der Eboli unmittelbar darauf droht, sie entkomme ihm nicht mehr, werde es niemand mehr erzühlen; denn dadurch konnte er sie doch nicht zur Mitteilung bewegen, und wenn er die Absicht hatte, sie zu ermorden, brauchte er sie gar nicht zu fragen.— 258. über den eingeschobenen Monolog vgl. auch D. D. C. 152. Den zum Teil in Reimversen geschriebenen Monolog Posas s. bei D. D. C. 301.


