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nächsten(der durch die Überleitung vorbereiteten) Karl Moor. Diese zweite Stufe der Umkehr enthält Daniels Enthüllungen und gliedert sich in eine Einleitung: Daniels Freude über den wiedergefundenen Herrn; in eine Scene: Daniel enthüllt die Schurkerei Franzens; der Rache an dem Bruder be- schliesst sich Karl Moor durch eilige Entfernung aus dem Schlosse zu entziehen(IV, 3); ein Finale: Abschied von Amalien.— Pranz beschliesst, den Grafen zu ermorden(1. Stufe), aber Karl hat das Schloss verlassen. Karl weiss, dass der böse Bruder ihn um das Glück der Liebe gebracht hat(2. Stufe) — es pleibt, ehe die Katastrophe eintreten kann, nur noch die Entdeckung von Franzens Verbrechen an dem Vater übrig. Die Handlung bedingt also noch eine dritte Stufe der Umkehr: Karl Moor findet den alten Vater im Kerker(IV, 5). Voraus geht ausser dem stimmenden Räuberlied eine Einleitung: Spiegelbergs Ermordung(s. Nr. 72, p. 27) durch Schweizer; eine Vorstufe: Karls Verzweiflung¹é(Schwanen- gesang, Selbstmordgedanken), vorbereitend insofern nämlich, als diese Vorstufe den psychologischen Uber- gang bildet zu der in der Hauptstufe(Auffindung des Vaters) gezeigten Raserei Karl Moors. Auch diese Stufe gliedert sich in drei Momente: a) Hermann vor dem Schlosse und Intervention Karl Moors; b) Moor erkennt seinen Vater, Enthüllungen des letzteren; c) ausbrechende Wut Karl Moors, Allarmierung der Räuber. Finale, zugleich UÜbergangsglied zu der Katastrophe: Befehl des Hauptmanns an Schweizer, Franz ihm lebendig zu bringen.
Mit der Umkehr in K. A. L., welche die Wirkung des Briefes darzustellen hat, übernimmt das Spiel(Ferdinand) die Führung der Handlung, sodass in demselben Masse, in dem Ferdinands Entschluss, die Geliebte zu töten, zur That reift, die bisher triumphierende Kabale, das Gegenspiel, der Niederlage ver- fällt. Die Umkehr besteht aus einer grossen Stufe, der der Verzweiflung anheimfallende Ferdinand beschliesst seinen und der Geliebten Tod, und umfasst zwei Scenengruppen. Erste Scenengruppe (IV, 3— 5): Ferdinands Verzweiflung und Entschluss, letzterer hervorgerufen durch die Begegnung mit den Schurken; sie schliesst sich unmittelbar an das tragische Moment(IV, 2) und enthält folgende Mo- mente: Ferdinands Verzweiflung zeigt sich a) in dem Wutausbruch gegen den Hofmarschall Kalb(IV, 3), b) in den entwickelten Mordgedanken(IV, 4), c) in dem durch das herzlose Benehmen des Vaters bis fast zum Wahnsinn gesteigerten Schmerz, mit dem Schluss: Ferdinands Aufbruch, Luisen aufzusuchen(IV, 5). Statt dieser Begegnung mit Luise, die nun unmittelbar folgen sollte, steht zwischen der ersten und zweiten Scenengruppe, entsprechend jener zwischen der 1. und 2. Stufe der Steigerung eingeschobenen Nebenstufe(s. I. p. 19), als Nebenstufe der Umkehr: Luise und die Milfort(IV, 6— 9). Dieselbe besteht aus Einleitung: Unruhe der Milfort in der Erwartung Luisens(IV, 6); Hauptscene: Luise— Milfort(Demütigung der letzteren etc.) (IV, 7); 3. Schluss: Milforts Verzweiflung, Entsagung(IV, 8, 9).— Infolge der Einfügung dieser Nebenstufe wird die zweite Scenengruppe der grossen Stufe durch Aktschluss von der ersten getrennt. Zweite Scenen- gruppe(V, 1, 2): Ferdinands Entschluss nach Vernehmung des Geständnisses von Luisen. Einlei- tung: Luise verzichtet aus Rücksicht auf den Vater auf den geplanten Selbstmord(V, 1); Hauptscene: Luisens Schweigen treibt Ferdinand zur Ausführung seines Vorhabens(V, 2).
FT. Da das Stück im Gegenspiel fällt, so hat die Umkehr die Aufgabe zu zeigen, wie dasselbe infolge des ehrgeizigen Entschlusses des Helden(Höhenpunkt) und Verrinas erwachenden Argwohns(tragi- sches Moment) Macht über Fiesko gewinnt. Anschliessend an die erste Wirkung, Verrinas Vorhaben(III, 1), musste die Bildung einer Gegenverschwörung innerhalb der Verschwörung begründet und gezeigt werden. Daher bildet die 1. Stufe der Umkehr: das Komplott; nämlich Entwurf des Planes: Fiesko beleidigt die Republikaner und erregt dadurch ihre Unzufriedenheit(III, 5). Vier Momente: Gegenverschwörung in zwei Momenten: a) Beschluss, den Tyrannen zu töten; b) Beratung über die Aus- führung des Mordes(Calcagno— Sacco— Verrina, die ersten beiden empfehlen Meuchelmord, Calcagno rät, den letzteren während der Messe, Sacco bei einem Gastmahle auszuführen, Verrina dagegen wünscht die Erregung von Aufruhr); Verschwörung in zwei Momenten: c) Fiesko setzt durch Vorzeigung der Mord- liste die Erregung des Aufruhrs noch für die folgende Nacht durch; d) allgemeine Anordnungen: Besetzung des Hafens und der festen Plätze der Stadt, Verteilung der Rollen(IV, 10 ergänzt den Plan, indem Fiesko mitteilt, dass Verrina, wenn die Schiffe erobert sind, mit einer Kanone das Signal zum Ausbruch geben
16) Die mehrfach erwähnte Vorliebe Schillers zu Doppelhelden zwingt ihn auch zu Parallelscenen, wovon die R. schon den besten Beweis führen. Wie Franz(1. Stufe der Umkehr) seine Absicht mit dem Grafen in einem Monologe verrät, so thut dies auch Karl mit seinen hauptsächlich durch die Erlebnisse im Schlosse hervor- gerufenen Selbstmordgedanken.


