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d. Schluss).— Beachtenswert ist, dass jede der beiden Stufen mit der Handlung Don Carlos beginnt, mit der Posa schliesst, und dass in der 2. Stufe sowohl IIa als II durch ein Zwischenglied lin a) und b)] geteilt ist. An II[b)] schliesst sich die 2. Stufe der Umkehr für die Nebenhandlung(die 1. Stufe s. I, p. 24: Schuldbewusstsein der Prinzessin, IV, 1): die Geständnisse der Eboli, IV, 19(IV, 18: Eintritt der Königin).— Es empfiehlt sich bei der Lektüre von IV, 17 mit den Schülern V, 3 von den Worten an zu lesen: Was ich fürchte bis— war der meinige, da sonst die Stelle unverständlich bleibt. Posa deutet eben seinen Plan nur an: Nein/ Nein!/ Gott sei gelobt bis— Miltel.
Wlst.— Picc. War es die Aufgabe der steigenden Handlung, die Annäherung der Liebenden (Höhenpunkt: Liebesscene zwischen Max und Thekla, I, p. 34) trotz der gegen dieselbe intriguierenden Umgebung zu zeigen, so hat die Umkehr die durch das Verhalten der letzteren herbeigeführte Trennung, d. i. die Katastrophe, zu motivieren: Max muss sich sowohl der Intrigue Octavios, als dem beabsichtigten Verrat Wallensteins widersetzen(Umkehr); als Ausweg aus dem dadurch entstehenden Konflikt bpleibt, ihm nur der Tod auf dem Schlachtfelde(Katastrophe der Picc.).— Beachtenswert ist die Uberleitung zur Umkehr, die drei Momente enthält: a) Theklas düstre Ahnung(III, 7) und Schwermut(III, 8), letztere hervorgerufen durch die intriguante Behandlung ihrer Liebe von seiten der Gräfin Terzky(III, 8); b) Maxens geistige Abwesenheit in der Bankettscene(IV); vortrefflich wird der Zuschauer, indem er empfindet, wie die Seele der Liebenden von dem Gefühl nahen Unglücks befangen ist, für die Umkehr gestimmt; c) Octavio beobachtet scharf das Verhalten seines Sohnes(in der Bankettscene, IV); durch dieses Moment wird unmittelbar die 1. Stufe vorbereitet: Kampf zwischen Vater und Sohn(Y, zu- gleich katastrophenartiger Schluss für das Stück Picc., s. I, p. 25, und Höhenpunkt für das Doppeldrama, s. I, p. 35). Die 2. Stufe(von der ersten durch I. Akt von Wlst. TId. getrennt) zeigt Maxens Kampf mit dem Feldherrn ²³(II, 2 Wäst. 73.).
Die Umkehr des Doppeldramas zeigt die Wirkungen der Aktion des Verrates(Höhenpunkt des Doppeldramas) und die Folgen des von Wallenstein in Octavio gesetzten blinden Vertrauens(tragisches Moment des Doppeldramas). Die 1. Stufe, Umschwung aller dem Unternehmen Wallensteins bisher scheinbar günstigen Umstände, wird gebildet durch die Steigerung und den Höhenpunkt von Wlst. Td., enthält also vier Momente: a) Befehl Wallensteins an Octavio(II, 1, 3); b) Verlockung Isolanis und Buttlers(II, 4— 6); c) Abfall der übrigen Feldherren und Empörung der Soldaten, Fall von Prag, Wallensteins Achtung(III, 5— 10), s. I, p. 26, N. 89; d) Abfall der Kürassiere(III, 13— 16), s. I, p. 36. Zwischen b) und c) liegt ein Stück der Katastrophe der Picc.: Trennung Maxens vom Vater (II, 7) ² und die dieser Handlung zugehörige Familienscene(III, 1, 2 ²⁵, 3, 4 ²⁶). Zwischen) und d) wieder eine Familienscene der Piccolomini. Der zweiten Stufe voraus geht eine Vorstufe: Aufbruch nach Eger(III, 23), mit einem andern Stück der Katastrophe der Picc., Aufbruch Maxens, schön verbunden. 2. Stufe, Buttlers Entschlüsse(IVY, 1²⁷, 2 ²8, 6, 8), beginnt mit dem einleitenden Gespräch Buttlers (IVY, 1) und ist dreiteilig: a) Uberredung Gordons(IV, 2); b) Buttler beschliesst, Wallenstein,
23) D. Wst. Td. 259. verneint, dass der Zuschauer hier die Frage aufwerfen oder gar bejahen könne, ob Wallenstein seine Verbindung mit den Schweden aufgegeben haben würde, wenn Max früher gekommen wäre; er macht ferner darauf aufmerksam, dass Max, wenn es sein muss, der Empöruug sich nicht entschieden widersetzt, sondern dieser sich anschliessen werde; nur vor der Verbindung mit den Feinden als einem Landesverrat entsetze er sich. 4
24) D. Wst. Id. 268. Erst an dieser Stelle könnte das Drama von den Picc. enden(?), wie es auch ursprünglich beabsichtigt war, wenn freilich auch hier kein eigentlicher Ruhepunkt der Handlung eintritt.
25) D. Wst. Td. 269. Wenn Thekla hier von einem bangen Vorgefühl spricht, das sie gleich bei ihrer An- kunft in Pilsen ergriffen, so stimmt dies nicht zur Heiterkeit, worin sie Picc. II, 3, III, 4 erscheint.
26) D. Wst. Td. 270 flg. Wenn Wallenstein bpemerkt, in Buttlers Nähe habe sich immer ein schneidendes Gefühl in ihm erregt, das keine rechte Liebe zu ihm habe aufkommen lassen, so kann der Dichter hier unmöglich das schlechte Spiel Wallensteins gegen diesen voraussetzen; denn dieses müsste er anders bezeichnet, er könnte es auch nicht übergangen haben, wenn wir anders annehmen sollen, dass er hier gegen IIlo die volle Wahrheit äussert.
27) Vischer a. a. O. III, 2, 1392.„Man darf unter Verwahrung vor solchem Abweg(nämlich im Monologe lyrisch zu schwelgen und philosophisch zu grübeln) allerdings einen mehr lyrischen, mehr betrachtenden, mehr dra- matischen Monolog unterscheiden. Wallensteins:„„Wärs möglich““(Wst. T6. I, 4) betrachtend, dagegen:„„Du hast's erreicht, Octavio““(Wst. T6d. III, 13); Buttlers:„„Er ist herein““(Wst. Td. IV, 1) echt dramatisch.“ Man lasse den Schüler den vorwiegenden Charakter der übrigen Monologe bestimmen.
28) D. Wst. Td. 288. Aus Gordons Munde hören wir, dass Wallenstein durch das Unglück nicht gebrochen, sondern mit stolzem Selbstbewusstsein in Eger eingezogen sei, was freilich mit der Geschichte nicht stimmt.


