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Führung von Max(I, 1 Picc.). c. für die Picc.:„die Ankunft der Liebenden“(I, 2, auch durch scenische Mittel scharf hervorgehoben— Trompetenstoss!). Von dem Augenblicke an, wo die Liebenden mit dem intri- guierenden Octavio, dem Verrat sinnenden Feldherrn und ihrer Umgebung in nähere Berührung kommen, muss der ideale Zug der jungen Herzen in Konflikt geraten mit dem an sie gestellten, auf Schlimmes gerichteten Ansinnen etc.— c für die Gesamthandlung 55: Questenbergs Erscheinen mit seinem offenen Auftrag an die Generäle und geheimen an Octavio(I, 2, 3 ³⁰ Piecc.), insofern Questenbergs For- derungen die Generäle zu rascherer Aktion treiben müssen.— c" für Wlst. Td.: Verhandlung mit den Schweden, besonders die(berichtete) Gefangennahme Sesinas³?(I. Wlst. Td.). Solange die von Wallenstein gehegte Absicht nicht offenkundig und in authentischen Berichten vorliegt, scheint die Ver- wirklichung derselben, wenn nicht schwierig, so doch weit hinausgerückt. Auf die Nachricht, dass der schwedische Unterhändler mit den geheimen Aufträgen des Feldherrn gefangen genommen worden ist, erschrickt Wallenstein mit Recht aufs äusserste. Die Angelegenheit muss nun in ein neues Stadium rücken; er empfängt bald darauf Wrangel. Der Zuhörer fühlt deutlich, dass jetzt das Verhängnis seine Hand erhebt und den Helden erfasst, um ihn, wie der Verlauf der Handlung zu zeigen hat, in die Tiefe zu schleudern.— M. SGl. a— b:„Maria und Kennedy“, Marias Bekenntnisse und Reue(I, 2) 9 am Jahrestag der Ermordung Darnleys, Flucht aus Schottland nach England und Gefangennahme daselbst; ausser diesen früheren Lebens- verhältnissen erfüährt man noch ihre Stellung zu dem schwebenden Prozess und die ihr zu teil werdende strenge Bewachung und ungerechte Behandlung(I, besonders 4) 9. c. Unter solchen Umständen ist für die Zukunft nur ein trüber Ausgang zu erwarten; Maria Stuart(I, 2) äussert daher gegen Paulet: Der Gram, das lange Kerkerelend nagt an meinem Leben. Meine Tage sind gezählt, befürcht' ich, und ich achte mich gleich einer Sterbenden. Plötzlich aber wird diese Situation in gewisser Beziehung verändert; der bisher in schlimmster Freiheitsberaubung schmachtenden Königin werden Hoffunungsstrahlen in ihren Kerker gesendet:„Bekenntnis Mortimers“(I, 6, nach kurzem Übergang I, 5). Der Jüngling, in dem sie bisher nur ihren strengen Feind gesehen, entdeckt der Gefangenen, dass er die Larve des Feindes nur angenommen, um sich den Weg zu ihr zu bahnen, und dass er, nachdem er in den Schoss der alleinseligmachenden Kirche zurückgekehrt4b und von ihrem Schicksal gehört,4¹ die Überzeugung gewonnen habe, dass ihr gutes Recht an England ihr ganzes Unrecht sei. Mit zwölf edlen Jünglingen des Landes habe er heute früh das Salrament darauf empfangen, sie aus ihrer Kerkerhaft auf gewaltsame Weise zu befreien. Offenbar wird durch dieses Geständnis Mortimers, das zur weiteren Folge den Auftrag der Königin hat, den Brief an Leicester zu befördern, als den einzigen Mann, der des Kerkers Thor zu öffnen imstande ist, jetzt in dem Zuschauer die Frage laut: wird der Plan Mortimers gelingen? Wird Maria Stuart der Freiheit doch noch zurückgegeben werden?— J. v. 0. a— b(I, 1— 7, zu 5) ¹²: vollständiges Bild des traurigen Zustandes im Lager Karls VII., des Königs Mutlosigkeit, Dunois' Un- mut darüber, Du Chatels Eröffnungen über die Geldnot, die Verzweiflung der Ratsherren von Orleans, endlich des Königs Entschluss, die Stadt dem Feinde zu übergeben, weil ihm La Hires Bericht die Mei- nung eingeflösst habe, dass des Himmels Hand wider ihn sei. c. Nachricht von dem wunderbaren
35) Die Teile und Stellen der Gesamthandlung sind in den Picc. und in Wlst. TId. eingefügt und zwar derart, dass sie selbst wieder ein Stück, das Doppeldrama bilden, vgl. Steigerung p. 25 flg..
36) D. Wlst. 190. Octavio sagt: ich weiss, wie dieser böse Geist(Buttler) zu bannen ist— Wallenstein er- scheint daher gleich verraten und verkauft, wodurch freilich die tragische Wirkung etwas beeinträchtigt wird.
37) D. Wäst. 250.(I, 2) Wallenstein erschrickt, obwohl er eben zu handeln fest entschlossen war. In der Gefangennahme Sesinas hätte er einen Wink des Schicksals erkennen sollen.— I, 3, 176. Wie weit da müundlich gingst mit dem Sesin— abweichend von der Geschichte. Alle Verhandlungen mit den Schweden geschahen durch Terzky. Sesymar vermittelte dieselben nicht mit dem schwedischen Heerführer in Regensburg, sondern mit dem Kanzler Oxenstierna in Halberstadt.
38) D. M. St. 110. I, 2. Thr allein, der Schaester, der Königin, der Frau kann ich mich öffnen. Eher sollte man denken, sie würde die Hoffnung äussern, sie von ihrer Unschuld an der Verschwörung zu überzeugen.
39) D. M. St. 116 flg. I, 4. Dass Maria selbst das Parlament durch Umringung mit Bewaffneten zur Frei- sprechung gezwungen, ist Schillers wunderliche Zudichtung.
40) D. M. St. 119 Anmerk. Die Ausführung, wie ihn der Kardinal von der Wahrheit der katholischen Lehre überzeugt habe, ist am wenigsten gelungen etc.
41) D. M. St. 120 Anmerk. Dass er sich auch noch bei Rechtslehrern und in Wappenbüchern deshalb er- kundigt, ist eben kein geschickter Zusatz. Der fanatische Jüngling musste mehr Vertrauen auf den Bischof und der junge Engländer grössere Kenntnis der neuesten Landesgeschichte besitzen..
42) Soll ich, gleich jener unnatürlichen Mutter, mein Kind zerteilen lassen mit dem Schaert?(I, 5.) UÜber das Unpassende des Vergleichs mit der vorgeblichen Mutter beim Urteilsspruche Salomos s. D. J. v. O. 156.


