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nur das Verhältnis der Liebenden zu einander, sowie zu den Eltern derselben vorgeführt wird, wie es als bestehend vorausgesetzt werden muss, tritt dasselbe in dem Augenblicke, wo der Präsident durch„Wurms Bericht“ von der Liebschaft Ferdinands erführt(c= I, 5), in ein neues und, wie sofort empfunden wird, verhängnisvolles Stadium. Durch die Exposition ist ferner der Gegensatz zwi- schen den bürgerlichen Kreisen und denen des Hofes so scharf gegeben, dass das Bekanntwerden der heimlichen, edelsten und glühendsten Liebe in dieser kalten Sphäre sofort die Kabale befürchten lässt.— F. a— b enthält die Schilderung der Zustände in Genua(I, 1— 8), insbesondere das sittenlose Treiben der Edlen(1) ²², Gianettinos Anschlag auf das Leben Fieskos und die Ehre Berthas(I, 2, 5), die dumpfe Gäührung und die Unzufriedenheit der Häupter(I, 3, Calcagno, Sacco, Verrina) und die Charakteristik des anscheinend im Genussleben versunkenen Helden(Fieskos Liebeserklärung I, 4, seine die wahre Absicht verhüllenden Ausserungen gegenüber Gianettino, Verrina und Bourgognino I, 6, 7, 8). c. Durch den missglückten Mordversuch des Mohren wird der bisher nur mit seinen Plänen beschäftigte Fiesko(I, 9), durch die Entehrung Berthas(I, 10) die bisher nur unzufriedenen Republikaner zum Handeln getrieben. Das erregende Moment ist demnach hier zweiteilig, auch durch scenischen Einschnitt in zwei Hälften getrennt.— D. C. a— b. Es ist bekannt, wie an Stelle der geplanten Handlung, welche nur ein Familiengemälde des Hauses Philipps II. geben, und deren Hauptheld Don Carlos sein sollte, sich vom dritten Akte an die kosmopolitische Idee des Marquis Posa zur Haupthandlung entwickelte. a!— b’ für die nicht durchgeführte Idee zeigt den Prinzen in seiner trübsinnigen Stimmung(in der Unter- redung mit Domingo I, 1) und den Grund der letzteren durch das Geständniso, das er dem aus Brüssel zurückgekehrten Marquis Posa von seiner verbrecherischen Liebe macht(T. 2). C. Des Prinzen Entschluss, seine Mutter zu sehen: als von der unglücklichsten Neigung ergriffen wird der Infantl eingeführt; solange dieselbe als Geheimnis in seinem Herzen und in dem des Freundes ruht, wird an dem bisherigen Zustand der Dinge nichts geündert; aber sobald diese Liebe Befriedigung erstrebt in der Gegenliebe, mit dem Versuche, dem Gegenstand der verwerflichen Neigung sich zu nähern, ihn zu sehen, zu sprechen, wird der Sturm der verhängnisvollen Leidenschaft heraufbeschworen(I, 2). a— b für die zweite Idee liegt in den entsprechenden Auftritten der beiden ersten Akte: Posa, von Freiheitsideen und Trüumen von Völkerbeglückung erfüllt, sieht in dem königlichen Freunde die geeignete Persönlichkeit, sein Ideal zu verwirklichen; durch ein gewagtes, ihn zur Selbstaufopferung nötigendes Spiel glaubt er dies nur noch erreichen zu können. c. Scene im Karthäuserkloster(II, 14 ³², 15). In Posas Seele entsteht der Plan des gefährlichen Unternehmens(II, 15); die Weiterentwickelung des- selben nimmt vom dritten Akte fast ausschliesslich die Aufmerksamkeit in Anspruch.— Wlst. a— bI. Die Zusammenziehung der Truppen nach Pilsen und die bevorstehende Ankunft der Regimentsobersten mit Aus- nahme Altringers und Gallas' und a— b für die Picc.: die von Gattin und Tochter 4 Wallensteins unter der
29) In F. und D. C. ist die Haupthandlung noch von einer Nebenhandlung(p. 20 N. 65) durchflochten; in ersterem Stücke wird dieselbe gebildet durch die Scenen Fieskos mit Leonoren und dieser Personen mit Julien; in dem zweiten Drama durch die Nebenhandlung Eboli. Beide Handlungen sind bald loser, bald inniger mit ein- ander verknüpft. F. Nebenhandlung: Leonore äussert ihren Schmerz, dass sie in Fiesko ihren Gemahl verloren habe(I, 1); à— b Fieskos Liebeserklärung; c Ubergabe der Silhouette(I, 4, später durch Auftr. 8— Bourgognino will die Ehre Leonorens rächen— mit der Haupthandlung eng verbunden; doch ist Auftr. 8 wohl nur deshalb gedichtet, um endlich dem Zuschauer einen Hinweis auf Fieskos wahre Absicht zu geben). D. C. Nebenhandlung: A. Charakteristik der Eboli; a— b bevorstehende Vermählung mit Gormaz;(c) Eboli verrät ihre Neigung— Fuss- fall—(I, 3).
30) D. D. C. 111. IV, 21 erklärt dagegen Posa, er habe diese Liebe aufkeimen sehen.
31) UÜber den von Carlos gebrauchten Ausdruck: im Matrosenkleide D. D. C. 157 Anmerk.
32) D. D. C. 130. Man sieht nicht ein, weshalb Carlos seinen Vertrauten nicht den Abend desselben Tages ins Kloster beschied; 132. ebensowenig, warum der Prinz sich verspätigt. 202. Hervorgehoben werden konnte, dass auch keiner der Brüder sich zum Verrate hingeben würde. 203. Die ganze Scene könnte kürzer gefasst sein.
33) D. D. C. 203. Warum hat Posa in der längeren Zwischenzeit die Nachricht vom unglücklichen Ausgange der Audienz nicht vernommen?— 132 flg. hält D. die Andeutung des Planes hier nicht an der Stelle, sondern erwartet Posas Bitte an Carlos, ohne ihn nichts zu unternehmen.— 206. Die ganze Verteidigung gehört wohl zu den ge- zwungensten Ausführungen des Stückes.— 207. Die Trennung(am Schlusse) hätte leichter eingeleitet werden können.
34) D. W’st. 214 Anmerk. Dass Buttler erst jetzt kommt, stimmt nicht wohl dazu, dass seine Dragoner schon im Vorspiel erscheinen, das doch wenigstens einen Tag früher fällt.— 185. Der Geschichte nach hielten sich beide während dieses Ereignisses zu Brück in Unterösterreich auf. Wie verhängnisvoll diese freie Erdichtung nach P. 38 die reine Kunstform wurde, sowie über die dadurch hervorgerufenen Liebes- und Familienscenen s. D. Wst. 185 flg.
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