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Beitrag zur Behandlung der dramatischen Lektüre : 1. Teil / von Hermann Unbescheid
Entstehung
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es Rache und Recht. Franz(I, 1): Es is! jelzt die Mode, Sohnallen an den Beinkleidern zu tragen, womit man sie nach Belieben weiter und enger schnürt. Wir wollen uns ein Gewissen nach der neuesten Façon anmessen dassen, um es hübsch weiter aufzuschnallen, wio wir zulegen. Gegensatz zwischen dem durch seine Intrigue und Laster gemeinen und dem durch seinen schrecklichen Irrtum erhabenen Verbrecher. K. u. L.(I, 4): Lasst doch sehen, ob mein Adelsbrief älter ist als der RNiss zum unendlichen Weltall, oder mein Wappen gültiger als die Handschrift des Himmels in Luisens Augen:Dieses Weib ist für diesen Mann!? Gegensatz zwischenHofluft und bürgerlicher Anschauung. F.(II, 19): Republikaner Fiesko? Eerzog Fieszo? Gemach Hier ist der jähe Hinuntersturs, awo die Mark der Jagend sich schliesst, sich scheiden Himmel und Hölle: die politische Verderbnis, insbesondere die Leichtfertigkeit und der Egoismus gegenüber den heiligen Interessen des Vaterlands. Diese drei Stücke gehören dem Revolutionszeitalter an und enthalten die dichterische Prophezeiung der Revolution. D. C.(I, 5): Elisabeth war Thre erste Liebe; Thre zweite sei Spanien;/ Gegensatz einer sich selbst verzehrenden und verbrecherisch gewordenen Liebe und dem durch sie bedrohten Freiheitsideal. Wlst.(Prolog)e Thr kennet ihn der, ungesättigt immer weiter- strebend, der unbezähmten Ehrsucht Opfer fiel. Gegensatz zwischen Höhe und Tiefe; jene ist erklommen vom Helden nach kleinen Anfängen durch kühne Thatkraft und Genie, in diese wird er geschleudert durch seine eigenmächtige, auf Verbrecherisches gerichtete Handlung: der Sturz von der Höhe. Man ver- gleiche mit diesem Stücke M. St.(V, 7): So gehe hin, und sterbend büsse sie! Sink' ein ergebnes Opfer am Altar! Blut kann versöhnen, was das Blut verbrach. Gegensatz zwischen Tiefe und Höhe; in jener befindet sich die Heldin infolge ihres Lebenswandels; aber da sie sich die Grösse des Herzens bewahrt, durch tiefe Reue und Busse die Schuld gesühnt hat, indem sie die gewaltthätige Art und Weise, mit der sie während ihrer Haft behandelt und ihr Schicksal entschieden wurde, geduldig ertrug, so steht die Heldin als Opfer am Altare doch auf der Höhe ihres Lebens: Erhebung von dem Sturze. J. v. O.(Pr. 4): Denn eine andre Herde muss ich weiden, dort auf dem blut'gen Felde der Gefahr. So ist des Geistes Ruf an mich ergangen, mich treibt nicht eitles, irdisches Verlangen, und B. p. M.(IV, 5): Wie die Seher verkündet, so ist es gelommen. Denn noch niemand entfloh dem verhängten Geschich, und wer es vermisst, es Kläglich zu wenden, der muss es selber erbauend vollenden. In beiden Stücken findet sich das Hereinragen überirdischer Gewalten, durch welche in ersterem das Schicksal der Heldin und ihres ganzen Volkes, in letzterem das eines Hauses entschieden wird: in der J.». O. im christlichen Sinne als segenspendende himmlische Führung, die sich zur Rettung ein reines, im frommen Glauben beharrendes Gemüt auserwählt, in der B. v. M. im antiken Geiste als fluchbeladene Schicksalsmacht, welche die durch die engsten Bande des Blutes verbundenen, aber durch Hass entfremdeten Menschen dem Verderben überantwortet..(II, 2): Nein eine Grenze hat Tyrannenmacht,/ Wenn der Gedlrüchte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ewgen Rechle, die droben hangen unveräusserlich und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst. Hier liegt die Stimmung in der reinigenden, gewitterähnlichen Art, mit der sich der urkräftige, eng mit seiner Heimat verwachsene, aber aus seinem Frieden aufgestörte Volksgeist der habsüchtigen Tyrannei erwehrt.

Erster Teil: Steigende Handlung. Einleitung(charakterisierender Akkord, Exposition, erregendes Moment), Steigerung, Höhenpunkt.

Die Einleitung.

4= Charakterisierender Akkord. In die oben erwähnte Grundstimmung den Hörer Asbald zu bringen, bildete bei den Dichtern des Altertums wie der Neuzeit, und nicht am wenigsten bei Schiller, die

13) Das Drama wird gebildet durch Handlung und Charaktere; denn es kann noch so viel geschehen, wenn die Personen mattherzige Figuren sind, oder umgekehrt, die Charaktere können noch so gross angelegt sein, wenn nichts geschieht die dramatische Wirkung wird in beiden Fällen ausbleiben. In dieser Arbeit musste der Verfasser sich im wesentlichen auf die Handlung beschränken, deren Gliederung den Schüler erkennen zu lassen, die angelegentlichste Aufgabe des Lehrenden pleiben möge; auch im Drama ist ja die Handlung doch immer das erste, der Charakter das zweite.