Druckschrift 
Unser Landesmuseum
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13f'

Graphithulsx diese drci stoffe bestehen aus Kohlenstoff und sind doch so verschieden in ihren Eigenschaften Ähnlich ists mit dem Eisenkies und dem strahlkies, die chemisch genau übereinstimmen, aber in deis Kristallform sich wesentlich von einander unterscheiden. Der strahlkies oder Markasit bildet häufig strahlige oder kainmföisinige Kristallgruppen von auffälliger- Gestalt, wie solche in der sammlung vorliegen. Beide Erze werden nicht auf Eisen verarbeitet, weil der schwefel, den sie enthalten, sich nicht vollkommeii entfernen lädt. Sie dienen zurI schwefelsäurefabrikation.

Eine grolle Anzahl schwefelhaltiger Erze ist reich aii Arsen, und sie werden daher auf weilsen Arsenik ver- arbeitet. Hierheis gehört der auf Erzgängen des Erzgebirges sich findende Arsenkies und der Löllingit, der in stücken aus Reichenstein in schlesien vorliegt. In manche11 Arsenkiesen ist Eisen mit dem ihm in mancher Be- ziehung nahe stehenden Metalle Kobalt vergesellschaftet, so im Danait. Weit mehr Kobalt führt der Kobaltglanz, der auch als Glanzkobalt bezeichnet wird und durch sein schönes rötlich-silberwei13es Aussehen auffallt: die sammlungs stücke stammen aus den berühmten Lagern bei Tunaberg in schweden und aus der Umgegend des Wetternsees. Eine Abart ist der Glaukoclot von Hakansboda in Schweden. lm Speiskobalt der sogen. Kobaltgänge des Erzgebirges tritt das Eisen sehr zurück. Das Kobaltmetall findet nur Verwendung zur Herstellung blauen Glases und blauer Malerfarben.

Mit dem Eisen kommt nicht selten, z. B. in den Eisenmeteoriten. das Nickel vor, das als Münzmetall dient, zu Kochgeschirren verarbeitet wird, und mit dem man auf elektrischem Wege stahlwaisen überzieht, um sie vor dem Kosten zu schützen. Die wichtigsten Nickelerze sind aber nicht die schwefelhaltigen, die wir jetzt betrachten wollen, sondern ein australisches Erz, das wir später kennen lernen werden, der Garnierit. Im Anhaltischeii Harze finden sich bei Harzgermle Arsennickelglanz und Antimonnickelglanz; doch liegen sie von diesen Fundorten nicht in unserer Sammlung. Vom Kobaltnickelkies sehen wir die schönen Kristalle, die in den Gängen von Müsen im Siegener La.11(le gefunden werden. Hierher gehört noch der bronzefarbige. meist nickelhaltige Magnetkiem der scinen Nameii davon hat, dalsi er vom Magneten angezogen wird. Eis besteht im wesentlichen aus schwefel und Eisen; der von Bodenmais, den wir ausgestellt finden, ist frei von Nickel.

Eine Verbindung von Icupfeis mit Arsen ist dei- Domeykit von Ceriso las Paracatas in Mexico. Er kommt auch in Chile vor und wird vielerorts auf Kupfer verhüttet.

ln zahlreicheii Exemplar-en ist das hauptsächlichste Bleierz, der Blei glanz, vertreten, der im Harze, im Erz- gebirge, in schlesien, in der Eitel. im rheinischen schiefergebirge und in Westfalen überaus häufig ist. Zwei stücke aus dem Anhaltischen Haisze stammen von Neudoisf bei Harzgerode. Der Bleiglanz hat starke Neigung-, Kristalle zu bilden. und unsere sammlung ist im Besitz schöii ausgebildete1· interessanter Formen; man beachte die Würfel mit- abgestumpfteii Ecken, die zu den einfachsten im Bleiglanz vorkommenden Kristallgestalten gehören. Da das Erz stets mehr- oder minder silberhaltig ist, so wird es nicht nur auf Blei, sondern auch auf das Edelmetall verarbeitet. Das meiste Silber, das in den Handel kommt, stammt aus Bleiglanz.

Bei Tilkeisode im rthaltischen Unterharze wurde früher- selenblei gefunden, von dem die Sammlung zwei Stücke enthält. Das seleii ist ein dem Tellur und Schwefel im chemischen Verhalten nahestehendes Element, das, weil seine Iieitungsfähigkeit für die Elektrizität durch Lichtbestrahlung beeiniiuth wird, bei den Yersucthi eine wichtige Rolle spielt-, die man letzthin angestellt hat, um die Übertragung von Bildern und Schrift durch Vermittelung elektrischer Ströme zu ermöglichen. selenkupferblei und l«erba(-hit(selenquecksilberblei), die ebenfalls im Anhaltischen Harze vorkommen, sind gleichfalls vertreten. Das Tellurbloi(Altait) der Sammlung stammt aus Colorado. Allkk diese letztgenannten sind als Mineralartcn, nicht aber als Erze von Bedeutung.

In den schwarzen Kupferschiefern des Mansfelder Revier-s ist der Kupfer-glaiiz weit verbreitet-. Dieselben Kupfer-schiefer tret-en auch bei Frankenberg in liessen auf, und von dieser Fundstatte stammen dic sog. ,,l(rankenberger Ähren«, I«mchtsza1)f(-.11 einer ausgestorbcnen licniferc(Ullmannia Bronni), deren Form sich durch den ausgeschiedeneii Kirpfeisglaiiz erhalten hat.

Ilins dei« reichstcn silbercrze, der Silberglanz, der im Erzgebirge vorkommt, ist in bemerkenswerten For-mein «vertreten, auch seine seltene Form, die den Nameii Alcanthit führt und bei Freiberg gefuinlcn wird. liegt vor.

Auch aii Tellur gebunden tritt das silber auf, nicht gerade häutig zwar, aber doch iiber die ganze Erde ver- breitet. Oft ist das Tellursilber, das denn auch den Nainen Petzit führt, goldhaltig in Europa liegen berühmte Fundorte in Ungarn und in siebenbürgen. Antimonsilber oder D yskrasit. das in Andreasberg im Harze gefundeii wird, ist eiri sehr- rciches silbercrz.

ln etwa lut).leem1)la1-eii ist die technisch überaus wichtige Zinkblcnde vortreten. Wie verschieden doch dasselbe Mineral aussehen kanns lhre Farbe ist weils, gelb, honiggelb, goldbraun, rotbraun, dunkelbraun bis samtschwarz.