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Unser Landesmuseum
Entstehung
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Einige stiicke, vornehmlich die schönen Blenden von Picos de Eu1-0pa bei Eremita in Asturien(Spiegelblende) gläiize11 prachtvoll und sind halbdurchsichtig, ander-e wiederum. besonders die dunklen, sin(l vollkommen undurchsichtig- Merk- würdig sind auch die schalenblenden oder Leberblendem von brauner Farbe und krummschaligeis Ablagerung In Deutschland wird das meiste Zink in schlesieii und im Rheinlarid gewonnen. Aus den aufgegebenen Anhaltischen Bergwerken bei Neud01«f im Unterharze stammen 4 Stücke der sammlung. Eiii dei« Zinkblende ähnliches, meist gelb gefärl)tes Mineral ist der seltene Grreenockit, eine Schwefelverbindung des Metalles Cadmium Hierhcr gehört auch die halb metallisch glänzende Manganblende aus Nagyag in siebenbiirgen und der spröde, messinggelbe M illerit oder Nickelkies, der auf Nickelmetall verarbeitet wird, ebenso wie der Rotiiickelkies, voii dem schön kristallisierte Stücke von sangerhausen vorliegen. Millerit enthält neben Nickel schwefel, Rotnickelkies Arsen und dei- helle Breithauptit von Andreasberg neben Nickel viel Antimon.

Die nächsten Nummern sind seltene-tellurhaltige Erze des silbeiss und Goldes, von ähnlicher chemischer Zusammensetzung wie die vor der Zinkblende aufgeführten, abeis mineralogisch doch von jenen zu trennen: Der silvanit(Ungarn und Nordamerika), der Krennerit und der Nagzsagit oder Blättertcllur von Nagyag

Das hauptsächlichste Flrz Zur Gewinnung von Quecksilber, der Zinnober, kommt gewöhnlich derb vor. Jii der Sammlung finden wir aber auch sehr schöne, rubinglänzende Kristalle. Das Quecksilberlebererz von Idrin ist ein Gemenge von Zinnober mit bituininüsem erdigen Stoffen. Der Onofrit von Colorado enthält aulseis Quecksilbei« und Schwefel noch selen, der Goloisadoit Tellu1-. Von dunkelindigoblauer Farbe ist der Kupferindig oder Govellin, der aus Kupfer- und schwefel besteht. Eine schwefelverbindung des seltenen Elementes Molybdä11, der Mol)sbdäii- glanz, wird in Deutschlan(l am Erzgebirge gefunden, in geringen Mengen auch im Harze unil bei Mansfeld

Realgar und Auripigment, zwei Schwefelverbindungen des Arsens, diese von gelber, jene von roter Faisbe, sind in vielen schönen stücken vorhanden. Realgai· von Neudorf wird als einheimisches Vorkommeii unser besonderes Interesse haben; wissenschaftlich interessaiit ist der Realga1- im Dolomit des Binnentales.

Der im vorstehenden als eine kleine Probe abgedruckte Teil des ,,Führers« durch dic Mineraliensammlung des Landesmuseums umfath etwa ein Siebentel des ganzen Entwurfes, der, wenn der Plan Beifall finden sollte, die vorhandenen und zu erhoffenden Schatze des Museums durch leicht fallliche Abhandlungen zugänglich zu machen, der veröffentlichqu entgegensieht

Manche Zeichen deuten darauf hin, dalZ überall in Deutschland nicht allein die Schulbehürden und die stadtischen Korperschaften mehr und mehr Einsiclit von der Bedeutung und Tragweite landes- und volkskundlieher Belehrung-en und Unterweisung-en gewinnen. Zum Wohle unseres vaterlandes iindeii die heimatkundliehen Bestrebungen wachsendes verstandnis auch in weiteren Kreisen, und die Zahl derer ist ersichtlich in Abnahme begriffen,»die lediglich von den materielleii Interessen erfüllt sind und nur ein mitleidig-es Lächeln, vielleicht wohl gar Spott und Holin für Leute übrig haben, die sich für diese höheren Güter« begeistem und womöglich noch Gelcl ausgeben«.1) Nennenswerte Erfolge werden aber alle Bemühungen der Freunde der Heimatkunde nur dann haben, wenn wir der heranwachsenden Jugend erfolgreiche Anregung geben, die Heimat gründlich kennen zu lernen, ihre Natur, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Beziehungen zum grollen Vaterlande und der weiten Vvelt, soweit das dem Einzelnen überhaupt möglich ist-

Es kann nicht zweifelhaft sein, dalZ zu einer derartigen Anregung die zweckmalsig geleitete und unterstützte, freiwillige Selbstbelehrung in einem Landesmuseum in hohem Grade verhelfen wird, und deshalb wird die schule, werden alle Freunde gesunder Jugend- und Volksbildung das neue gemeinnützige Institut unserer Stadt mit ehrlich gemeintem, herzlichem Glüclc auf! begi-i.iBen.

1) R. Krieg, Landeskuntle. Grenzboten 1909, Ni-. 52, s. 582.