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Unser Landesmuseum
Entstehung
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Quecksilber-, das einzige unter gewöhnlichen Verhältnissen Hüssige Metall, kommt in kleinen Tröpfchen dem Zinnober aufsitzend in Idria und Almaden vor. Aus den alten, längst verlassenen Gruben von Moschellairclslier-g in Rheinbayem ist ein Handstück in der Sammlung vorhanden.

Das in der Nat-ur- in reinem Zustand vorkommende Silber ist meist oberiiächlich schwarz angelaufen und daher- unscheinbar. In gröthen Mengen wird es in Kongsberg(Schweden) gefunden, woher zwei drahtförmige Stücke der Sammlung stammen. Besonders interessant sind die Stücke aus Amerika(Alaska, Mexiko, Arizona).

Als Amalgam bezeichnet man eine Legierrmg von Quecksilber uncl Silber-. die selten vorkommt. Die Stücke unserer Sammlung stammen aus den schon genannten jetzt, aufgegebenen Gruben von Moschellandsberg in Rhein- bayern, aus der Grube Friedrichsegen bei Oberlahnstein und aus den erecksilberbergwerken von Almaden in Spanieir.

Wvährend das gediegene Silber für die Gewinnung des Motalles nur eine unter-geordnete Rolle spielt, ist fast alles Gold, das verarbeitet wird, in gediegenem Zustande gefunden worden. Mehr- als 30 unserer Sammlungsstücke sind den siebenbürgischen Erzlagerstatten entnommen, quarzreichen Gängen in Eruptivgesteinen, die auclr Tellurs, Antimonit und Zirrkblende führen. Es ist ,,Ber-ggold«, wie solches die Sammlung auch aus Transvaal in Südafrika aufweist. Das Gold aus Chile und zum Teil auch das aus Alaska ist ,,Seifengold·"«, ein Bestandteil der Flullgerölle der durch Auswaschen abgetrennt wird. Die Proben aus dem Altai und dem Ural erinnern uns daran, dals von dorther durch Vermittelung nomadisoher Steppenvölker das Golcl im frühesten Altertum in die alten Kulturländer, z. B. nach Babylorrien, eingeführt wurde. Noch heute steht RuBland an der spitze der europäischen Goldproduktion; die Gruben im ungarischen Erzgebirge liefern jährlich etwa für 5 Millionen, die russischen etwa für 100 Millionen Mark Gold. Zwei Stücke aus Böhmen mögen darauf hinweisen, dals auch in diesem Lande vordem viel Gold gewonnen wurde, eins aus Zell in Tirol darauf, dalZ die Römers in den Ostalpen ergiebige Goldbergwerke besalzen. Die Goldproduktion der Welt betrug um die Jahrhundert-wende etwa 1300 Millionen Mark. eritaus das meiste Gold kommt aus Australien, Alaska und Kalifornieii. DerWert eines Kilogramms Gold ist reichsgesetzlich zu 27sl0 Mark festgesetzt; ein Kilogramnr Silber kostet jetzt etwa 83 Mark-

Ebenso teuer wie Gold ist Platin, von dem 4 Stücke ausliegem die in ,.,Seifen" am Ural gefunden sind. Dic- ,,Plat,inmetalle« Iridium und Osmium sind in dem bleigrauen lridosmium enthalten. Osmium1 das schwerste aller- Metalle, findet Verwendung zur Herstellung von Glühfäden für elektrische Lampen. Das lridosmium wird auch stsertskit genannt, weil es fast ausschlielllich bei szssertsk am Ural vorkommt- Nehcn diesem lislinerirl liegt Osmiridium(Newja.nskit), ebenfalls eine Iregierung der beidcii l)latinmetalle.

Sulfide.

Die zweite Klasse des Mineralreiches bilden die Sehwefelverbindungen der Schwer-metallc. er ihnen gehören viele wichtige und weitverbreitete Erze, deren bergmännische Gewinnung und hüttenmalsige Verarbcitung uralt ist. Auller dem Schwefel tritt als Bestandteil vielfach Arsen und Antimom seltener Tllellurs auf. Die Bergleute des Harzes und des Erzgebirges lraberr seit alt-ers vier Gruppen dieser Brsze unterschieden: Die Kiese, harte, metall- glänzeride Erze, die Glanze, ebenfalls metallglanzend, aber- weich, die Blen(len, oft glasartig und nicht metallisch glänzend, durchscheinend und sogar durchsichtig, endlich die Fahler-zc, weich und an der Oberfläche matt angelaufen.

Ungemein weit in der Erdkruste verbreitet ist der Eisenkies, auch Schwefelkies oder Pyrit, d. h. Feuer-stein, genannt. Er gibt nämlich mit dem Stahl Funken wie unser gewöhnlicher Feuersteirr, mit dem ers aber seiner Natur- nach nichts zu tun hat. Bei diesem Mineral treffen wir zum ersten Mahr wieder-, seitdern wir den Schwefel betrachteten, auf schöne, deutliche Kristalle: Prachtvolle Würfel vonlraversclla in Piemont und von der lnsel Elba und die merkwürdigen ,.,Zwillinge« von Vlotho bei blinden-

Bemerkenswert ist, dals der Pyrit als steter l,3egl(-it(-r- des Geldes auf seinen Lagerstätten auftritt und oft selbst goldhaltig ist. Stark goldhaltige Stücke von Alaska sind ausgelegt. Durch den Einflull feuchter Luft verwittert der Eisenkies leicht, über-zieht sich mit einer braunen Schicht und geht schlieBlich vollstäntlig in ein neues Mineral über-, das keinen Schwefel mehr enthält und den Namen ,,lf3rauneisenerz« führt(vgl. die Stücke aus Bristol in Errglarrtl und Beresowsk am Ural). Findet man cirr Stück Brauneisenerz, das eine dem Eisenkies eigentümliche Kristallforrir zeigt, so kann man sicher· sein, dall es durch Umwandlung aus jenem Mineral entstanden ist. Man nennt Mineral- körper, welche die Kristallform eines anderen Minerals aufweisen ,,Jl:)seudomorphosen««.

Es kommt nicht selten vor, dall zwei Körper-, die chemisch vollkommen identisch sind, in Gestalt, Farbe, spezifische-m Gewicht und anderen Eigenschaften von einander abweichen. Wir erinnern uns an den Fall Diamant-