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Xsfermittelst des elektrischen Stromes kanii man Wassers in sauer-steif und Wasserstoff zerlegen. Wasser ist also kein Element. steinsalz enthält als einzige Bestandteile die beiden Elemente Natrium, ein Metall von merk- würdigen JlDigenschaitem und Chlor, das oben genannte giftige Gas. Die Ohemiker haben alle Mineralien auf ihre elementaren Bestandteile hin untersucht und gefunden, dals einige aus einem Metall und schwefel, andere aus mehreren Metallen und Schwefel, wieder andere aus Metall und sauer-stoff, noch andere aus einem Metall und Chloi- usw. bestehen-
Nach ihren·Bestandteilen nun, also vom chemischen Gesichtspunkte aus, pflegt man die Mineralien in Klassen zu ordnen. Hieraus geht hervor, daB den sinn des Systems der Mineralien nur der versteheii kann, der chemische Kenntnisse besitzt.1) Da aber die chemischc Zusammensetzung, die man nur durch Versuche ermitteln kann, auch auf die direkt wahrnehmbar-en Eigenschaften der Mineralien, Farbe, Glanz, Harte, Kristallgestalt usw. nicht ohne Einüull ist, so werden mehrfach die im system nebeneinander stehenden Mineralien sich auch äullerlich ähnlich sein« Andre1·- seits freilich sind Fälle nicht selten, wo chemisch ähnlich zusammengesetzte Mineralkörper in ihren sonstigen Eige11- schafteii durchaus nicht übereinstimmen
Wir gehen nun zu der Betrachtung der sammlung über und beginnen mit den Elemente11. Von ihnen treteii nur 16 als Mineralien auf, und die meisten darunter nur in geringen Mengen und nicht häufig. Diese Mineralien stehen an der spitze des systema denn sie sind ihrer Zusammensetzung nach offenbar die einfachsten.
Den Beginn macht der Diamant, dem man nicht ansieht, dall er Kohlenstoff ist. Dall Wassers und Eis chemiscli nicht verschieden ist, bezweifelt niemand; denn eins last sich leicht in das andere verwandeln. Abeis Diamant und Kohle? Es ist zuerst dem französischen Chemiker Moissan gelungen, Kohle in Diamaiit umzuformen, nachdem man schon seit 100 Jahren aus dem chemischen Verhalten des Diamant-en die Natiir dieses kostbaren Edelsteines erkannt hatte. Leider sind aber die bisher künstlich erzeugten Diamanten nicht glashell uiid klar wie die ö, meist aus Brasilien stammenden Exemplar-e der sammlung, sondern schwarz wie unsers ,,Garbonado««".— Die Einheit, nach der man das Gewicht der Diamant-ei) angibt, heillt Karat und beträgt 205 mg.
Auch der Graphit, der ganz wie ein Metall gläiizt, ist eine Form des Kohlenstoffs. Durch Erhitzung bei Luft- abschlull lallt sich Diamant in Graphit umwande1n, das härteste bekannte Mineral in eins der weichesteW ln Deutsch— lancl findet sich Graphit, wie die Angabe bei dem einen unserer stücke zeigt, bei.l’assau; 3 stücke sind von den berühmten Fundorten auf(-«eylon; eines von Ticonderoga im Staate New York zeigt deutlich die eigentümlichen sechsseitigen Blättchen seiner Kristallform. Graphit wird hauptsächlich zu Bleistiften verarbeitet.
Deutliche1· und gröber als bei den erstgenannten Mineralien treten Kristalliiächen beim Schwefel auf, von dem zahlreiche schöne Kristallgruppen, meist von Girgenti auf sizilien, vorliegen. Bei Teruel in Aragonien liegen schnecken- häuser im Schwefel, und bei Girgenti Fischreste; von beiden berühmten Fundorten ist je ein Beispiel vorhanden- Aiich in Anhalt kommt schwefel vor, wie ein stück Grips aus Treopoldshall zeigt, in dem sich Nester- dieses Mincrals gebildet haben. Auf das vulkanische Vorkommen des schwekels weist der ,,sublimierte Schwefel von der solfatara bei Neapel-« hin, auf sein Vorkommen in der Nähe von Petroleumquellen der schwefel von Sosnowice in Galizie11.
Antimon, Arsen und Wismut sind drei Elemente, die man auch als ,,sprödmetalle« zusammenfailt, und die sich hier und da auf Erzgängen finden-» Arsen im Harze und im Erzgebirge, Antimon ebenda und Wismut, das als Erz, also in chemischen Verbindungen, sehr wenig auftritt-, im Erzgebirge(schneeberg) und in Böhmerr. Tellu1-, ein sehr seltenes Element, von dem Stücke aus dem Faezebajer Gebirge- in Siebenbürgen und aus Oolorado vorliegen, steht chemisch dem schwefel nahe, wir-(l aber seiner Kristallform wegen, die mit der der sprödmetalle übereinstimmt, von den Mineralogen zu diesen gestellt.
Kein Metall wird so vielfach verwandt wie Eisen, und doch ist ,,gediegenes«, d. h. nicht mit andern stoffeii verbundenes Eisen recht selte11. Das in unserer sammluiig vorhandene Eisen ist nicht irdischen Ursprungs, sondern Meteor-eisen. Wird dieses angeschliffen und dann mit salpetersäure geatzt, so treten eigentümliche Zeichnunge11 hervor, die man Widmannstattensche Figuren nennt.
Im Gegensatze zu Eiseii ist Kupfer in gediegenem Zustande weit verbreitet; wie unsre sammlungsstücke " zeigen, findet man es auf den Erzgängen von Rheinbreitbach am siebengebirge, im Siegenei- Lande und am Wester- walde stücke aus England, Spanien, Schweden und Rullland beweisen, dals es auch sonst in Europa vorkommt. Meist tritt es hier aber nur untergeordnet in Gesellschaft von Kupfer-erzen auf. Allein in Nordamerika am Oberen see auf dei- Keweenawhalbinsel im Staate Michigan bildet es bedeutende Lager-, deren Abbau natürlich allgemein gewinn- bringend ist; man hat dort Klumpen von 5000 Tonneii Gewicht gefunden.
1) Die Mincralien sind in unserer Sammlung gen-til so angeordnet wie in dem Handbuohe: Elemente derf Jiineralogsie von Nauniann-Zirl(el, Leipzig 1907. Für den Gebrauch der Anfänger ist dieses Handhuch nicht bestimmt


