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Unser Landesmuseum
Entstehung
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in erster Linie für jede Abteilung des Museums Hilfsbücher nötig-, gedruckte Führer, die ausführliche und leicht verständlichc Auskunft erteilen, Literaturnachweise enthalten und es aucli an praktischen Ratschlag-en für bescheidene eigne Forschungen nicht fehlen lassen.

Wie ein solches Hilfsbüchlein beschaffen seiii kann, soll der folgende Teil eines Entwurfes für einen Führer zeigen, der bestimmt ist, Schüle1« der Mittelklasseii zu einigem Verständnis der Mineralien-sammlung des Landesmuseums hinzuleiten und sie zu befahigen, aus der Sammlung ,-Xn1»eg-1111g- Zu gewinnen zu selbsttätiger, freiiivilliger Beschäftigung mit mineralogischen Dingen.

An der Fisag"e, wie der Boden, aut" dem wir wandeln, entstanden ist, an der Erforschung der Geschichte der Oberliache des Planeten, den das Menschengeschlecht bevolkert, kann niemand vorübergehen, der es sich angelegen sein lath, ein Bild vom Werden und Vergehen in der Natur« und von den Gesetzen zu gewinnen, die darüber walten. WVer aber solchen Fragen naher tritt, wird übel beraten werden, wenn er nicht durch eigene Anschauung und Beobachtung schon klare Begriffe gewonnen und die schwierigkeit exakter wissenschaftlicher Tätigkeit kennen gelernt hat. 1m Jahre 1902 hat die Deutsche Geologische Gesellschaft beim Kultusministerium in Preulzen und den Ministerien anderer Bundesstaaten die Aufnahme des Unterrichts in den Elementen der Geologie in den Lehrplan der höheren Lehranstalten angeregt. Diesem vollberechtigten WVunsche hat zunächst die Herzogl. Anhaltische Regierung-, Abteilung« für das Schulwesen, entsprochen, indem sie durch Verfügung vom 2. April 1903(N1«. 2638) anordnete, bei dem naturwissenschaftlichen

Unterrichte der mittleren und oberen Klasseii ohne Vermehrung der diesem Unterrichte bisher zugewiesenen Lehrstunden-- auch die Elemente der Geologie zu berücksichtigen.1) Es ist nicht

nötig hervorzuheben, dalZ diese Verfügung von allen, die wir Erdkunde und Naturwissenschaften zu lehren habe11, mit Freude begrüth wurde, obwohl unzweifelhaft jeder sich der obwaltenden nicht geringen Schwierigkeiten der Aufgabe von vornherein bewuBt war.

Ohne Gesteinskunde keine Geologie und ohne Mineralogie keine Gesteinskunde. Die der Untersuchung zugänglichen Teile der Erdkruste bauen sich aus Mineralien auf, und wenigstens von den an der Bildung der wichtigsten Gesteine beteiligten Mineralien mull derjenige Kenntnis haben, der in die Elemente der Geologie eingeführt werden soll. Auf die Anleitung zur Betrachtung von Mineralien im Unterricht auf den mittleren stufeii soll hier nicht eingegangen werden(vergl. F1·.Dannemann, Der naturwissenschaftliche Unterricht auf praktisch-heuristischer Grundlage S. 151 ff.). Die obigen Ausführungen verfolgen nur den Zweck, anzudeuten, weshalb von mir gerade die Mineraliensammlung des Landesmuseums als Beispiel herangezogen worden ist und weshalb im FolgeMen die Mineralien ohne Voraussetzung chemischer und kristallographischer Kenntnisse besprochen sind, in der Weise, dalZ lediglich»die Anschauung und Beobachtung geklärt und gescharft und eine Anzahl von Begriffen des täglichen Lebens verständlich gemacht werden«,2) und dalz die Beziehungen der Mineralien zur Geologie und zur Erdkunde besondere Berücksichtigung finden.

Aber auch fürs die Schüler der Oberklassen unserer Anstalt, denen im chemischen Unter-richte die wissenschaftlichen Grundlagen der Mineralogie dargeboten werden, dürfte die Benutzung der sammlung an der Hand eines solchen Führers nicht ohne Nutzen sein, da erklarlichenveise im Unterrichte für die spezielle Mineralkunde wenig Zeit übrig bleibt. Ausdrücklich bemerkt sei, dalz der Führ-ei- ein Lehrbuch durchaus nicht ersetzen soll.

1) Erwähnt bei Gonwentz a. a. O. s. 70 f. 2) Aus dei- oben genannten Eingabe der Deutscheii Geol.Gesellschaft(Zeitsehi-.d.D.Geol.Ges.,Be1-linl902, S.134k.).