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auch nur an einer einigermaden betrachtlichen Zahl von schulen Berücksichtigung findet1). Ebenso stiefmütterlich wird wahrscheinlich nicht selteri, auch die Lokalgeschichte im Geschichtsunterricht behandelt, obwohl ein Anknüpfen an die Heimat auch bei diesem Unterrichtsfache vielfach möglich und alsdami auf« jeden Fall ersprielzlich Sein würde. Das Goethesche ,,Gehe vom Hünslichen aus, aber so du kannst, erobere dir die ganze erltiå so oft variiert es als dringliche Forderung in schultechnischen Blättern erklungen ist, kann. den beste11 kailleri der Fachgenossen vorausgesetzt, unter den jetzt obwaltenden Bestimmungen vielleicht überhaupt nicht in die Tat umgesetzt werden. Aber war-e es nicht möglich, der Yorwirklichung dieses Postulates durch zweckmälzig geleitetes studium der schüler in einem Heimatmuscum nahm« zu kommen?
Ich denke nicht ari Zwangsführungen oder verbindliche Museurnsbesuche nebst mündlichen oder gar schriftlichen isxusweisen über den eventuellen Erfolg- Das wäre von Dbel; die schule legt gerade genug Zwang auf. Wir sollten überhaupt den Erfolg von ,,ls’ührungen« nicht zu hoch veranschlagen- klllreoretisch nimmt sichs ganz nett aus: Der Lehrer gibt vor dem Gegenstande die nötigen Erklarungem die schüler fragen und aus anmutigem XVechsel von F age und Antwort entspringt dann das Terstandnis Man denke abe1- an Erfahrungen, die wohl jeder auf Kongressen, bei Ils’cr-ieril(u1"se11 usw. gewonnen hat. XYer vermochte Nutzen aus den bei Sammlungsbesuchen gegebenen mündlichen Erklärungen ziehen? Nur- die vier oder fünf, die sich in unmittelbarer Nalie des Führers hielten und somit in der Lage waren, zugleich zu hören und zu schen. Denn der Fülnsende richtet unwillkürlich seine Ausführungen für diejenigen ein, mit denen zusammen er vor dem Gegenstande steht, den er behandelt. Gelangt man, eingekeilt im Zuge der Wileegierigem nach einigen Minuten glücklich vor das eben besprochene Objelit, so redet der Führer zehn schritte weiter schon über etwas anderes, und die Aufmerksamkeit wird empfindlich gespalten. Ermüdet nnd unbefriedigt entfiieht ma11 endlich dem Gedrange, lcauft einen«K·.atalog, und zieht es vor, an der Hand dieses Hilfsmittels, So unzureichend es oft ist, in Ruhe und Freiheit sich in die sammlung zu vertiefen. Bei der noch unentwickelten Konzentrationskraft jugendlicher Menschen tritt der geschilderte l.«l·belstarid selbst- verständlich weit starker in XVirliungz Auch eine kleine schar aber,- die wohl in der Lage ware, dem Vortrage eines führ-enden Lehrers sehend und hörend zugleich zu folgen, lülst erfahrungsmallig nacli verlauf einiger Zeit Zeichen der lEIrmüdung und Zerstreutheit erkennen. Untersucht man das Ergebnis, so findet man es nicht aquivalent der aufgewendeten Mühe und Zeit. Es stellt sich regelmällig heraus, dals nur wenige neue xxnschauuirgeir gewonnen, nur wenige neue Begriffe klar erfaBt worden sind. Einzig und allein für den Zweck einmaliger allgemeiner Orientierung kann die wohl vor-bereitete Führung auch einer grölzeren Anzahl von Schülern empfohlen werden. sie wird als wertvolle Frucht manchem die isxmsegnng hinten-lassen, sich, nachdem die erste ober- Hachliche Neugierde befriedigt ist, selbstämdig in diesen oder jenen Teil des Museums zu vertiefen.
Denn darauf komInt es an, datl das Museum unserer Jugend die Möglichkeit gewahrt, auf autodidaktischem Wiege freiwillig ihre Kenntnisse und Anschauungen zu erweitern. Dadurch wird es zu einer wertvollen Ergänzqu der Schule und zu einem bedeutsamen Bildungsmittcl der Jugend. Das Bestreben, die schüler zu ersinielilicher selbsttütigkeit zu erziehen, ist heute reger denn je, und es dürfte überflüssig sein, an dieser Stelle den Nutzen freiwillig geleisteter Geistes- arbeit für die Ausbildung des einzelnen näher zu beleuchten.
Nu11 ist genugsam bekannt-, del-i jeder Selbstnnterrieht besondere, zwecliniüllige Hilfsmittel erheischt, wenn er auf die Dauer(lnrchf«üln-bar nnd von Erfolg seiii soll. Für unseren Fall sirnl
1) Conwentz, Die lieimatkunde in der schuld Berlin 1W4, s. Wi.


