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Unser Landesmuseum
Entstehung
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gewisser Breite die Naturdenkmalptlege hervorgehoben wird, damit jedermann sich gewohnt, den Denkmalerii der Natu1- Beachtung zu schenken nnd in ihnen Dinge zu erblicken, die man zu schonen hat und die der Erhaltung wert sind.1) Die berufenen Ermittler zu pilegender Natur-- denkmale1- im Lande sind die Beamten der Forstverwaltungen und die Lehrer auf dem Lande. In dem neuen Landesmuseum erwächst ganz von selbst eine Zentralstelle fül« eine gegenseitige Verständigung über diese wichtige Angelegenheit-

Die Beziehungen der Pflanzen und Tier-e zum Menschen treten besonders klar zutage in den Ergebnisseii der Akklimatisation und Veredelung zu Kulturzwecken· Es wird sich darum handeln, aus dem überreichen Stoffe Bezeichnendes für die Heimat auszuwahlen. Die Parkanlagen und Wälder der Umgebung von Dessau z. B. fordern auf zu einer Zusammenstellung der seit den Tagen des Fürsten Franz hier angebauten Baume fremdlandischer Herkunft. Schadliche und nütz- liche Wildtiere verlangen ferner Berücksichtigung ebenso wie Giftpflanzen und Arzneipilanzen.

4. Aus jenen fernen Zeiten, in denen zuerst Menschen die Gaben des Bodens in unserer Gegend ausnutzten, sind in Gestalt von prahistorischen Funden Zeugen auf uns gekommen. Die»Urnen«, die Stein- und Bronzegerate, die sich im Boden finden, haben, wie die Abbildungen in Beckmanns Historia des Fürstentums Anhalt 1700 beweisen, schon früh die Aufmerksamkeit erregt. Ordnungsmallig gesammelt ist in der Dessaue1" Gegend hauptsächlich von Dr. Frankel T) und Dr. Seelmann. Die Sammlung des letzteren ist in den Besitz der Stadt übe1-geg"a11g-eii, jedocli unter Aufsicht des Herrn Dr. Seelmann verblieben. Die bedeutende, in Grollkühnau aufgestellte Herzogliche prahistorische Sammlung kommt einstweilen für unser Museum nicht in Betracht Die Schausammlung des Landesmuseums besitzt Fundstücke in ununterbrochener Folge von der ältesten Steinzeit bis in die Wendenzeit hinein und gewahrt somit einen ausreichenden Überblick von der Urzeit an bis zur Christianisierung und Germanisierung der Lande aii Mulde und Elbe im elften Jahrhundert

5. Darin beginnt für unser Gebiet die historische Zeit. Auf die Ivendenzeit weisen viele nocli heute als wendisch zu erkennende Dorfanlagen hin, von denen Plane eine Anschauung geben werden. Die folgende Kolonisationszeit ist schon eng verknüpft mit der Geschichte des Hauses der Askanier. Diese Geschichte bis in die Jetztzeit hinein zu illustrieren, wird eine der Haupt- aufgaben des Landesmuseums sein müsseii; abeis es ist eine Aufgabe, deren Bewältigung nicht geringe Schwierigkeiten entgegenstehen Von Privaten ist-hier wenig gesammelt worden, ebenso- wenig von den Ortsbehorden und vom Vereine für Anh. Geschichte und Altertumskunde. Das wird unter anderem die Folg«e haben, dalZ die sinnfalligse Darstellung der bauerlichen und bürgerlichen Kultm früherer Jahrhunderte vorerst recht lückenhaft bleiben wird. Es ist das um so mehr zu bedauern, als erfahrungsmaBig die groBe Mehrzahl der Besucher eines Heimatmuseums der historischen Abteilung das lebhafteste Interesse entgegenbringt, ein viel regeres als den geographisch-naturwissen- schaftlichen Teile11. Denn die Natur-vvsisseiischaf"ten liegen nun einmal dein menschlichen Geiste un- bequome1« als die historischen inssenschaftem obwohl kein innerer Gegensatz Zwischen ihnen besteht.2)

Das Bild, das die historische Beleuchtung der Volksentwickelung entstehen lallt-, wird runder, wenn es auch von geographischer Seite belichtet wird. In seiner»Geschichte der Stadt Dessau«3)

1) Es sei an dieser stelle auf die beachtenswerte Zusammenstelluiig:»Der schutz der Naturdenkmäler, die Ent- wickelung und Erfolge dieser Bestrebungen« hingewiesen die WinkelmanII im Osterprogramm des Schiller-Real- gynmasiums in Stettin 1908 gegeben hat-.

2) Paul Volkmann, Erkenntnisthe01«. Grundzüge, Leipzig 1910, S. 282 und 28b.

Z) Dessau 1901.