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Unser Landesmuseum
Entstehung
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Exemplar-en und sodann in ihren Ver-banden zu Gesteinen vorzufiihren Die Gesteine müssen in unverwittertem und verwittertem Zustande ausliegen, und es mulz gezeigt werden, wie die Boden- krume entsteht. eriter kommen an dieser stelle zur bildliehen Darstellung die Schutthalden und Dünen, die Erosionsformen des Gelandes, die Entstehung der JEluBsehleifen und dergleichen; selbst- verständlich jinden hier auch die oi«g«anog-eiie11 Gesteine Berücksichtiguan

Nfeiterhin wird es sieh um eine Übersicht über die historische Geologie handeln. Es werden vorerst die sehichten ihrer Altersfolge nach im allgemeinen vorgeführt und daneben die wichtigsten Leitfossilien in Musterstücken von klassischen Fundorten vom Obersilur bis zur Jetzt- zeit haben wir in Anhalt sämtliche Formationen vertreten. Sie kommen nebst den darin gefundenen Resten zur Aufstellung- Besondere Berücksichtigung verlangen die an dem grolzteii Teile der Bodendecke wesentlich beteiligteii jüngsten Formationen.

Gesondert von dieser Unterabteilung werden die nutzbar-en Gesteine und Mineralien, die sich im Lande finden und die zum Gebrauche von auswarts eingefühist werden, zur Auf- stellung kommen.

Einen vortrefflichen Uberblick über das gesamte Mineralreioh wird die von Herrn Kom- merzienrat Venator in Dessau dem anhaltischen staate geschenkte bedeutende Mineralien- sammlung seines 1893 verstorbenen Vaters, des vormaligen Bergingenieurs Venator, gewahren. Diese Sammlung ist ein abgeschlossenes Ganzes, und ieh werde im zweiten Teile dieser Abhandlung- naheis auf einen Teil derselben einzugehen haben, indem ich daran zu zeigen versuche, in welcher "Weise schausammlungsen auch schwieriger Objekte für schüler nutzbar gemaclit werden können.

Z. Aufgabe der biologischen Abteilung wird es sein, an Beispieleii den Zusammenhang« zwischen Boden, Klima, Piianzen- und Tierwelt und die Beziehungen der Piianzen und Tiere unter sieh und zum Menschen zu zeig-eri. Gewisse Gruppen in der gleichen Abteilung der Museen in Bremen, in Altona und in Berlin werden als Musteis dienen. Auf Yollstandigkeit ist weniger Gewicht zu legeii als darauf, das Charakteristische in geeigneter Weise hervorzuheben. Das Museum birgt bereits zwei wissenschaftliche saminlungen, die vorerst- Material für die schausammlungen abgeben können: Das IsIerbar des Vereins für Landeslcunde und Naturwissenschaften und eine sehr reichlialtige, wohlgeordnete Kafersannnhing Es besteht die Absicht, aus diesen sammlungen von Zeit zu Zeit Formenkreise in geeigneten scliaukasten zusaimnenzustellen, um die wunderbaren Variationen einer Grundgestalt und die zarten«l«.lberg"änge von Form zu Form zu demonstrieren.

Bei der Einrichtung dieser drei ersten Abteilungen sollte durch Einschaltung guter, eng an die Natiir sieh anlehnender Landschaftsbilder immer wieder auf das Einheitliche hingewiesen werden· Natur-getreue, lebensvolle Abbildungen sollten auch die ,,N atu1·denkmaler«, an denen die westlichen und ostlicheii Teile des Gebietes nicht arm sind, vor Augen führen. Glücklicherweise genielzen unsere grolzen Waldungeii, soweit sie Herzoglieher Privatbesitz sind oder dem Anhaltischen staate als Eigentum angehören, den Schutz, der ihnen als hervorragenden Naturdenkmalern gebührt,1) ist der Biber geschützt und ist aueli dafür gesorgt, dals die im Unterharze anstehenden Felspartien, soweit sie für das Landschaftsbild von Bedeutung sind, nicht dem steinbruehbetriebe anheimfallen. Gleichwohl aber wird es nicht zwecklos sein, wenn im Landesmuseum nachdrücklich und mit

1) ,,Unter Naturdenkmal wird ein ursprünglicher, d. h. ein von kulturellen Einkiiissen völlig oder nahezu unberühist gebliebenen lebloseis oder belebtei- charakteristischer Natnrkörper im Gelände, bezw. ein ursprüngliche-r Landschafts- oder Leb en szustand in dei- Natur voii hervorragendem, allgemeinem oder heimatlichem, wissenschaftliche-m oder ästhetischem Interesse verstanden-« Conwentz, Naturdenkmäler S. 186.