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dieser Zeit und ihrer Schicksalsschläge(Leiden und Tod der Königin Louise) auf den jugend- lichen Prinzen. Sein erstes Auftreten bei Bar sur Aube. Nichterfüllung der Hoffnungen Preulsens beim Friedensschlufs trotz unverhältnismälſsig grolser Opfer.(Elsals und Lothringen pleiben französisch, Deutschland nur scheinbar geeinigt.) Betrachtung der Lage Deutschlands beim Regierungsantritt des Prinzen; Osterreichs Rivalität— Frankreichs Gelüste nach deutschem Gebiet. Pläne des Königs: Reorganisation und Verstärkung der Heeresmacht(Wiederaufnahme der Anschauungen des grolsen Kurfürsten und Friedrichs des Groſsen), Einigung Deutschlands (ohne Osterreich) unter Preuſsens Führung. Glückliche Unterstützung durch gleichgesinnte Männer; Bismark— Roon— Moltke. Erfolge der Heeresorganisation und teilweise Verwir- klichung der Pläne durch die Jahre 1864 und 1866. Engerer Zusammenschluſs Nord- und Süddeutschlands; die Mainlinie überbrückt; dadurch Vorbereitung auf das Jahr 1870. Nieder- werfung des Erbfeindes. Wilhelm der Siegreiche. Deutschland geeinigt unter Kaiser Wilhelm als Friedensfürst.
Bei der Behandlung dieser Bilder müssen überall Typen gewonnen werden. Die Auf- einanderfolge der einzelnen Bilder gestattet, dem Schüler die culturhistorische Entwicklung verständlich zu machen. Der Gang ist dann leicht so einzurichten, dals stets immanent repetiert wird. Concentration bewirkt namentlich der geographische Unterricht, das Lesebuch — aus dessen Teil für Sexta schon in der ersten Vorschulclasse eine Reihe von sagen- geschichtlichen Stücken gelesen und jetzt repetiert werden— sowie die Hexanziehung von historischen Gedichten ¹. Letztere enthalten meist charakteristische Züge oder Episoden aus dem Leben der in Frage kommenden Persönlichkeiten, welche vortrefflich geeignet sind, die im allgemeinen mehr kurz zusammenfassende Darstellung des Lesebuches zu ergänzen und in einzelnen Punkten zu vertiefen. Wo es der Zusammenhang erfordert, müssen natürlich die auf der vorhergehenden Stufe erlernten hierher gehörigen Gedichte wiederholt werden.
Im folgenden stelle ich das Material zu den Geschichtsbildern zusammen; die auswendig zu lernenden Gedichte sind mit einem* versehen, die übrigen werden nur gelesen und inhalt- lich besprochen.
1. Bild. Hauptsächlich Mitteilungen des Lehrers. Zeichnen: Fränkisches und sächsisches Bauernhaus. Lesestücke: Deutschlands älteste Bewohner, Wodan, Frigg, Deutsche Bauernbäuser.
2. Bild. Mitteilung des Lehrers. Zeichnen: Römisches Pilum und römische Hasta. Lesestücke: Die Schlacht im Teutoburger Walde. Gedichte:* Drusus' Tod v. Simrock, Drusus in Deutschland v. Schloenbach, Karakalla im Allemannenlande v. Netz.
3. Bild. Mitteilung des Lehrers. Zeichnen: Fränkische Streitaxt. Geographie: Halle, Rennsteig(mit Benutzung von Freytags Ingo). Lesestücke: Alarich, König der Westgoten, Die Hunnen(Masius II), Wie Siegfried hörnen ward, Siegfried bei den Burgunden, Siegfrieds Er- mordung. Gedichte:* Das Grab im Busento v. Platen,*Das Riesenspielzeug v. Chamisso, Sieg- frieds Schwert v. Uhland(aus Sexta bekannt).
4. Bild. Mitteilung des Lehrers. Verwendung von Freytags Ingraban und von Lehr- proben XXI, 39. Geographie: Fulda, Erfurt, Mainz, Würzburg, St. Goar, St. Gallen. Biblische Geschichte: Die Apostel und ihre Thätigkeit. Lesestücke: Chlodwig, Bonifacius, der Apostel
Ueber die Verwendung der Schülerbibliothek hierbei vgl. den Schlufs der vorliegenden Abhandlung und das Giefsener Programm von Hüter, Concentration des sprachl.-histor. und geogr. Unterrichts in Unter- Tertia p. 19 ff.


