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klar im Angelsächsischen nachweisbar. But geht auf ein ziemlich einfaches Element zurück mit der Bedeutung ausserhalb, ausser(Präpos.), ausser dass(Coniunct.). Das angelsächsische bütan, büton= be+ utan=(aussen) ausserdem, ausser dass, wenn nicht, ausser ist zwar weniger vielseitig als but, darum aber desto klarer. Als Coniunction ist but der Bedeutung nach völlig gleich dem vulgär deutschen ausser in Fällen wie: ausser er kommt= ausgenommen den Fall dass er käme. Diese selbe Bedeutung hat die Coniunction fast überall.
Ganz das lateinische quin haben wir nach negativen Sâtzen wie: I can not... but= facere non possum quin= ich muss unbedingt(wörtl. ich kann nicht— wenn nicht, ausser dass...); there is none but knows= nemo est quin sciat; no day... but= kein Tag(vergeht)... ohne dass: nullum diem intermitto quin. Selbst in der speciellen Verbindung mit Ausdrücken des Zweifels deckt es sich mit quin: there is no doubt but= dubium non est quin. Dann ist but seiner Natur durchaus entsprechend= nisi: may I die but= ich will sterben wenn nicht; good heavens, but she is handsome= gute gôtter, wenn sie nicht schön ist= alle Wetter, ist die schön! Xhnlich but that= wenn nicht dass, bloss dass, ausser dass: but that I love her= bloss dass ich sie(so) liebe= wenn ich sie nur nicht liebte! Ahnlich ist but for= wenn nicht wegen, ausser etwa wegen(weil), wäre es nicht wegen. not but that= nicht, falls nicht etwa dass wird wieder direct zum einschränkenden und concessiven obgleich, freilich wohl. In„who knows but“ tritt die bei den Conditionalconiunctionen so naheliegende Bedeutung des ob oder hier ob nicht in den Vordergrund, es heisst: wer weiss ob nicht? but though ist gewissermassen ein verstärktes though(obgleich), es heisst: wenn nicht etwa gleichwohl= sollte jedoch, wiewohl, allein. but yet bedeutet nihilominus, eigentlich(wenn nicht) ausser dass— doch noch. Eine klare Grenze zwischen dem coniunctionalen und dem präpositionalen but ist nicht zu ziehen, in vielen Fällen kann man beides mit gleichem Recht annehmen; so heisst all but eigentlich alles wenn nicht, alles ausser— bis auf. the last line but one= die vorletzte Linie heisst eigentlich: d. letzte L. wenn nicht oder ausser eine(r). Aus dieser selben ausschliessenden Bedeutung aber sind unschwer auch alle übrigen Anwendungen im adverbialen, ausschliessenden und rein gegensätzlichen Sinne zu erklären. Das wenn nicht oder ausser gestaltet sich adverbial zu nur, allein, oder, weniger stark ausschliessend, zu aber, dessenungeachtet, indessen, doch nur; auch sondern gehort hierher: not only but= nicht allein sondern auch.
Auch except heisst ausgenommen(dass), ausser wenn, wenn nicht, es sei denn dass und entspricht einem deutschen ausser(dass, wenn... er kommt).
Die Art des Englischen, finale Beziehungen zum Ausdruck zu bringen, ist im Vorhergehenden hier und da gestreift worden, so bei because, that, for. Meist erscheinen diese Bestimmungen nicht in Satzform, sondern zeigen eine Verbindung des so überaus biegsamen und vielgebrauchten Verbal- nomens auf ing... mit einer Präposition des Zweckes, so to, in order to, for... Als wirkliche negative Finalconiunction erscheint lest, z. b. lest you should lose any thing= damit Sie nichts verlieren. Ein I am afraid lest he go away= ich bin voll Schreck— dass er nur nicht (etwa) fortgeht! spiegelt dieselbe Auffassung wider wie timeo ne, poοßoHx I, je crains que... ne.
Die französischen Coniunctionen sind von einer erstaunlichen Einfachheit und Durchsichtig- keit, was ihre Bildung sowie ihre Anwendung anbelangt. Keine der behandelten Sprachen weist etwas auch nur annähernd Xhnliches auf, namentlich aber nicht das Englische. Das Französische zeigt fast ausnahmelos durchaus verständliche, auf französischem Boden erwachsene Neubildungen; im Englischen dagegen müssen wir neben vielen rein englischen Neubildungen nicht selten zur Erklärung auf die altgermanische Grundlage des Altnordischen, Gotischen und namentlich des Angel- sächsischen zurückgehen, und gar manche der englischen Coniunctionen hat eine seltsame Ent- wickelung hinter sich, bis sie das geworden ist, was sie jetzt auf englischem Boden darstellt.


