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Besonders häufig finden wir den adverbialen Accusativ von Adiectiven, z. B. vasnem nem
= sichtbar, äsischtem-= celerrime, thwäshem= celeriter, dareghem= diu, paoirim= erstens, bitim= zweitens, nydàpem= stromab, àätbitim= zweimal, ãthritim= dreimal, nürem= jetzt, aparem= alsdann, paourum, paourvim= zuerst, uschtemem= zuletzt.
Das Altpersische hat dieselben substantivischen wie adiectivischen Adverbialbildungen im Accusativ, cf. nur näma= 3voha, drangham= dareghem, duvitiyam= zum zweiten Male, darsham= sehr, hyãparam= iterum.
Eine grosse Rolle spielen die adverbialen Accusative von Fürwörtern, welche die mannigfachsten Partikeln vertreten und hier nur andeutungsweise behandelt werden können. Die Erscheinung selbst ist allen indogermanischen Sprachen eigen, freilich in sehr verschiedenem Grade; cf. 6r¹, quod, dass, que... Da sie meist relative, demonstrative, völlig unbestimmte Adverbialformen sind, so eignen sie sich in erster Linie zur einfachsten relativen, demonstrativen Bindung, sind aber eigentlich selbst ohne substantiellen Wert; dass häufig ein weil, wenn, deshalb... daraus wird, liegt nicht in ihnen selbst, sondern in der jeweiligen Structur und dem Zusammenhange. So bedeutet at etwa das da, wird aber zum Adverb im Sinne eines da, darauf, darum, so(im Nachsatz eines Bedin- gungssatzes), einer hebenden Partikel, des adversativen Verhältnisses, direct= aber. Besonders charakteristisch aber ist yat, das Neutrum des Relativ im Accusativ; eigentlich nur in der aller- unbestimmtesten Art relativ bindend, z. t. überhaupt nur andeutend, dass im gegebenen Falle ein relatives Verhältnis obwaltet. In letzterem Sinne ist das von Hübschm. p. 203 angeführte Beispiel nmänem yat ahmi zu fassen= das Haus(que, quod, dass) was in ihm statt: das Haus in welchem. Weiterhin vertritt yat je nach Sinn und Verbindung die allerverschiedensten relativen Partikeln und ist mit dass, damit, weil, wenn.... zu übersetzen.
Schon im einleitenden Teile wurde angedeutet, dass die Ansicht, als ob der Accusativ mit Präpositionen das Verhältnis der Richtung bezeichne, ganz verkehrt ist, dass der Casus weder mit örtlicher Ruhe noch mit Richtung etwas zu thun habe, dass aber die Entwickelung, wonach z. B. im Deutschen in, auf, an... mit dem Accusativ die Richtung bezeichne, eine natürliche sei. Das Alteranische zeigt auch hier eine grosse Ursprünglichkeit. Der Accusativ ist wie überall der absolut indifferente Casus; individualisiert wird das Verhältnis nar durch die Verbindung und das Wesen der jedesmaligen Präposition. Daher regieren denn anscheinend sehr viele Prä- positionen den Accusativ, bald tritt die Idee der Ruhe, bald die der Richtung, bald eine gar nicht örtliche Auffassung hervor; von einem wirklichen Vorwiegen des Verhältnisses der Richtung wie im Lateinischen, Deutschen kann keine Rede sein. Es giebt eine beschränkte Anzahl Präpositionen mit dem Accusativ, welche wirklich vorwiegend oder nur der Richtung dienen, dann aber enthalten sie dieselbe ihrem Wesen nach, wie à= zu, bis zu, paitisch= nach hin, oder die Wahl des Accusativ wird in sehr bezeichnender Weise durch den Zusammenhang bedingt. Ein Beispiel möge für Letzteres genügen; avi= von herab, de; die Grundbedeutung von her aber ist schon früh derart abgeblasst, dass die in allen Präpositionen des Ausgangspunktes naturgemäss implicite enthaltene Idee des entgegengesetzten Endpunktes, des wohin, mindestens ebenso energisch sich geltend macht; man denke nur an deducere, devenire, deferre, deponere, wo ganz ebenso die Bedeutung der Trennung teilweise gar nicht mehr, wohl aber die des nach hin deutlich sich geltend macht. Dem ent- sprechend hat avi mit dem indifferenten Accusativ nicht mehr die Kraft, eine so ausgeprägt indivi- duelle Verbindung wie von dem Berge herab zum Ausdruck zu bringen, hier müsste jedenfalls der Ablativ als Casus der Trennung angewendet werden. Daraus ergiebt sich von selbst, dass der Ausdruck im Casus der Unbestimmtheit nur das Ziel bezeichnen kann.
Die meisten Präpositionen mit dem Accusativ bezeichnen sogar an sich weder klar die Ruhe noch Richtung, sondern eine zwar völlig klare örtliche Beziehung, aber ohne bestimmtes Vorwiegen einer der beiden Bedeutungen, oder sie lassen überhaupt weder den Begriff der örtlichen Ruhe noch


