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örtlichen, zeitlichen Ruhe oder Richtung unterschiedslos vertreten; sowie eine genauere Fixierung eintreten soll, muss der unbestimmte Casus einem individuelleren weichen.
Vom arischen Kreise sei nur des äusserst charakteristischen Accusativ im Eranischen kurz gedacht.
Die sogen. transitiven Verba des Avesta sind zum weitaus grössten Teil nicht mit adverbialen und präpositionalen Elementen zusammengesetzt, im schärfsten Gegensatz zum Germanischen; der Verbalausdruck ohne deutendes Hilfselement hat eben noch die Kraft ein Object zu sich zu nehmen, und überdies ist der Kreis der transitiven Verba ein ungleich weiterer als z. B. im Germanischen, weil ähnlich wie im Griechischen, ja teilweise in noch grösserem Umfange, ziemlich jedes Verb eine Objectverbindung mit dem Accusativ eingehen darf. Doch ist auch die Richtung, eigentlich intran- sitive Verba durch Verbindung mit Präpositionen erst transitiv zu machen, schon im älteren Avesta nachweisbar.
Die vorher erwähnte Verbindung eines Verbalnomens(cf. urbem captio) mit dem Accusativ ist im Avesta reich vertreten. paityàrenõ imaâm daêénam= Gegner des Gesetzes; kutha Frau(eig. die gl. Fr.) bringen? aiwinticit— späanem zairitem= durch das Führen eines gelben Hundes; die Beispiele und viele andere siehe Hübschm. a. a. O. p. 190, 191.
Auch in der Anwendung eines doppelten Accusativ geht das Alteranische erheblich weiter als die meisten anderen Zweige. Die von Hübschmann, aus dessen Werke überhaupt fast alle Belege für alteranische Erscheinungen hier genommen sind, angeführten Fälle sind sehr bezeichnend. y narem vikhrümentem qarem jainti= wer einem Manne eine schreckliche Wunde schlägt; cf. griech. Aαν οεꝑν νανα. Noch weit auffallender ist: yô narem ägereptem àgeurvayéiti= wer einen Mann mit einer Waffe bedroht. p. 191. 192. Die Begriffe Wunde schlagen, mit einer Waffe bedrohen, gewissermassen waffendrohen, werden hier wie einfache gefasst und neuerdings mit einem Object verbunden; cf. z. B. 0aoοv Oodohstv.
Der doppelte Accusativ bei bitten, fragen, lehren entspricht dem der anderen Zweige; mit dem Griechischen teilt der Avesta den doppelten Accusativ bei Ausdrücken des Beraubens, Streitigmachens. Auch im Altpersischen noch ist dieser Gebrauch lebendig, desgleichen der doppelte Accusativ bei fordern. Ganz gewöhnlich findet sich im Alteranischen, dem Avesta wie dem Alt- persischen..., der doppelte Accusativ des Objects und des Prädicatsnomens, wie in den meisten anderen Zweigen hauptsächlich bei Ausdrücken des Machens, Haltens für, Erkennens als, Nennens...; doch ist zu beachten, dass daneben wie im Germanischen und sonst auch die Verbindung mit der Präposition zu üblich ist; z. B. yat vä anãpem Ki àâpem kerenaoiti= wenn man das Wasser- lose zu Wasser macht.
Auch der Accusativ eines Nomens vom gleichen oder sinnesâhnlichen Stamm wie das regie- rende, eigentlich intransitive Verbum kommt vor, obgleich selten; paoiryãm gerezäm gerezaiti as- hisch vanushi= das erste Weinen weint A. V.
Eine ganze Reihe von Verben der Bewegung verbindet sich, wie vorher angedeutet, mit dem Accusativ des Ziels; z. B. av, i, yam, yim, yas, fra, sri, shu= gehen, as= gelangen, pat, padh, urvaesay, car+ a= kommen; ebenso Ausdrücke wie laufen, herbeistürzen, sich wenden, sich setzen, sich erheben, hinazufliessen, bringen, führen, anspannen, giessen.... Auch im Alt- persischen ist diese Richtung in voller Klarheit vertreten, wenn auch bei dem geringen Umfange und der geringen Abwechselung der altpersischen Texte in ziemlich beschränktem Umfange; so bei kommen zu, ankommen, senden nach, ziehen nach...
Der Accusativ der räumlichen und zeitlichen Ausdehnung gleicht dem der verwandten Sprachen, z. B. 300 Schritt vom Feuer— 2 Nächte hindurch den Körper hinlegen; wenn es aber heisst: wer den A. verstümmelt die Hälfte(= zur Hälfte), ein Drittel, Viertel..., so


