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1 (1869)
Entstehung
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von England. Dagegen finden wir anderswo eine überraſchende Häufung von werthvollen und werthloſen Dingen, namentlich bei den Medaillen. Mangel eines jeden Princips zeigt ſich auch in Betreff der Anordnung. Die einzige Regel, die C. befolgte, war, daß er die Münzen nach dem Metall zuſammenthat. 35 Stück Ducaten, darunter ſehr ſeltene, waren in Einem Papier ohne weitere Bezeichnung; dasſelbe ſummariſche Verfahren war 51 Kupfermünzen zu Theil geworden, wie auch 31 als römiſche bezeichneten, worunter mehrere unächte und eine italieniſche Bronzemedaille. Ein anderes Papier enthielt 33 angeblich römiſche Silbermünzen, darunter die zwei ruſſiſchen Kopeken Nr. 366 und 367 und einen ſächſiſchen Groſchen(Nr. 364). Der unächte Otho nur war, weil er wichtig ſchien, beſonders eingewickelt. Das von C. ſelbſt aufgeſetzte Verzeichniß enthält nur ganz kurze, oft unrichtige, Angaben. Als Hülfsmittel benutzte er das alte Lilienthal'ſche Thalercabinet v. 1747 und deſſen 1765 erſchienene Fortſetzung von Madai. In der Reihenfolge wie bei Madai ſind zuerſt mit Angabe ſeiner Nummern die Thaler, halben und Viertel⸗ thaler aufgeführt; dann aber hört mit dem Hülfsmittel alle Ordnung auf. Es folgt eine Anzahl Münzen und Medaillen von Silber im bunten Durcheinander, dann neu numerirt in derſelben Weiſekupferne Medailles, endlich ebenſo Goldmünzen. Eine Menge Bleiabſchläge, Zinn⸗ und Bronzemedaillen ſind nur nach der Stückzahl(91) angegeben.

Dem Erblaſſer kam natürlich auf ein richtiges und vollſtändiges Verzeichniß nicht viel an, deſto mehr kommt aber aus begreiflichen Gründen für das Gymnaſium darauf an, dem der koſtbare Beſitz für alle Zukunft verbleiben ſoll. Ich übernahm daher die Abfaſſung eines ſolchen und befleißigte mich dabei großer Genauigkeit, weil vorausſichtlich oft eine Zeit kommen wird, wo Niemand da iſt, der ſich mit der Münzkunde ſpeciell abgibt, wo alſo dieſe Arbeit einige Unterſtützung gewähren kann, ſodann aber auch, weil nur ſo die Sammlung, die viel Wichtiges enthält(für die Numismatik, weniger für die Schule), in weiteren Kreiſen benutzbar wird. Meinen Plan in dieſem Programm die ganze Sammlung zu verzeichnen mußte ich leider wieder aufgeben, weil es zu umfangreich geworden wäre. Dieſelbe Rückſicht auf den Raum nöthigte mich die Sache möglichſt zuſammen zu drängen und von meinem Vorſatz manches mehr Populäre zu erwähnen abzugehen. Die Beſchreibung der Medaillen bleibt einem andern Programm, hoffentlich dem nächſten, vorbehalten.

Die römiſchen Münzen ſind größtentheils ſchlecht erhalten, unvollſtändig und von den Perſonen, die am häufigſten vorkommen; eben dieſes weiſt darauf hin, daß ſie hier in der Gegend, an der Grenze des römiſchen Gebiets, gefunden ſind. Darum glaubte ich bei ihnen etwas länger verweilen zu müſſen; auch hat ja das Antike für das Gymnaſium beſonderes Intereſſe. Außerdem iſt das Studium der römiſchen Münzen kein leichtes; wer nicht lange Erfahrung darin hat, kommt damit nicht zurecht. Ich glaubte daher für die Zukunft ſorgen und derſelben überliefern zu müſſen, was ich feſtſtellen und erklären konnte. Dieſelbe Weiſe ausführlicherer Beſprechung auch bei den ſpäteren Münzen beizubehalten, mußte ich mit Rückſicht auf den Raum unterlaſſen und mich auf das Nöthigſte beſchränken. Das Weſentlichſte ſchien mir nach Philologenart genaue Feſtſtellung der Schrift. Auf Ueberſetzung derſelben, auf genaue Bezeichnung der Wappen, auf längere hiſtoriſche, geographiſche u. a. Erläuterungen mußte ich verzichten. In Betreff der Ordnung gebe ich zu, daß einige Münzen ſtreng genommen an andere Stelle gehoͤren; ſo z. B. Nr. 98 bis 103, 105, 359, 381. Der Grund zu dieſer Inconſequenz liegt in der Anordnung für das Auge,

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