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2 (1885)
Entstehung
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nach der Morgenandacht am 5. Mai Lehrern und Schülern durch den Direktor vorgeſtellt und ſodann in ſein Amt eingeführt.

Mit dem Beginn des Sommerſemeſters wurde ein ſog. Silentium, d. h. tägliche Arbeits⸗ ſtunden für ſchwächere Schüler unter Leitung des Kandidaten Michel eingerichtet. Dasſelbe be⸗ währte ſich ſehr gut, mußte aber leider nach den Sommerferien wegen zu ſchwacher Beteiligung wieder eingehen.

Am 23. und 24. Mai unternahmen alle Klaſſen unter Leitung ihrer Herrn Ordinarien ein⸗ bezw. zweitägige Turnfahrten, und zwar nach Pyrmont, nach der Porta, nach den Bücke⸗ bergen, nach Alfeld und den 7 Bergen, endlich nach dem Hermanns Denkmal.

Vom 31. Mai bis zum 4. Juni fanden auf Grund der neuen Ferienordnung zum erſten Mal Pfingſtferien ſtatt..

Am 20. Juni gaben Schüler des Gymnaſiums unter freundlicher Mitwirkung des Geſangvereins für gemiſchten Chor in der Aula des Gymnaſiums ein Konzert, welches ſich eines ſehr zahlreichen Beſuches erfreute, und deſſen nicht unbedeutender Reinertrag(einſchließlich der Sammlungen unter den Schülern: 115 M.) dem Komitee für das Nationaldenkmal der Ge⸗ brüder Jakob und Wilhelm Grimm in Hanau überwieſen wurde.

Am 29. Juni erlöſte ein ſanfter Tod den Oberprimaner Otto Ratz von ſeinen langen und ſchmerzhaften Leiden, nachdem er ſich wenige Tage zuvor zu der bevorſtehenden Reifeprüfung angemeldet hatte. Mittwoch den 2. Juli begaben ſich die Lehrer des Gymnaſiums, die Primaner und der Sängerchor nach dem Wohnort ſeiner Eltern und geleiteteten den braven Jüngling zu ſeiner letzten Ruheſtätte.

Mit dem 5. Juli begannen die vierwöchentlichen Sommerferien.

Am 15. und 16. Auguſt wohnte der Direktor der in Kaſſel ſtattfindenden 50jährigen Jubelfeier des Vereins für Heſſiſche Geſchichte und Landeskunde, zu deſſen Vorſtandsmitgliedern er ſeit Jahren gehörte, an; ihn begleiteten als Vertreter des Schaumburger Zweigvereins, deſſen von dem Direktor gegründete Sammlungen vorerſt im Gymnaſialgebäude untergebracht ſind, die Herren Oberlehrer Dr. Hartmann und Gymnaſiallehrer Dr. Rittau.

Die ſchriftliche Entlaſſungsprüfung, welcher ſich 11 Oberprimaner unterzogen, dauerte vom 25. bis 29. Auguſt.

Dienſtag den 2. September wurde das Sedanfeſt in der üblichen Weiſe durch Bibel⸗

lektion, Geſänge und Deklamationen in der entſprechend geſchmückten Aula begangen. Der Gym⸗ naſiallehrer Pfarrer Hüpeden hielt vor einer zahlreichen Feſtverſammlung die Feſtrede über das

er(Mai 1881 bis Ende 1882) als Hülfsaſſiſtent am philologiſchen Seminar der Univerſität Straßburg angeſtellt. Am 22. December 1882 beſtand er in Straßburg das Examen pro fac. doc., ſtellte ſich darauf dem Königlichen Prov.⸗Schulkollegium zu Caſſel zur Verfügung und wurde von demſelben Oſtern 1883 dem Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden zur Ableiſtung des pädagogiſchen Probejahres überwieſen und Oſtern 1884 an das Königl. Gymnaſium

zu Rinteln als Wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer verſetzt. 4 6