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zu veröffentlichenden Schulnachrichten künftig die Abſchnitte und in der Reihenfolge enthalten ſollen, wie ſie aus den vorliegenden Schulnachrichten zu erſehen ſind.
III. Chronik der Schule.
Nachdem Mittwoch den 2. April die für Sexta und Montag, den 21. April die für die übrigen Klaſſen angemeldeten Schüler geprüft worden waren, wurde am letztgenannten Tage nachmittags um 4 Uhr das neue Schuljahr mit einer gemeinſamen Andacht eröffnet. Nach derſelben begrüßte der Direktor den vom Königl. Gymnaſium zu Dillenburg an das hieſige verſetzten Wiſſen⸗ ſchaftlichen Hülfslehrer Guſtav Weidenbach*) und ſtellte denſelben den Lehrern und Schülern vor. Hierauf verlas der Direktor dem Herkommen gemäß die Schulordnung des Gymnaſiums, erläuterte deren Hauptbeſtimmungen und verpflichtete ſodann die neu eintretenden Schüler durch Handſchlag.— Die Lektionen des Morgenunterrichts wurden auch in dieſem Sommer gemäß der ſeit mehreren Jahren üblichen und bewährten Einrichtung während der Stunden von 7—11, bezw. von 7—12 gehalten.
Leider war von Beginn des Schuljahrs an das Lehrerkollegium nicht vollzählig, indem der zum Erſatz für den noch immer an ſchwerer Krankheit im Hauſe ſeiner Eltern zu Marburg daniederliegenden Hülfslehrer Jul. Winneberger(S. Anſtaltsprogramm v. 1884 S. 17.) beſtellte Wiſſ. Hülfslehrer Dr. Pulch ebenfalls in Wiesbaden erkrankt war und die Reiſe hierher nicht hatte wagen können. Da zugleich auch der Elementarlehrer Schmidt durch Unwohlſein mehrere Wochen an das Haus gefeſſelt war, ſo erlitt der Unterricht mannigfache Störung, und die Kollegen mußten, wie dies ſchon ſeit Neujahr 1884 der Fall geweſen war, ununterbrochen zu
bedeutend vermehrter Stundenzahl herangezogen werden.
Endlich am 3. Mai traf der neue Wiſſ. Hülfslehrer Dr. Paul Pulch**) hierſelbſt ein und konnte, wenn auch immer noch etwas leidend, ſeine Lektionen übernehmen. Derſelbe wurde
*) Guſtav Weidenbach, geboren am 15. Dezember 1855 zu Minden in Weſtfalen, beſuchte bis Oſtern 1876 das Gymnaſium zu Dillenburg und ſtudierte ſodann in Marburg und Leipzig klaſſiſche und deutſche Philologie. Von April 1881 bis ebendahin 1882 genügte er ſeiner Militärpflicht als Einjährig⸗Freiwilliger. Nachdem er am 24. November 1882 zu Marburg das Staatsexamen beſtanden, wurde er vom 1. Januar 1883 ab dem Königlichen Gymnaſium zu Dillenburg als Probekandidat zugewieſen und verſah zugleich von Oſtern 1883 bis ebendahin 1884 eine Hülfslehrerſtelle an genannter Anſtalt. Vom 16. April 1884 ab wurde er durch Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium zu Caſſel mit der Verſehung der 2. Hülfslehrerſtelle am Königlichen Gymnaſium zu Rinteln beauftragt. Durch Patent vom 12. Juli 1884 wurde er zum Reſerve⸗Offizier ernannt.
**) Paul Pulch, geb. am 6. April 1858 zu Wiesbaden, beſuchte von Oſtern 1867 bis Oſtern 1876 das Gym⸗ naſium in Wiesbaden. Von Oſtern 1876 bis 1877 ſtudierte er in Leipzig, von da bis 1880 in Straßburg klaſſiſche Philologie. Nachdem er auf Grund einer Diſſertation„De Eudociae quod fertur Violario“ von der philoſophiſchen Facultät zu Straßburg die Doctorwürde erlangt und von April 1880—1881 ſeiner Militärpflicht genügt hatte, war


