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2 (1880)
Entstehung
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vollen Berufungen an andere Orte zu folgen: der ordentliche Lehrer Dr. Friedrich Zange und Gymnaſialelementarlehrer Auguſt Roſenſtock. Erſterer, zum Oberlehrer am Gymnaſium in Elberfeld befördert, verließ uns, da er behufs ſeiner Verheiratung einige Tage vor dem Schulſchluß beurlaubt war, ſchon am 13. September und verabſchiedete ſich, nachdem er zum letzten mal die Schlußandacht gehalten hatte, an dieſem Tage von der Anſtalt, an welcher er ſeit Michaelis 1876 als erſter Religionslehrer, zuletzt auch als Ordinarius der IIIb gewirkt hatte. Der Elementarlehrer Roſenſtock, an die Frankeſchen Stiftungen in Halle a/S. berufen, beſchloß ſeine Thätigkeit an un⸗ ſerer Schule, welcher er ſeit Oſtern 1875 als Ordinarius von Sexta, ſowie als Schreib⸗, Turn⸗ und Zeichenlehrer angehört hatte, mit dem Ende des Sommerſemeſters, indem er in der gemeinſamen Andacht am 19. Sept. Lehrern und Schülern in herzlichen Worten Lebewohl ſagte. Der Direktor entließ beide Kollegen, welche ſich durch ihr pflichttreues Wirken ein dauerndes Andenken geſichert ha⸗ ben, mit Worten der Anerkennung und des Dankes und den beſten Segenswünſchen für ihre fer⸗ nere Zukunft.

Am 20. September fand ſodann unter dem Vorſitz des Herrn Provinzial⸗Schulrats Dr. Rumpel aus Kaſſel die mündliche Maturitätsprüfung ſtatt, an deren Schluß die 3 Abiturienten für reif zu den akadem. Studien erklärt werden konnten.

Die vierzehntägigen Herbſtferien begannen am 20. September.

Das Winterſemeſter wurde Montag den 6. Oktober in üblicher Weiſe mit einer gemeinſamen Andacht und mit feierlicher Einführung der an die Stelle der zwei abgegangenen Kollegen neu beſtellten Lehrer, Gymnaſiallehrer Pfarrer Guſtav Hüpeden*) und Elementarlehrer Paul Freſer*) eröffnet. Sodann wurden nach Verleſung und Erläuterung der Hauptbeſtimmungen der Schulge⸗ ſetze 9 neue Schüler in die Anſtalt aufgenommen.

Am 31. Oktober wurde der Unterricht um 3 Uhr Nachmittags geſchloſſen, worauf ſich Lehrer und Schüler in die Aula begaben, um durch Gebet, Geſang und eine Anſprache des Direktors das

*) Guſtav Hüpeden, am 23. Februar 1850 zu Kaſſel geboren, beſuchte von Oſtern 1860 an das dortige Gymnaſium, von dem er Oſtern 1867 mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen wurde. Darauf widmete er ſich von Oſtern 1867 bis Michaelis 1871 ſeine Militärdienſtzeit während des Krieges mit eingerechnet zu Marburg dem Studium der Theologie und Philologie. Nach beſtandener Prüfung pro licentia concionandi ſtudierte er zu ſeiner weiteren Ausbildung ein Semeſter in Berlin und war dann vier Jahre hindurch Erzieher im Hauſe des Grafen zu Yſenburg⸗Büdingen⸗Meerholz. Am 24. September 1875 beſtand er nach Abſolvierung des ſechswöchigen Seminarkurſus vor dem Kgl. Konſiſtorium zu Kaſſel die ordnungsmäßige Prüfung für das Pfarramt, fungierte nach erhaltener Ordination den darauffolgenden Winter als Vikar, ſchied dann aus dem Pfarramt und wurde durch Beſchluß Kgl. Prov.⸗Schul.⸗Kolleg. zu Kaſſel vom 28. April 1876 zum wiſſenſchaftlichen Hilfslehrer an der höheren Bürgerſchule zu Schmalkalden ernannt Am 12. Juli 1878 beſtand er zu Marburg das Examen pro facultate docendi und wurde in Folge deſſen am 17. Auguſt desſelben Jahres zum ordentlichen Lehrer an der genannten

Anſtalt gewählt. Durch Hohe Verfügung vom 26. Juli 1879 wurde er von Königl. Provinz.⸗Schulkollegium zu Kaſſel zum ordentlichen Lehrer an das hieſige Gymnaſium berufen.

**) Paul Freſe, geb. am 25. Januar 1854 in Löcknitz bei Stettin, erhielt ſeine Ausbildang als Lehrer im Seminar zu Pölitz. Nachdem er von Oſtern 1874 bis Herbſt 1876 eine Lehrerſtelle in Marienthal(Regbz. Stettin) verwaltet, ging er z ſeiner weitern Ausbildung bis Oſtern 1877 auf die Königliche Central⸗Turnanſtalt zu Berlin. Von Oſtern 1877 bis Herbſt 1878 beſuchte er die mit der Königlichen Akademie der Künſte verbundene Königliche Kunſtſchnle zu Berlin. Im Herbſt 1878 wurde er als Hilfslehrer an die Königliche Turnlehrer⸗Bildungs⸗ anſtalt daſelbſt berufen. Von Oſtern bis Herbſt 1879 verwaltete er ſodann die Stelle eines techniſchen Lehrers am Königlichen Gymnaſium zu Eſſen und wurde durch Beſchluß Königl. Prov.⸗Schulkollegiums zu Kaſſel vom 26. Juli 1879 mit Verſehung der Stelle eines Gymnaſial⸗Elementarlehrers, ſowie mit dem Turnunterricht am hieſigen Gym⸗ naſium beauftragt.