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nauer Freund, Wilkens Schüler, der Hiſtoriker und ſpätere Diplomat Wilhelm Dönniges daſelbſt Zutritt, der, ein friſcher, kerniger Menſch, im Jahre 1833 als Privatdozent nach Berlin gekommen war und nun bei ſeiner großen Ver⸗ ehrung für Wilken häufig in deſſen Familienkreiſe erſchien.
Im Winter 1839/40 beſchäftigte ſich Wilken mit einer Durchſicht und weiteren Ausarbeitung ſeiner in den Berliner Hiſtoriſch⸗genealogiſchen Kalendern von 1820—1823 er⸗ ſchienenen Beiträge zur Geſchichte Berlins, wegen deren er auch inzwiſchen zum ordentlichen Mitglied des Vereins für Geſchichte der Mark Brandenburg erwählt worden war. Der Buchhändler Gropius wollte dieſe Arbeit in Verlag nehmen, und der Vertrag darüber war ſchon abgeſchloſſen. Nach Akten des Staatsarchivs und von Parthey aus den Papieren von deſſen Großvater Nicolai ihm mitgeteilten Sammlungen zur Geſchichte Berlins wurden Studien gemacht, die Ausführung ſelbſt gedieh aber bloß bis zur Umände⸗ rung weniger Seiten des erſten Aufſatzes. Seine Geſundheit war im Winter leidlich und auch ſeine Stimmung heiter und zur Mitteilung geneigt. Hierzu trug beſonders der Um⸗ ſtand bei, daß der obengenannte ſchwediſche Dichter Karl
Wilhelm Böttiger wieder den Winter in Berlin verbrachte,
der Wilken wie einen Vater verehrte, auch von ihm ſehr geſchätzt und geliebt ward und eine Zeitlang auch ganz bei ihm im Hauſe wohnte; dieſer konnte, wenn er ſich körperlich wohl fühlte, außerordentlich munter und unterhaltend ſein. Seine Abreiſe am 2. Juni 1840— während man ihn zur Poſt brachte und durch die Linden kam, wurde eben der Grundſtein zum Denkmal Friedrichs des Großen gelegt— verſetzte das ganze Haus in wahre Trauer.
Dieſes Jahr 1840, Wilkens letztes Lebensjahr, be⸗ gann ſchon und verlief unter vielen ſchmerzlichen Ein⸗ drücken; am 1. März ſtarb nach langem qualvollen Leiden in Leipzig Karolinens treffliche Mutter, die mit ihrem tapferen und tüchtigen Sinne, ihrem verſtändigen und humorvollen Weſen für die Tochter in vielen trüben Tagen die wertvollſte, nie verſagende Stütze geweſen war; am 28. März folgte ihr der alte Thibaut in Heidelberg.
Auf das ſchmerzlichſte fühlte ſich Wilken ſelbſt berührt durch den Tod ſeines Gönners, des Miniſters von Alten⸗ ſtein, den er immer wegen ſeiner trefflichen Herzenseigen⸗ ſchaften und ſeiner hohen und freien Anſchauungen von der Wiſſenſchaft mit Recht auf das höchſte geſchätzt und verehrt hatte,— ganz abgeſehen von ſeiner nie erlöſchenden Dankbarkeit gegen den Mann, der ihn in ſchwerer Zeit mit Geduld und Menſchenfreundlichkeit, unentwegt durch
Beweiſe von Vertrauen und Zuneigung gegeben hatte. Altenſtein ſtarb am 13. Mai, und ſchon am 7. Juni folgte ihm König Friedrich Wilhelm III. nach, ebenfalls tiefbetrauert von Wilken, der auch ihm für vieles Gute dankbar verpflichtet war.—
Am 23. Mai feierte er ſelbſt ſeinen 64. Geburtstag. in Heiterkeit und bei leidlichem Wohlſein, und als Lach⸗ mann ihn zu beglückwünſchen kam, äußerte er zu dieſem, nun werde es noch weitere ſieben Jahre mit ihm gehen, da er das Stufenjahr, ſein 63ſtes, glücklich vollendet habe.„Von ſolchem Aberglauben“, ſchreibt Friedrich Franz,„war mein guter Vater nicht frei, wie er ſich denn auch nicht gerne entſchließen mochte, an einem Freitag eine Reiſe anzu⸗ treten.“ t
Wilkens Hoffnung ſollte ſich nicht erfüllen. Schon im Juni nahmen ſeine gichtiſchen Leiden, die ſich nach dem Ausſpruche des Arztes Dr. Barez auf innere Teile ge⸗ worfen hatten, wieder überhand, ſodaß Barez auf erneuten Gebrauch von Teplitz drängte. Aber hierzu war Wilken nicht zu bewegen, ſondern ließ ſich endlich nur zum Gebrauche der Soolbäder in Suderode am Harze be⸗ ſtimmen. Am 21. Juni mit ſeiner Gattin daſelbſt ange⸗ langt, konnte er indeſſen in dem damals noch ſehr wenig beachteten Orte kein geeignetes Unterkommen finden, und auch die Wohnung, die er in dem eine Viertelſtunde ent⸗ fernten Städtchen Gernrode endlich fand, erwies ſich als kalt und für ſeinen Zuſtand nicht recht paſſend. Die Sool⸗ bäder, die er ſich von Suderode herüberkommen laſſen mußte, verfehlten ihre Wirkung, und wie ſich auf der ganzen Fahrt ſeine ſonſtige gute Reiſelaune nicht hatte ein⸗ finden wollen, ſo beſſerte ſich auch in Gernrode, wo er ſich⸗ durchaus unbehaglich fühlte, ſein körperliches Befinden nicht. Zwar fanden ſich manche angenehme Perſönlich⸗ keiten dort ein, mit denen ſich ein erheiternder Verkehr an⸗- knüpfte; Lichtblicke bildeten ſo die Ankunft von Friedrich⸗ Franz, der mit einem Freunde, und von Betty Wilken, die mit der befreundeten Familie des Profeſſors Lichtenſtein eine Harzreiſe machte und durch ihre Liederkunſt— ſie mit ihrem köſtlichen Sopran und ihre vertraute Freundin Marie Lichtenſtein mit ihrer ſchönen Altſtimme waren ſo mit einander eingeſungen, daß es eine Luſt war, beide zumal Volkslieder ſingen zu hören— auch dem leidenden Vater frohere Stunden bereitete. Beiden Kindern machte deſſen Zuſtand ernſte Sorge, und als nun gar von Berlin die verſtimmende Nachricht kam, daß wegen eines allerdings ſchon länger nötigen und nicht unerwarteten
eigene oder fremde Zweifel, gehalten, in ſeiner bürger⸗ Ausbaues des Bibliotheksgebäudes, deſſen unteres hohes lichen Exiſtenz geſchützt und gerettet und ihm ſo viele Stockwerk ausgebaut und in Erdgeſchoß und Zwiſchen⸗


