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1 (1894) Jahresbericht über das Schuljahr 1893/94
Entstehung
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Nr. 130 u. 131 ¹); die Ausführungen B. Kuglers in ſeiner Geſchichte der Kreuzzüge(1880, S. 1 f.), der hervor⸗ hebt, daß Michauds und Wilkens Werke die älteren Bücher über dieſen Gegenſtand beinahe völlig wertlos gemacht haben; Wilkens Arbeit iſt nach ihm auf Grundlage um⸗ faſſender Kenntniſſe mit außerordentlichem Fleiß und in

Gründlichkeit der Quellenforſchung das demſelben Stoff

ſeinen ſpäteren Teilen auch mit treffendem kritiſchen Takte

gearbeitet; während der erſte Band für uns völlig veraltet, die darauf zunächſt folgenden Bände aber durch neuere Einzel⸗ forſchungen zumeiſt überwunden ſeien, ſpricht er der zweiten Hälfte, die zum Teil die Hauptgrundlage unſerer Kennt⸗ niſſe bilde, noch bedeutenden Wert zu; Gieſebrecht in der Geſchichte der deutſchen Kaiſerzeit([V. S. 413) urteilt, daß das vortreffliche Werk Wilkens durch den Umfang und die

nicht von vorn herein die unermeßliche Verſchiedenheit zwiſchen Han⸗ delnden und Hörenden ausgeſprochen worden iſt, muß das Bild getrübt werden. Bei Wilken iſt, ſoviel ich erkenne, dieſe Wirkung nicht aus⸗ geblieben.

Obgleich nun dieſer Mangel nicht wie der vorher angegebene bloß einzelne Teile des Werkes betrifft, ſondern in deſſen ganzem Umfang zur Sprache*) kommt, ſo kann doch die Wichtigkeit dieſer Geſchichte nach verſchiedenen Seiten hin in keiner Weiſe geleugnet werden. Da zeigt ſich das unberechenbare Verdienſt, zuerſt die morgenländiſchen Quellen zu umfaſſenden Reſultaten in den Kreis der Forſchung hineingezogen zu haben: da erſcheint eine Darſtellung voller Leben und Anſchaulichkeit, in epiſcher Breite, ohne ermüdend, aus einem Ton und Guſſe, ohne jemals einförmig zu werden. Vielleicht eine entſchiedenere Klarheit der Gruppierung wäre zu wünſchen,

befriedigen. Daß die Vorgänger ſämmtlich weit übertroffen ſind, wird niemand in Abrede ſtellen, und keiner der Nachfolgenden den Anſpruch erheben, in der Summe der Verdienſte die gleiche Höhe erreicht zu haben.

gewidmete Werk des franzöſiſchen Akademikers Michaud weit übertreffe, obwohl dieſes Buch äußerlich einen viel größeren Erfolg gewonnen habe.

Heeren, in dem derſelbe Antrieb, den Wilken von Göttingen mitgenommen, lebendig war¹), bemühte ſich, während dieſer in ſeinem Werke mehr den äußeren Verlauf der Kreuzzüge feſtſtellte, für den auch heute noch auf ihn verwieſen wird ²) in ſeiner berühmten, gleichfalls 1807 erſchienenen Preisſchrift über die Folgen der Kreuzzüge dieſem Zeitalter mehr ſeinen eigentlichen geiſtigen Gehalt abzugewinnen, räumt aber(S. Werke II. Bd. 1821. S. 35). dem Wilkenſchen Werk unter allen ſeit 1807 erſchienenen Geſchichten der Kreuzzüge den erſten Platz ein.Allent⸗ halben, ſo ſchreibt er an Wilken am 23. Mai 1807,finde ich zugleich Belehrung und Unterhaltung; denn eben dieſe Ver⸗ bindung einer geſchmackvollen Behandlung mit der Forſchung iſt es, die dem Werke ſeinen klaſſiſchen Werth gibt.

Ebenſo ſchreibt Schlözer an Wilken am 26. Oktober 1807:Warlich das war eine agréable surprise! Beneiden möcht ich Sie über das Thema, das Sie ſich erwält haben; denn vielleicht erinnern Sie ſich noch, daß Kreuzzüge immer meine Favoritmaterie in der Mittelalters⸗ geſchichte waren. Ihr Buch wird eins der klaſſiſchen

Werke deutſcher Hiſtoriker unſerer Tage werden, und gewiß ſelbſt in Frankreich und England Aufſehen machen;

der einzige 5. Bogen des 5. Bandes des Neſtor, den ich Reichtum und Klarheit des Einzelnen muß auch die höchſten Wünſche

Auch hat Wilken einen Erfolg ſeiner Leiſtung von deren

erſtem Auftreten bis zu der heutigen Stunde erlebt, wie ſich wenige Schriftſteller eines ähnlichen erfreuen dürften. In Deutſchland be⸗

ſolche aus den ſpäteren Geſchichten der Kreuzzüge zu erkennen iſt. FunkesGemälde und weit mehr noch die hierher gehörigen. das Buch als ein Meiſterwerk bezeichnet, Hakens in der

Teile von Raumers Geſchichte der Hohenſtaufen, ſowie van Kampens Geſchichte der Kreuzzüge lehnen ſich an Wilken an. übrigen Kreiſen unſerer geſchichtlichen Litteratur Urteile und Anſichten über die Kreuzzüge ſammeln, würde zum größten Teil nur fernere Belege für die unbeſtrittene Thatſache des Wilkenſchen Ein⸗ fluſſes liefern**).

¹) Vergl. auch Kurtzels Rezenſion desſelben Werkes in den Blättern f. litt. Unterhaltung 1842, Nr. 179 ff.

*) d. h. Erſcheinung.

*) Im folgenden wird dann beſonders noch die ſiebenbändige Histoire des croisades Michauds, des litterariſchen Konkurrenten Wilkens, beſprochen, die zwar die von Wilken unterlaſſene Kritik der Quellen aufweiſe, an Gründlichkeit und Methode der Forſchung aber ſehr hinter dem Wilkenſchen zurückſtehe, während dabei auch die

Aus den

eben in der Correctur habe, hat mich vier Wochen Arbeit gekoſtet: welchen Dank habe ich dafür? Nur das winzige Häuflein echter Geſchichtsforſcher danket mir. Sie, Glücklicher, hingegen, ſchreiben ein Buch, das nach Materie und Form, für Europa, für Forſcher und Dilettanten

1 lesbar iſt.³ hauptet das Buch eine unbeſtrittene Herrſchaft, wenigſtens ſoweit wie 835

Von Stimmen aus älterer Zeit erwähne ich noch die K. Ritters im XIX. Bande der Erdkunde, S. 267, der

Vorrede zu ſeinemGemälde der Kreuzzüge, 1808, und Funks in ſeinemGemälde aus dem Zeitalter der Kreuz⸗ züge, 1821, Vorwort zu Band I. S. XIV.

¹) Der erſte, 1793 erſchienene Band ſeinerIdeen über die

Politik, der ſich auf den Orient bezog, hatte die Kenntnis von dem⸗

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Abweichung der Quellen von einander ohne alle Berückſichtigung

bleibe, die ihnen Wilken, wenn auch nicht wirkſam genug, doch an allen Punkten angedeihen laſſe.

ſelben erweitert und ihn dem allgemeinen Intereſſe, beſonders auch dem der Göttinger Gelehrten nahe gebracht. 4

²) So z. B. von Hans Prutz, Kultur der Kreuzzüge, S. 4 f. 499.

³) Ein Brief Johannes von Müllers mit ſeinem Dank für den ihm überſandten erſten Band der Kreuzzugsgeſchichte und die Ge⸗ ſchichte der Samaniden, datiert aus Caſſel vom 24. Auguſt 1808, iſt weniger durch ſeine Urteile über Wilkens Buch, als durch Müllers Mit⸗ teilungen über ſein eigenes Leben und die auf ihn drückende Arbeits⸗