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1 (1894) Jahresbericht über das Schuljahr 1893/94
Entstehung
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gemacht hat; ſodaß ich auch daran denke, ihn ſobald es nur möglich wird, zu einer Stelle für dieſes Beneficium vorzuſchlagen; auch ſein Äußerliches hat bereits gewonnen. Können Ew. Hochgebohren ihn alſo noch ferner unterſtützen, ſo habe ich die beßte Hoffnung, daß er ſich zu einem ge⸗ ſchickten und brauchbaren Mann bilden wird.

Auch der Theologe Stäudlin hatte einem Briefe des Grafen vom 8. März 1797 zufolge,(dem dieſer bei der Ungewißheit, ob er Wilken für dies Jahr ein ſtaatliches Stipendium zuwenden könne, eine kleine Geldſumme aus ſeiner eigenen Taſche beiſchloß), anerkennend über ihn berichtet.

Seine Lage beſſerte ſich dadurch, daß Heyne ihm zu Oſtern 1797 wirklich eine der 9 Stellen im philologiſchen Seminar, beiläufig der erſten derartigen Anſtalt in Deutſch⸗ land, zuerteilte, deſſen Mitglied er zwei und ein halbes Jahr lang, bis Herbſt 1799, blieb. Als ſolches erhielt er jährlich 50 Thaler ¹).

Heyne war im Seminar zwar ſtreng, ſo daß er einſt Voß und Hölty wegen ungenügenden Fleißes aus dem⸗ ſelben ausſtieß, ſah aber die Seminariſten immer als ſich näher angehörend an, ſorgte und arbeitete fortwährend für ſie und verlor ſie auch ſpäter nicht leicht aus den Augen. So ſchreibt er auch am 8. Mai(jedenfalls 1798, da er adreſſiert:Herrn Candidat Wilke):Würden Sie ſich nicht einrichten können, den Sommer über unſere arabiſchen und Perſiſchen mspte, ſo viel noch nicht ihrem Inhalt nach bekannt ſind einſzu ſſehen und die Aufſchriften auflzujzeichnen? Ich wollte ſehen, daß ich Ihnen ein kleines Douceur auswirkte. Sicherlich hat Wilken die Arbeit übernommen, wenigſtens iſt er oft auf der Bibliothek thätig geweſen. Heynes Vertrauen auf Wilkens Befähigung, das ſich in jenem Auftrag ausſpricht, wurde denn auch glänzend gerechtfertigt, indem kaum einen Monat ſpäter, am 4. Juni, dem Geburtstage des Königs Georg III., Wilkens Arbeit über eine akademiſche in dies Fach ein⸗ ſchlagende Preisfrage mit dem Preiſe gekrönt wurde.

Das am 4. Juni 1797 von der Philoſophiſchen Fakultät, im beſonderen von Eichhorn, geſtellte Thema lautete:

Concinnetur historia bellorum cruciatorum ex Albu- feda, ita, ut simul ex aliis scriptoribus tam orientalibus quam occidentalibus in medium proferantur ea, quae ad eius narrationem diiudicandam, emendandam et illu- strandam facere possint.

beabſichtigtem Eintritt anmelden, eine Probelektion halten und Auf⸗ ſätze einliefern. S. Heeren a. a. O. S. 217.

1) S. Brandes, a. a. O. S. 276. Die Seminarakten ſind übrigens auch nicht mehr vorhanden.

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Über die Arbeit ſpricht ſich die Feſtſchrift, d. h. wieder Eichhorn, p. VI ſo aus:

Unus fuit qui satis animi viriumque, doctrinae et industriae, haberet, ut ad certamen se accingeret: accessit autem ita instructus, ut, etiam si plures habuisset ille aemulos, certa tamen ipsi palma fuisset. Ita enim satis- fecit ille desideriis Ordinis, ut etiam expectationem supe- rasse videretur. Cum enim Albufeda comparandus esset cum scriptoribus aliis: horum recensum ille apposuit copiosum; nec ullum scriptorem reperias ab eo non in- spectum, cum iudicio severo in partes vocatum et cum Albufeda comparatum; Albufedam autem interpretatus est docte; in eius fontes et auctoritatem inquisivit; verba emendavit; ipsam autem historiam per haec illustratam habemus multis in rebus. Quare non dubitavit Ordo philosophorum Commentationem hanc inscriptam versu:

Tantum religio potuit suadere malorum praemio dignum censere, et victorem etiam sine pulvere pronuntiare auctorem, perdoctum iuvenem: quem re- signata scheda esse apparuit:

Fridericum Wilcken, Ratzeburgo-Hannoveranum, Seminarii Regii philologici Sodalem,

König Georg III., welcher ſich perſönlich viel und angelegentlich um die Univerſität kümmerte, hatte 1784 für die vier beſten Abhandlungen über die von den vier Fakultäten geſtellten Aufgaben Preiſe ausgeſetzt, beſtehend in goldenen Medaillen von je 25 Dukaten Wert ¹).

Wilken widmete die nunmehr im Druck erſcheinende Preisſchrift dem Grafen Friedrich Kielmannsegg und ſeinem Bruder Karl Rudolph Auguſt, Präſident des Finanzkollegs in Hannover ³), von denen artige Dankbriefe vorliegen. Es widerfuhr der Schrift auch die Ehre, von keinem Geringeren als Silvestre de Sacy in dem Magas. encyclop. année

IV. tom. V. p. 186 ff. ausführlich beſprochen zu werden.

Von anderen Orientaliſten, die dem jungen Autor für die überreichte Schrift Dankbriefe ſandten, nenne ich F. Th. Rink in Königsberg, der auch den Albufeda emendirt hatte), Adler in Schleswig, Herausgeber des Albu⸗ feda), die indes beide klüglich ſchon danken, ehe ſie das Buch geleſen hatten, J. M. Hartmann in Marburg 6), den

¹) S. Brandes a. a. O. S. 259. Statt der Medaille wurde aber ſicherlich auch deren Wert in bar ausbezahlt.

²) Bei J. C. Dieterich in Göttingen, 254 S 4⁰0. Der Titel lautet: Friderici Wilken etc. Commentatio de bellorum cruci- atorum ex Abulfeda historia.

³) S. Familienchronik ꝛc. S. 15960.

¹)(1770 1821). S. Meuſel, Gel. Dtſchld. XIX. 367.

⁵³) S. Allg. D. Biogr.

6) S. ebenda; er ſchreibtIhre Schrift wird unſere Forſcher

S.