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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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Kantons G. erwähnt, gegen die ein kaiserliches Mandatum poenale erlassen wird. Heiners- reuth verkauft 1607 Georg Wilhelm v. d. C. an den Markgrafen von Baireuth; seitdem verschwindet die Familie. Lang, neuere Gesch. d. Fstts. Baireuth I, 6 f.; III 280;(Barth), Versuch einer Landes- und Regentengesch. d. beid. fränk. Fürstenthümer Baireuth und Anspach 243; Maders Sammlung reichsger. Erkenntn. V, 185.

von Carben, alte wetterauische Familie, die ihren Namen nach einem der Orte Karben in der Freigrafschaft Kaichen führt. Unter den Reichsministerialen dieser Gegend erscheinen sie frühzeitig und häufig: schon 1239 begegnet ein Rupertus v. C. als Burg- graf von Friedberg. An der 1405 begründeten Ganerbschaft Staden(s. meine Abhandlung über die Ganerbschaften, Progr. Eschwege 1880, S. 7) erhielten sie bald Anteil und be- sassen bei ihrem Erlöschen fast die Hälfte davon. Auch sonst war ihr Besitz in dieser Gegend bedeutend; sie schlossen sich damit dem Kanton M-R.an: Melbach besassen sie schon 1361 als Reichspfandschaftslehen, 1374 Ockstadt(das sie aber 1442 und 1521(15262) je zur Hälfte veräusserten), ebenfalls eine Reichspfandschaft, Burggräfenrode seit Anfang des 15. Jhs. als hanauisches, solmsisches und eppensteinisches Lehen, Höchst u. a. m. Wolfgang Adolf, regierender Baumeister zu Staden und seit 1632 Baurggraf von Friedberg, wurde 1633 auch zum Ritterhauptmann des Kantons M-R. gewählt. Die starke Ausbreitung der Familie und die Beziehungen zu den genannten Lehnsherren führten die v. C. auch in die Gegenden jenseits des Rheins und Mains. Wolf Adolf(s. o.) erwarb durch seine Heirat die Burgen zu Erbesbüdesheim bei Alzei(in O-R.); auch im Umkreise des Kantons Od. waren sie mehrfach begütert; sie hatten z. B. Burglehen zu Lindenfels und Otzberg; in den Zeiten, wo der Kanton fester organisiert war, hatten sie Anteil an dem Rittergute Reibach(kurpfälzisches Lehen, das 1672 heimfiel). Quirin v. C. endlich begegnet 1575 als »ebersteinischer Erbe« mit einem v. Mansbach im Besitz von Schackau und Eckweisbach (im buchischen Quartier des Kantons R.). Die v. C. erloschen i. J. 1729; ihre Güter, so- weit sie nicht als erledigte Lehen heimfielen, gediehen an die v. Bernstein und die v. Wetzel; letztere nahnmen den Beinamen v. C. an. Landau, Beschr. des Gaues Wetter- eiba 15; 38; 41; 88 f.; ders., hess. Ritterburgen IV, 333 ff.; Wagner, Beschr. v. Hessen I, 124; II, 27; III, 124 f.; Widder, Versuch einer Beschr. d. Kurfürstl. Pfalz II, 36; III, 244; Mader, Magazin X, 627; Maders Sammlung V, 674; Moser, vermischte Nachr. v. r. r. sch. Sachen III, 398 418.

von Catheart zu Carbiston, eine ihrem Ursprung nach Schottland angehôrige Familie(Cathcart Castle liegt bei Glasgow; die Familie gehört seit 1447 zur schottischen Peerage, seit 1807 auch zu der des vereinigten Königreichs), von der ein Mitglied in zwei- brückensche Dienste trat und durch Heirat mit einer von Stein-Callenfels Güter erwarb, die zu N-R. steuerten(Gross- und Kleinbundenbach bei Homburg i. d. Pfalz); 1777 wurden dieselben gegen andere bei Blieskastell gelegene Güter an Zweibrücken ausgetauscht. 1781 endlich veräusserte diese und andere ebenda gelegene Besitzungen der zwei- brückensche Obermarschall Freiherr v. C. an den Grafen v. d. Leyen. Doch muss die Familie noch reichsunmittelbaren Besitz behalten haben, da eine Freifrau v. C. die Vor- stellung der rheinischen Reichsritterschaft vom 28. Sept. 1802 mitunterzeichnet hat. De-