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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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von Cammermeister genannt Camerari besassen seit dem 16. Jh. in der Nähe von Bamberg Güter(Hartenland, Kreuzschuh, Tellerhof), die sie als liebsbergische Afterlehen von den v. Münster trugen und mit denen sie zum Kanton S. steuerten. Diese Güter waren im Laufe des zojährigen Krieges eingegangen, wurden aber seit 1700 von der Familie v. C. wieder angebaut. Bald darauf begannen Streitigkeiten mit dem Stift Bamberg, das diese Güter der Reichsritterschaft zu entziehen suchte. Die Familie erlosch in der ersten Hälfte des 18. Ihs. Biedermann, Geschlechtsregister des Kantons Steigerwald;(I. J. Moser), Vermischte Nachrichten v. reichsrittersch. Sachen 4, 621; Maders Samml. reichsgerichtl. Erkenntnisse in reichsrittersch. Angelegenh. V, 479 ff.; IX Anh., 121 ff.

von Candel, Grafen, eine fremdländische Familie, eigentlich Candale genannt, die der Religionswechsel aus ihrer Heimat(Frankreich, Savoyen) nach Deutschland trieb. Karl Philibert Ferrere Fiesce Graf v. C., 1649 1675 württembergischer Obervogt zu Balingen. erhielt von Herzog Eberhard III. das 1643 durch das Aussterben der Volen von Wildenau heimgefallene, zu N. gehörige Rittergut Rübgarten bei Tübingen; schon 1678 veräusserte es die Familie wieder an Württemberg. G. E. v. Natzmer, Lebensbilder aus dem Jahrh. nach dem grossen deutschen Kriege(Gotha, Perthes 1892), S. 22; Mader, Magazin VIII, 654; Beschreib. des Oberamts Tübingen 465.

DJanofzky von Langendorf. Diese fremde Familie kam im Verlaufe des 30-jährigen Krieges durch den schwedischen Obersten Friedrich Ludwig nach Süddeutschland, wurde 1640 mit der mittleren Burg des zum Kanton K. steuerbaren Rittergutes Thalheim(O. a. Heilbronn) von Württemberg belehnt und scheint etwa 100 Jahre sich in diesem Besitze be- hauptet zu haben. Dieselbe Familie wird auch in den Verzeichnissen des Kantons N. an- geführt: der oben genannte schwedische Oberst erhielt 1633 vom Kanzler Oxenstjerna die zu N. gehôrige Herrschaft Baisingen(O. a. Horb) geschenkt und war noch 1635 im Besitz; 1658 kam Baisingen schon in dritte Hand. Mader, r. r. sch. Magazin VII, 654; XII, 476; Beschr. d. O. a. Heilbronn unter Thalheim; H. Bauer, Thalheim an der Schotzach und seine Besitzer(in Zeitschr. f. d. Württ. Franken 1866, 234 243); Beschr. d. O. a. Horb 137.

Capler von Oedheim genannt Bautz, hiessen eigentlich Caplan, nahmen im 15. Jh. den Beinamen Bautz(Butz) und im folgenden den Namen Capler an und besassen seit 1302 als weinsbergische, dann pfälzische, endlich württembergische Lehensträger das Ritter- gut Oedheim(Schloss O., O. a. Neckarsulm) bei dem Kanton Od. bis auf die Neuzeit (jetzt Freiherrn). Vorübergehend besassen sie noch bei demselben Kanton andere Güter; namentlich erwies sich Ende des 16. Jhs. Hans Wolf C. v. O. als Mehrer des Besitzes. 1607 1615 besassen sie Laibach(O. a. Künzelsau). Ebenfalls nur kurze Zeit gehörte ihnen bei Kr. Eschelbronn(bei Sinsheim in Baden), das sie erheiratet hatten. Beschr. d. O. a. Neckarsulm 344; 502 f.; 622; Beschr. d. O. a. Künzelsau 654: Cast, württ. Adelsbuch 162 ff.; Kolb, hist.-topogr. Lex. v. Baden I, 276 f.

von der Cappel besassen um 1500 Waizendorf und Seubelsdorf(in der baireuthischen Herrschaft Plassenberg gelegen) und schlossen sich dem Kanton G. an. Die genannten Besitzungen waren 1587 schon in anderen Händen; dagegen erscheinen sie in diesem Jahre unter dem Adel des Baireuther Oberlandes zu Seubottenreuth und Heinersreuth ge- sessen. 1576 wird Hans Paul v. d. C. zu Hasslach unter den morosen Mitgliedern des