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5 (1891)
Entstehung
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III. Chronik der Schule.

Montag den 14. April 1890 wurde, nachdem vormittags die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtattgefunden hatte, nachmittags 4 Uhr das Schuljahr in üblicher Weiſe eröffnet.

Hülfslehrer Mosheim war zu Oſtern an das Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden be⸗ rufen worden. Hülfslehrer Boſſe wurde von nun ab bis Michaelis voll beſchäftigt; Hülfslehrer Gutheil blieb weiter zu unentgeltlicher Beſchäftigung. Bis zum 7. Mai fehlte der Oberlehrer Dr. Steiger, weil er als Hauptmann der Landwehr zu einer militäriſchen Übung nach Hannover einberufen worden war. Seine Vertretung wurde mit Hülfe des Hülfslehrers Gutheil bewerk⸗ ſtelligt. Oberlehrer Berlit rückte in die 3. Oberlehrerſtelle auf, Gymnaſiallehrer Dr. Pulch in die vorletzte ordentliche Lehrerſtelle.

Die Pfingſtferien dauerten vom 24. bis 28. Mai.

Freitag den 13. Juni unternahmen alle Klaſſen unter Führung der Lehrer Turnfahrten nach den Weſerbergen und dem Teutoburger Wald; die Unterſekunda verwendete mit Genehmigung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums dazu auch noch den folgenden Tag.

Für die letzten drei Wochen vor den Sommerferien war der Gymnaſiallehrer Dr. Haeſecke vom Königl. Provinzial⸗Schulkollegium zum Gebrauch einer Badekur beurlaubt worden. Auch ſeine Vertretung wurde durch den Hülfslehrer Gutheil beſorgt.

Am 26. Juni nahm Herr Generalſuperintendent Werner aus Kaſſel eine Reviſion des evangeliſchen Religionsunterichts vor.

Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis zum 2. Auguſt.

Vom 18. bis 23. Auguſt wurden von zwei Oberprimanern und vier Extraneern, welche von dem Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium zur Ableiſtung der Prüfung hierher überwieſen worden waren, die ſchriftlichen Entlaſſungsprüfungsarbeiten angefertigt.

Zum drittenmal mußte Hülfslehrer Gutheil zur Aushülfe herangezogen werden, da Hülfslehrer Boſſe vom 21. Auguſt ab bis zum Schluß des Sommerhalbjahres infolge eines Augenleidens keinen Dienſt thun konnte.

Zur Feier des Sedantages fand am 2. September vormittags ein Schulaktus ſtatt, bei welchem der primus omnium Otto Weiß über die Schlacht bei Sedan ſprach. Für den Nach⸗ mittag war auf Anregung des hieſigen Kriegervereins unter Mitwirkung der ſtädtiſchen Behörden ein allgemeiner Feſtzug und daran anſchließend ein Volks⸗ und Jugendfeſt auf dem nahe der Stadt gelegenen Steinanger veranſtaltet worden, woran ſich das Gymnaſium beteiligte.

Am 12. September fand unter dem Vorſitz des Königl. Provinzialſchulrats Herrn Geh. Reg.⸗Rats Dr. Lahmeyer die mündliche Prüfung der Extraneer ſnatt, bei welcher die Aspiranten Fritz Nolte aus Kaſſel, Heinrich Schmidt aus Frankfurt a. M. und Eduard Violet aus Berlin das Zeugnis der Reife erhielten. Für die Abiturienten der Anſtalt wurde die münd⸗ liche Prüfung am 20. September unter dem Vorſitz des Direktors abgehalten; ein Oberprimaner erhielt das Reifezeugnis.