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Mit dem Schluß des Sommerhalbjahres verließ der Hülfslehrer Deinet die Anſtalt, an welcher er ſeit Mai 1885 erfolgreich gewirkt hatte, da er als ordentlicher Lehrer an das Realpro⸗ gymnaſium zu Arolſen berufen worden war.
Die Michaelisferien dauerten vom 29. September bis 11. Oktober.
Zu Beginn des Winterhalbjahres, das am 13. Oktober in herkömmlicher Weiſe eröffnet wurde, traten in das Lehrerkollegium neu ein der Oberlehrer Manns“), bisher am Königl. Gymnaſium zu Hersfeld, und der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Sonnez) vom Königl. Gymnaſium zu Marburg. Hülſfslehrer Boſſe blieb mit Genehmigung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums weiter zu unentgeltlicher Beſchäftigung an der Anſtalt.
Samſtag den 25. Oktober fiel auf Allerhöchſten Befehl anläßlich des 90. Geburtstags des General⸗Feldmarſchalls Grafen von Moltke der Unterricht aus; bei der in der Aula ſtatt⸗ findenden Schulfeier hielt der Oberlehrer Dr. Steiger die Rede.
Freitag den 31. Oktober wurde der Unterricht nachmittags 3 Uhr geſchloſſen und dann in der Aula die Feier des Reformationsfeſtes und des Stiftungsfeſtes der Anſtalt in her⸗ kömmlicher Weiſe begangen; die Anſprache hielt der Religionslehrer, Hülfslehrer Schwarz.
Sonntag den 30. November fand die gemeinſame Abendmahlsfeier von Lehrern und Schülern der Anſtalt ſtatt und zwar diesmal in der lutheriſchen Kirche.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1890 bis zum 6. Januar 1891.
Dienſtag den 27. Januar fand zur Feier des Geburtstags Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs ein Schulaktus ſtatt, bei welchem Oberlehrer Dr. Hartmann die Feſtrede hielt.
Vom 28. bis 31. Januar wurden von 8 Oberprimanern die ſchriftlichen Entlaſſungs⸗ prüfungsarbeiten angefertigt.
Die mündliche Prüfung, bei welcher 7 derſelben das Reifezeugnis erhielten, fand unter dem Vorſitz des Königl. Provinzialſchulrats Herrn Geh. Regierungs⸗Rats Dr. Lahmeyer aus Kaſſel am 12. März ſeatt.
Die Anſprachen bei den Kaiſergedenkfeiern am 14. Juni und 18. Oktober 1890 und am 9. März 1891 hielt Gymnaſiallehrer v. Kamptz.
¹) Karl Manns, geboren zu Hünfeld am 22. April 1851, beſuchte das Königl. Gymnaſium zu Hersfeld, ſtudierte in Marburg und Leipzig hauptſächlich klaſſiſche Philologie und beſtand 1874 in Marburg die Prüfung pro fac. doc. Nachdem er im Winter 18 ⁄⁄ an einem Großherzogl. Oldenburgiſchen Gymnaſium ver⸗ tretungsweige beſchäftigt geweſen war, hat er von Oſtern 1875 bis Michaelis 1890 ununterbrochen dem Lehrer⸗ kollegium des Königl. Gymnaſiums zu Hersfeld angehört, zuerſt als Probekandidat, dann als beauftragter Lehrer, ſeit 1876 als ordentlicher Lehrer. 1888 wurde ihm der Oberlehrertitel verliehen und vom 1. Oktober 1890 ab die vierte etatsmäßige Oberlehrerſtelle am Königl. Gymnaſium zu Rinteln übertragen.
²) Julius Sonne, geboren zu Oberhaun bei Hersfeld am 18. November 1859, beſuchte das Königl. Gymnaſium zu Hersfeld, ſtudierte in Marburg ung Straßburg Mathematik und Naturwiſſenſchaften und beſtand 1882 in Marburg die Prüfung pro fac. doc. Von Michaelis 1882 bis dahin 1883 leiſtete er zu Hers⸗ feld ſein Probejahr ab, genügte im folgenden Jahr ſeiner Militärpflicht und blieb dann am Gymnaſium zu Hersfeld. Michaelis 1888 wurde er zu einer Vertretung an das Königl. Wilhelmsgymnaſinm zu Kaſſel berufen, wo er 1 ½ Jahre blieb; dann war er in gleicher Weiſe thätig an den Königl. Gymnaſien zu Hadamar und
Marburg.


