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ihr liegende Gleichheitsverhältniß aufheben würde(vergl. §. 29).
Noltenius gebraucht zwar, in ſeinem Lex. An- tibarb.(Berol. 1730) S. 1800 u. 1844, potius nach adeo non— ut, iſt aber die Anführung einer claſſiſchen Stelle zur Rechtfertigung dieſes Gebrauchs ſchuldig geblie⸗ ben. In der älteſten Ausgabe Helmst. 1730 beruft er ſich S. 916 auf eine in Reyheri Tabula sermonis lat. elegantioris angeführte Regel, wo ſich aber ebenfalls kein claſſiſches Beyſpiel findet. Ohne allen Zweifel iſt dieſes adeo non— ut potius von dem ſonſt ſo gewöhnlichen, aber ebenſowenig claſſiſchen tantum abest ut— ut potius entlehnt worden.
Im Deutſchen läßt ſich adeo non— ut ausdrücken: 47 ſo wenig— daß; nicht ſowohl— als; ſogar nicht— daß auch; nicht nur nicht— ſondern ſogar; oder dadurch, daß man die Satzglieder, in um⸗ gekehrter Srellung zu den beyden Bindepartikeln, mit: geſchweige daß oder fragweiſe verbindet, z. B. amici exhortationes adeo mihi non sunt graves, ut cas contra maxime optem, freundſchaftliche Ermahnungen ſind mir ſogar angenehm, geſchweige daß ſie mich kränken ſollten, oder: wie ſollte ich mich dadurch gekränkt fühlen?
Claſſiſche Stellen. Liv. VIII. 5. Qui adeo non tenuit iram, ut, gladio cinctum in senatum ven- turum se esse, palam diceret(i. q. tantum abfuit, ut teneret iram, ut——— palam diceret). Id. XXX. 34. Apud hostes auxiliares cedentes Afri et Carthaginen- ses adeo uon sustinebant, ut coutra etiam pedem re-


