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1 (1899)
Entstehung
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laut; umgekehrt gilt die Regel: Alle Substantiva, die den Umlaut haben, werden stark dekliniert.

Die Masculina, welche im Genetiv Singularis oder en haben, hängen diese Endung in allen Kasus ausser dem Nominativ Singularis an. Masculina, die ihren Genetiv Sing. auf n oder en bilden, gehören der schwachen Deklination an.

Für die Masculina, welche der gemischten Deklination angehören, d. h. den Singular stark, den Plural aber schwach bilden, sind mit dem Vorstehenden die Regeln gegeben.

Bei den Feminina hat der Singular wie leicht gefunden wird, keine Endungen. Der Nominativ Pluralis dagegen hat die Endung e oder en. Die Substantive mit e in diesem Kasus gehören gerade so wie die Masculina mit dieser Endung der starken Deklination an. Um also zu finden, ob ein Femininum zu der starken oder schwachen Deklination zu rechnen ist, muss man den Nominativ Pluralis bilden. Auch viele Feminina haben den Umlaut; diese, sowie die weiblichen Subst. auf nis und sal gehören der starken Deklination an. Die Feminina, die im Nom. Pluralis auf en ausgehen, haben diese Endung in allen Kasus des Plural und gehören der schwachen Deklination an.

Die Neutra bilden sämtlich, wie durch Beispiele festzustellen ist, ihren Genetiv Singu- laris auf s oder es; sie gehören also im Singular alle der starken Deklination an; insoweit sie im Nominativ Pluralis n oder en anhängen, gehören sie im Plural der schwachen Deklination an.

Zusammenfassung: Die Masculina gehören entweder der starken oder der schwachen oder der gemischten, die Feminina der starken oder der schwachen, die Neutra der starken oder gemischten Deklination an.

2. Eigenschaftswörter ¹)(Adjektiva) sind Wörter, welche die Eigenschaft oder Be- schaffenheit einer Person oder Sache angeben. Sie werden in doppelter Weise gebraucht: a) sie stehen vor dem Substantiv, meist zwischen Artikel und Substantiv, z. B. der gute Sohn; gut bildet hier eine Beifügung(Attribut) zu Sohn; das Adjektiv ist hier attributiv gebraucht. Das attributive Adjektiv richtet sich im Genus, Numerus und Kasus nach seinem Substantiv. b) sie sind durch die Zeitwörter sein, werden mit dem Substantiv verbunden. Das Adjektiv bildet in diesem Falle einen Teil der Satzaussage, des Prädikates(den anderen Teil des Präd. bildet die Kopula); es ist prädikativ gebraucht. z. B. Gott ist barmherzig. Das prädikative Adjektiv ist im Deutschen unveränderlich.

3. Die Zeit- oder Thätigkeitswörter(Verba).

a) Begriff der Zeit- oder Thätigkeitswörter. Die Thätigkeitswörter sind solche Wörter, welche aussagen, was eine Person oder Sache, die das Subj. des Satzes bildet, thut oder leidet. Diese Verba heissen auch Zeitwörter, weil durch sie zugleich die Zeit angegeben wird, wann die Thätigkeit stattfindet.

b) Das Wesen der Konjugation. Das Zeitwort sagt nicht nur aus, was Sachen be- wirken, z. B. der Ofen wärmt, sondern auch, was Personen thun. Der Sprechende nennt sich ich, den Angesprochenenen bezeichnet er mitdu und von einer dritten Person redet er miter, sie, es. Mehrere Sprechende nennen sichwir, bezeichnen mehrere Angesprochene mitihr und reden von anderen mitsie. Es gibt also drei Personen der Einzahl sowie der Mehrzahl. ich und wir bilden die erste, du und ihr die zweite, er, sie, es und sie die dritte Person. Setzt man vor ein Verbum die drei Personen der Ein- und Mehrzahl und gibt ihm selbst die entsprechenden Endungen, so konjugiert man es.

¹) Die Deklination der Eigenschaftswörter ist nach V verlegt, um VI mit grammatischen Dingen nicht zu überlasten und weil die Deklination mehrerer attributiven sowie der substantivierten Adjektiva doch erst in V besprochen wird. Im übrigen steht einer Behandlung dieses Gegenstandes in VI nichts im Wege; vgl. die Beil. I.